#302-2018

Wird man jemals wieder munter? Kirby scheint gerade mit wenig Schlaf auszukommen; die Bedürfnisse der Frau und mir stehen dem genau umgekehrt gegenüber. Aber er bleibt ein charmanter Kerl. Bücher muss man derzeit von ihm fern halten. Er versucht damit zu hantieren wie er es bei mir sieht; aber sein Modus ist derzeit: Beschaffenheit, Gewicht, Geschmack. Diese Kategorien machen auch vor Druckwerk nicht halt, und deswegen schaut Surely you’re joking Mr. Feynman aus wie aus einem Wrack gezogen. Vielleicht könnte man das mit Hörbuchern umgehen. Die DaVinci Biografie hätten wir ja in dem Format.

Am Arbeitsplatz entspannt sich die professionelle Situation; jetzt ist es Zeit endlich das Knäuel aus Verwirrungen über die Arbeitszeit und dessen Gegenwert gordisch zu lösen. Die Angestelltenvertretung weiß bescheid, das Kollegium ist informiert, jetzt muss ein Schwert geschmiedet werden. Wer den Alexander spielt ist unklar[1].

Ich habe gestern einen Kommentar zum Eintrag zum Sonntag[2] bekommen. Lange habe ich den Tag über darüber nachgedacht; über dieses Blog und was es sein/bewirken und was dieser Seelen-Striptease bringen soll. Und ob ich ein schlechter Vater bin.
Ich denke, es völlig frei von Sinn. Und das muss es nicht, denn es geht nicht um Views und Likes, sonst müsste ich das ganze noch in den sozialen Medien erwähnen; ich rufe nur in die Dunkelheit.
Und ja, ich bin ein schlechter Vater. Es geht mir in einem Schub beschissen und in der Verzweiflung in diesen Momenten ist mir egal was mit Anderen los ist. Im Gegenteil, in solchen Momenten sehe ich in die Zukunft: mein Sohn in einer in Blut getränkten Uniform auf jungfräulichem Schnee, weil einem der Individuen welche wir gerade in den Parlamenten werken lassen, eingefallen ist, das Uropa Adi Stalingrad nicht mit Sternchen geschafft hat. Deswegen schreit mein Sohn nun nach seinen Eltern während er die Eingeweide in die Bauchhöhle drückt und ihm die Scheiße aus den Stiefeln läuft. Und neben „Mir reicht’s mit mir.“ läuft „Mir reicht es mit der Welt.“ und ich komme auf keine Möglichkeit welche es mir ermöglicht Kirby in ein paar Jahren in die Augen schauen zu können wenn er fragt „Moment, ihr wusstet bescheid?“

vorbeigelaufen

fußnoten

  1. Gordischer Knoten
    |wikipedia.org
  2. #300-2018
    |h0pkins.wordpress.com

9 Kommentare

  1. Das kann ich verstehen, das ist richtig. Jeder halbwegs intelligente Elternteil müßte solche erschütternde Trübsal in sich tragen. Es wird von sich weggeblendet. Dir erlaubt das Schicksal dies nicht.
    Ich freue mich über alle neuen Erdenbürger. Bestimmt nicht bloß, weil ich in ihnen ihre Vorleben, also wer sie in vorherigen Leben gewesen sind, wiedererkenne. Und bestimmt auch nicht, weil sie meine Hoffnungsträger auf eine bessere Welt sind.
    Die Menschheit wird unsere Welt nicht zum Besseren wenden, und trotzdem haben wir eine tolle Zukunft vor uns liegen. Nur halt in einer anderen, einer von der Schöpfung erneuerten, friedlichen Umwelt. Dies könnte bereits in meiner eigenen Lebenszeit eintreten. Und zwar hier auf diesem Erdplaneten als ganz normale Menschen aus Fleisch und Blut. Ausnahmslos für jeden einzelnen von uns weltweit ist diese edengleiche Zukunft unverrückbar vorgesehen. Die Menschen werden fortan sinnvolleres Gedankengut hegen, nur dürfen sie das vorerst noch nicht, dafür sorgt die Schöpfung, sonst könnten wir bis zu dieser neuen Zeit nicht mehr unsere Bestimmung erfüllen. Und diese kann – wie wir wissen – ganz schön beschämend ausgefallen sein.
    Tagaus und tagein erhalte ich neue Beweise, daß sich meine positive Prognose bewahrheiten wird. Meistens handelt es sich dabei um verschlüsselte Traumsequenzen oder unvermittelte gedankliche Eingebungen außer der Reihe, die später einen Sinn ergeben. Nicht selten schließen sich auch mir bereits eröffnete Kreise, die letztlich zusätzliche Beweise für meine glückliche Verheißung ergeben.
    Ich denke, Du wirst noch durchhalten, weil Du es mußt. Das ist qualvoll und höllisch, wird jedoch wie alles andere auch endlich sein. Ich mein, mir selber sowie unzähligen anderen Mitmenschen geht’s ja auch nicht grad sonderlich erbaulich, nur daß es bei mir teils an anderen Ecken und Enden zwickt und zwackt, als bei Dir.
    An dieser Stelle bedanke ich mich für Deine ehrliche Stellungnahme. Und bitte: Falls Dir mal akkurat von mir etwas quer kommen sollte, dann lass Dich niemals von mir aus dieser WP-Seite vertreiben, ja, okay? Allerbeste Grüße und Wünsche noch an Dich.

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    1. Mir würde nur etwas querkommen wenn Du aktiv versuchen würdest Dein „Bild“ anderen aufzuzwingen.
      Und natürlich hoffe ich das es etwas größeres gibt das uns wie ein Elternteil nur lernen lässt das die Herdplatte ein Autsch ist damit wir es später besser wissen und haben; aber ich glaube es nicht. Bitte lass Dir von mir nicht in Deine Überzeugung reden! Ich bin da zu Oberlehrerhaft.

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      1. Das ist ein schöner Gedanke. Mich erinnert es immer an den sozialen „Rang“ in der Schule.

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  2. Manchmal, oder doch des Öfteren wünscht ich mir, daß wir reden könnten, dann könnte ich alle Unklarheiten kinderleicht bereinigen. So bin ich mir gar nicht sicher, ob Ränge positiv zu bewerten sind, da ich sie mit dem Wetteifern verbinde. Da war ich immer die Letzte und Schwächste. Eigentlich zur gesellschaftlichen Looserin degradiert. Aus diesem Grund versucht die Waldorfpädagogik, diese zu umgehen. Jedenfalls, dort wo’s drauf ankommt.
    Alenka scheint Dich beispielsweise stets verstehen zu können, nicht sprachlich, sondern sinngemäß. Mir fällt das bei Dir bisweilen schwer. Ich führe das zurück auf meinen mangelnden Intellekt sowie der Tatsache, daß andere sich in Deine Problematik aufgrund Erfahrung konkreter hineinversetzen können. Soviel zu diesem Punkt.

    Hihi – ich komme mir ja selber manchmal oberlehrerhaft vor. Nämlich wenn ich Mitmenschen einfach nur was Alltägliches erkläre. „Bin ich jetzt besserwisserisch?“, frag ich mich.
    Ähm, ja, freut mich jedenfalls und hat mich beruhigt, daß Du meine Gedanken zu den Likes schön findest. Wir handhaben das hier aus der alten myTB-Community so, zumindest hat das ein Teil von uns so abgemacht. Mir ist es wichtig, daß die Autoren erfahren können, wer sie gelesen hat. Nur in Ausnahmen kann ich kein Like hinterlassen, sei es z. B. aus Pietät oder auch weil ich mit dem jeweiligen Beitrag absolut nix anfangen kann. Einmal hat auch „einer von uns“ ein extrem abstoßendes Pornobild gepostet. War ihm später selber so unangenehm, daß er alles dann doch wieder gelöscht hat.
    Übrigens auch noch wichtig, weil es Deine Leser vielleicht nicht gelesen haben: Ich kann Dich von Deiner geprägten Meinung nicht ohne weiteres abbringen, denn ich hab ja wiederholt Betonung darauf gelegt, daß ich Dich für einen vorbildlichen, ergo prima Papa halte. Kaum einer nimmt sich so viel Zeit für sein Kleinkind und verbringt diese bei ihm, ist ganz für es da. ☀️

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    1. Beim Wetteifern in der Schule war ich auch immer weit hinten. Zum Glück haben die Lehrer da zum Großteil einen Ausgleich geschaffen indem sie auf die Stärken und Schwächen der Kinder eingegangen sind.

      Ich denke das es niemanden an Intellekt mangelt -ja es gibt Ausnahmen, aber da bist Du unmessbar große Abstände davon entfernt- aber eben an Erfahrung; wie Du geschrieben hast. Was man anscheinend schnell verlernt ist, zu versuchen sich in andere Situationen zu versetzen; jedenfalls merke ich das mir das immer schwerer fällt. Mit dem Alter wird man wohl reaktionärer :-)

      Ich finde das wirklich schön so über ein Like zu denken. Meine Interpretation kommt wohl vom Leistungsdenken. Oft möchte ich dann einen Kommentar schreiben, aber es fällt mir nichts ein. Ob man das mit einem Kommentar verbinden könnte?
      Hmm, einerseits verstehe ich wenn jemanden etwas im Nachhinein peinlich erscheint; aber es eben auch so eine Art Logbuch ist….man könnte ja gestehen wieso man den „Blödsinn“ gemacht hat.

      Vielleicht stelle ich meine Vaterschaft hier nur zu gut dar. Gestern war wieder so ein Tag wo ich gerne meine Sachen gepackt hätte….obwohl er so ein freundlicher Zeitgenosse ist.

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      1. Was wiederum sehr normal wäre. Andere Väter verschwinden nach der Arbeit in der Kneipe oder leisten freiwillig Überstunden …
        Mir fällt dazu ein, daß ich mit dem Sonn 1980 extra in die Krabbelgruppe bin, in der Hoffnung, ich könnte dort lernen, wie ich mit dem Kleinkind spielen kann. Ich glaub ich konnte es nie, vielleicht auch, weil unsere Eltern fast nie mit uns gespielt haben.
        Deine Lehrer waren also schon weiter, aber Du bist ja auch genau eine Generation jünger.
        Und ja, ist tatsächlich nicht auszuschließen, daß grad ich mit dem Alter selber reaktionärer geworden bin, weil ich beobachten muß, wie ich anderweitig unhaltbar „verholze“. Allerdings gesundheitsbedingt, denk ich. Dabei sollte doch mit dem Altern die sog Altersweisheit hinzu getreten sein. Ò_ó
        „Ob man das mit einem Kommentar verbinden könnte?“ Das ist jetzt wieder was, das verstehe ich so nicht. Falls doch, dann empfehle ich einfach nur die Likes, ein stummer Gruß, eine stumme Aussage. Hatten wir ja leider bei myTB nicht, dabei hab ich wirklich damals gleich zu Anfang dergleichen im Forum anzuregen versucht.

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      2. Spielen ist immer relativ; ich denke das Du in Deiner Art mit den Kindern gespielt hast. Bei uns sind Wasserflaschen und Jalousien gerade gern in Kinderhand. Das Spielzeug bist bisher in der Kiste geblieben.
        Geschafft haben unsere Lehrer es leider nur bedingt.
        Die Weisheit scheint immer hinten nach zu sein :-) Merke ich bei der Arbeit; da gebe ich immer Ratschläge, stehe aber selbst meist im Eck.
        Ein stummer Gruß in Kommentarform wäre mir sympathisch.
        Ein erholsames Wochenende wünschen Wir Dir!

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