25feb20

Doctor Doom ist mein Krafttier.

Es wird Zeit für Freizeit. Ich bin zum Glück–ich erfreue mich nicht am Leid der Anderen, ich möchte nur nicht immer „der Dauerkranke“ sein–nicht der einzige der durch den Wind ist. Mein Darm stößt Entzündungen ab. Ich glaube, eine kalte Bleikugel wird im Laufe des Tages durch die Därme bewegt. Zu Beginn ist es noch ein bleierner Morgenstern gewesen.

Doctor Sleep

So, der Film wäre geschaut. Ich meine zu verstehen, wo die diversen Meinungen dazu herkommen. Zuerst war ich auch der Meinung, dass wir nicht noch eine Fortsetzung – in diesem Fall von The Shining – brauchen. Aber hier hat man es nicht mit einer der Programmfortsetzungen zu tun – auch wenn der Film ein offenes Ende hat, geht es darum zu versuchen unsere Kinder für die Zukunft zu wappnen. Der Film thematisiert, wie Menschen sich dem „Rad der Zeit“ unterordnen, und dadurch die wiederkehrende Natur von Ereignissen befeuern. Kleine Änderungen können auf Dauer große Wellen schlagen, und man muss die folgenden Generationen über seine Fehler aufklären, damit sie eine Chance haben eigene zu machen.
Ist trotzdem hart zu schauen gewesen. Kinder haben es in dem Film nicht leicht – und ich habe schon lange nicht mehr gejubelt, als eine Gruppe von Antagonisten niedergestreckt wird.
Technisch gibt es auch einiges zu sehen – besonders Rebecca Fergusson. Die droht manchmal mit ihrem Schauspiel „aus dem Schirm zu fallen“. Und Kyliegh Curran’s Abra steht ihr – natürlich mit Schwächen, aber sie ist auch erst 13 Jahre alt – mit ihrer selbstbewussten Art und heiligem Zorn in nichts nach. Auch wenn sich manche Leute negativ über Ewan McGregors Leistung äussern, für mich passt’s – einen trockenen Alkoholiker der permanent seine Superkräfte kontrolliert kann man nicht zu extrovertiert spielen. Die Doubles von Shelley Duvall und Jack Nicholson haben mich überrascht. In Zeiten von digitalen Konterfeis und Produzenten die meinen, niemand anderer als James Dean passt in deren Film[1], wird hier gezeigt, dass es auch funktioniert die Idee zu vermitteln. Der Jack Nicholson stand-in – Henri Thomas, Eliott aus E.T. – darf man zwar nur von der Seite sehen um den Schein zu wahren.
Aber zu dem Zeitpunkt ist man ohnehin im „unvermeidbaren“ Teil des Filmes. Da stört einen das auch weniger.
Setdesign, die Kleidung, die Farbpalette und das kontrastarme Bild helfen beim vermitteln der Stimmung des Films. Er wirkt nicht Zeitlos, aber wie ein Traum. Das mäandernde Drehbuch – vermutlich war das Projekt erst als Serie geplant – verstärkt den Eindruck. Und lässt den Horror besser greifen. Der Satz „The world is a hungry place.“ ist vor allem für Eltern ein Grund für schlaflose Nächte.
Doctor Sleep ist langsam, zu lange und gegen Ende ein Best Of von The Shining, stimmt alles. Aber darin steckt ein Film der nicht zu viel Blut und Grind und Schrecken braucht um einen schaudernd zurückzulassen – eine Frage reicht: Wirst Du es besser machen?

Panik

Wir werden die aktuelle Version des Corona Virus höchstwahrscheinlich überlegen – was mir Sorgen macht, ist das Verhalten der Gesellschaft. In der Ukraine versucht man Infizierte zu Lynchen, in Italien und Tirol werden die Supermärkte leergekauft und bei unserer Apotheke gibt es kein Desinfektionsmittel mehr. Wahrscheinlich bis kommende Woche nicht mehr. Bei arte wird einem schon erzählt, wie man sein Fleisch in Eigenregie pökelt und in einer Live-Schaltung wird einem Herren die Tür aufgehalten, als der Moderator den Satz „Niemand verlässt dieses Gebäude.“ beendet.


fußnoten

[1] James Dean to be resurrected for new vietnam war drama | theguardian.com

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