Unfollow

[ Comics ]

Ich wollte „Unfollow“ nicht lesen—bis eine Kritik die ich darüber laß, meine Entscheidung umstieß.

Meine, durch das Werbematerial entstandenen, Kritikpunkte blieben auch nach dem Lesen des gesamten Comics bestehen.
Der Zeichenstil gefällt mir nicht bzw. ermüdete mich über die Länge. Der Stil passt zu einem Musikvideo, mit dem ich drei Minuten verbringen muss.
Die Geschichte ist vorhersehbar.

Die Social Media Entität Earthboi kultivierte über Jahre eine treue Gefolgschaft mit den Themen Umweltschutz und Selbstverwirklichung durch ein bewussteres Leben. Doch wohnt jeder Utopie eine Dystopie inne.

Zwei Punkte retteten das Comic für mich.
Die Erzählweise.
Die Geschichte wird von Earthboi’s Gefolgschaft aus dem Off erzählt, und die Bilder zeigen Vignetten; und beides wurde so gut kombiniert, dass es keine längen aber angenehmen Interpretationsspielraum gibt.
Das Ende.
Man denkt sich zwar schon davor „Gehen wir jetzt dahin?“ Und wenn man da ist, kann man es—meiner Meinung nach—nicht als haltlose Fiktion abschütteln. Da wurden sich Gedanken darüber gemacht, wie es sein könnte. Ein Blick in die Zeitungen oder ein Gespräch mit der „richtigen“ Person, und man denkt „Gehen wir jetzt dahin?“

Wie gesagt, einerseits rollten sich mir die Scheinbeine auf, als ich hinsah—und klappten im Laufe des Lesens wieder hinunter. Dem Kanon der Pressestimmen kann ich nicht zustimmen, aber es ist ein gelungener philosophischer Denkanstoß zur modernen Form der Prominenz, und was man daraus machen kann.

Offizielle Seite des Verlages

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