#193-2019

professioneller Alltag | Vaterfreuden | der Körper: ein Spukhaus | die Allgemeinheit | Videospiele | Ultraman

Es ist immer dasselbe mit den polyamoren Versuchen in meinem Bekanntenkreis: Zuerst kommt Kritik, weil man als monogam lebender Spießer nicht qualifiziert ist, emotionale Intelligenz zu beurteilen; und wenn der Teilnehmer der freien Beziehung dann doch meint, dass so ein Zaun den Garten der Liebe verschönert, ist man auch wieder der Angeschissene.
Ich werde mich im Urlaub aktiv vor Menschen verstecken. Freizeit vom Leben nehmen.
Dieser Tage merke ich besonders, wie sehr mir die Akteure am Arbeitsplatz den Tag versauen können. Ja, das muss man auch zulassen; aber wenn man neun Stunden mit den Figuren eingesperrt ist, und die einzige Möglichkeit Ruhe herzustellen Mord ist, geht man den Kompromiss ein.

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Kirby hat den vergrössernden Effekt meiner Brille erkannt, und ist mir beim Spielen damit mit dem Finger ins Auge gefahren. Hat mich bis in die Nachtstunden beschäftigt.
Aber neben den Schmerzen im Sehbereich hat mich eine Marotte meines Geisterhauses am einschlafen gehindert: Muskelzuckungen. Nicht diese Austreter die man manchmal hat, sondern ungewolltes Anspannen von Muskelgruppen. Einmal so stark, dass ich im Bett gesessen bin.

Kirby hat den High und Low Five verinnerlicht und ist fleissig am Hände schlagen wenn sich die Möglichkeit ergibt.
Der Purzelbäume scheint eine bewusste Handlung geworden zu sein, und wenn es so weitergeht, ist auch der Verschluss des Hochstuhlgurtes bald kein Problem
mehr.

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Irgendein Betreiber von einem
Nobel Tschocherl[1] möchte Rauchen beim Saufen zur Kulturpraxis erklären. Wahrscheinlich weil unterm Tisch Tschick[2] vadrahn[3] lukrativer ist, als sein gwassertes[4] in-Glschloder[5].
Und in Amstetten muss immer ein Familienmitglied in der Kellerwohnung gemeldet sein. War immer so, muss so bleiben[6].

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vorbeigelaufen

fußnoten

  1. Tschocherl = kleines Lokal
  2. Tschick = Zigarette/Zigaretten
  3. vadrahn = verdrehen; in diesem Satz als “verkaufen” -meist Steuerfrei bzw. privat- gemeint
  4. gwassert = verwässert, verdünnt
  5. Gschloder = schlecht schmeckendes Getränk/Flüssigkeit
  6. Ja, ich bin mir der Ironie bewusst, dass ich als Feind von Veränderung, im selben Atemzug auch welche Einfordere.

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