Comics

Aus meinem Comicabend wurde durch ein schnarchendes Kind eine Comicnacht, in der ich nicht nur die aktuellen Titel las, sondern auch zwei Superman Geschichten, welche den Mann aus Stahl unterschiedlich interpretieren.
Los geht’s!

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Daredevil no.28 (2021)
Beim lesen dachte ich noch »Schaut aus als wäre es wieder Zeit, die Schachfiguren auszurichten.«—aber am Ende erwartet uns ein Satz, mit dem andere Autoren deren Daredevil arbeiten beendeten. Mir kam es eine Zeit lang so vor, als war das eine Art Wettbewerb.

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Eternals no.3 (2021)
Die moderene Erzählgeschwindigkeit ging mir auf die Nerven…ich wäre manchmal „gerne ausgestiegen und wollte anschieben“. Aber dadurch hat man Zeit genug um Seiten wie die unten gezeigte—und den Ausschnitt aus der Bonus Sektion—einzubauen. Die Serie ist ein gutes Beispiel für das Dilemma der Industrie: man versucht „kompliziertere“ Geschichten zu erzählen, die trotzdem Spaß machen, aber hat nicht mehr die Seitenzahl dazu.

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The Goon no.13 (2021)
Ich hatte seit Jahren nichts mehr von The Goon in der Hand; es ist immernoch ein Spaß. Regelmäßiger Leser werde ich wohl nicht, aber wohl wieder öfter hineinschauen.

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Taskmaster no.1-.4 (2020-2021)
Hach, der Taskmaster…ich mag den so sehr, dass ich eine überteuerte Lego Figur von ihm kaufte—ich hätte beinahe das ganze Set um den Preis bekommen, fand ich danach heraus. In seiner aktuellen Heftreihe versucht er den Mord an Maria Hill aufzuklären, allerdings nur um seine Haut zu retten—ihm wurde die Tat in die Schuhe geschoben. Die Serie lief bisher schnell ab, bot Abwechslung in Gastauftritten—Taskmaster gegen Hyperion—und Schauplätzen; aber die Monologe sind immer einen Schritt davon entfernt von Deadpool zu kommen, was allerdings—wie unten gezeigt—Beschweren auf hohem Nivaeu ist wenn man bedenkt, dass wir wieder einen „Spionage“ Titel von Marvel bekamen—James Robinson’s Nick Fury Serie ist mir da als letztes in Erinnerung geblieben—die erschien um 2016/17 bilde ich mir ein.

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Marvel no.6 (2021)
Das letzte Heft der Reihe, welche von Anfang an Spaß machte. Sicher war die eine oder andere Geschichte dabei, welche mich nicht sonderlich begeisterte, aber die Durchmischung war so gut vorgenommen, dass diese auf den anderen mitschwammen.
Greg Smallwood’s Nick Fury aus dem aktuellen Heft war ein modernes Tribut an die Steranko Ära, und gewann gegen den Silver Surfer; aber nur weil sie vor dieser im Heft gedruckt wurde.

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Ultramega no.1 (2021)
Ich hoffe Marvel klagt nicht gegen den Titel. Denn auch wenn es auf den ersten Blick wie eine 90er Interpretatin von Ultraman wirkt—die es ist, nur mit breiteren Knöchel. Am Ende erklärte James Harren seine Einflüsse für den Comic in einem Nachwort, und da klingt heraus, dass man mit Tokusatsu gerade ein wenig Geld verdienen kann; aber Ultramega würde auch als Comic mit weniger großen Konfliktparteien funktionieren. James Harren’s Zeichnungen sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben—und ich verzeihe Ihm damit, Rumble verlassen zu haben—und mit einem Colorist wie Dave Stewart bekommt es noch den letzen Schliff. Kann aber auch sein, dass es an der Beteiligung Beider Kreativen an der Goldmine B.P.R.D. ist, und die guten Erinnerungen einen „Gefallensbonus“ schaffen.
Als Kritikpunkt könnte man den Preis nennen, der einem wiederrum 60 Seiten verschafft—in einer Zeit in der man für 20-22 drei bis fünf Dollar nimmt. Fire Power lieferte für zehn Dollar 160, aber da steckt auch mehr Kapital im Hintergrund und Chris Samnee—dessen Stil ein breiteres Publikum anspricht—zeichnet die Serie, da kann man anders werken.
Das zweite Heft steht einmal auf meinem Plan.

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Superman: Secret Identity (2004)
Secret Identity ist eine meiner liebsten Superman Geschichten—und das sie nicht im Kanon stattfindet sagt eigentlich viel darüber aus, wie es um Superman steht bzw. die Natur der Superheldencomics als Seifenoper in Frage stellt. Aber dies kann man ein anderes Mal besprechen.
Als die Reihe 2004 erschien, hätte ich sie wohl nicht gekauft, wenn ich davor nicht It’s a bird… gelesen hätte, und zugeben musste, das Superman vielleicht nicht mehr als Figur so gut funktionierte wie zur Erstpublikation, jedoch den Status als Spiegel des Lesers einnahm. Kurt Busiek, der mich später wieder zum lesen des kanonischen Superman motivierte, erzählt hier die Geschichte, die den Spiegel zurücknimmt, um zu versuchen, die Welt besser abzubilden, als im Kanon. Und Stuart Immonen zeigt diese „zurückgehalten“, eher in Postkartenmotiven mit realistischeren Menschenkörpern darin.
Untypisch für das Genre entfaltet sich die Handlung in einer Welt ohne Superhelden, in einer amerikanischen Kleinstadt, lebt die Familie Kent. Ma, Pa, und deren Sohn, Clark. In dieser Welt gibt es allerdings die Superman Comics wie auch wir sie kennen, was Clark Kent’s Schulaltag mit täglich wiederkehrenden Erinnerungen spickt, seinen Namen mit dem des ersten Superhelden zu teilen.
Und eines Tages wacht er auf aus einem Albtraum auf, und erkennt, dass er fliegen kann.

Von hier aus immitiert er zwar den Lebenslauf seines „fiktiven“ Namensvetters, jedoch in einer Welt welche ihm auch offensiver Gegenübertritt. So begleiten wir diesen Superman dabei wie er den Menschen hilft, und welche Kompromisse er machen muss, um dies zu tun ohne die Sicherheit seiner Lieben, als auch seine eigene, zu gewährleisten. Was sich in der Zeit aber nie verändert, ist die Begeisterung für seine Fähigkeiten; selbst im hohen Alter unternimmt er noch Flüge, und erwischt sich dabei öfter den Sonnenaufgang zu beobachten.

Auch wenn der Comic den Ball sicher spielt—es wäre sicher nicht nur eine Partei hinter Superman her, und die Bevölkerung war da bereits in intensiverer, grenzüberschreitender Interaktion, somit wäre Superman wohl schneller publik geworden, als hier gezeigt—, es ist eine gute, neue Geschmacksnote in der „Supermansuppe“, welche zusammen mit der Präsentation durch Immonen zurecht eine der beliebtesten, nicht-kanonischen, Geschichten über den Mann von Morgen wurde.

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Superman: Year One (2019)
Nach Secret Identity dachte ich mir »Schaust dir noch einmal Year One an.«
Miller Time!
Zusammen mit John Romita jr. erzählte uns Frank Miller in drei Heften seine Interpretation von Superman’s Ursprung—wohl auch, um die Schaffung von DC Comics Black Label Subverlag zu rechtfertigen—, ich musste aber im Gegensatz zum Erstkontakt feststellen: So schmerzhaft ist es doch nicht.

Die Geschichte beginnt wie üblich: Der Planet Krypton explodiert, Lara und Jor-El retten deren Sohn, Kal, indem sie ihn in mit einem Raumschiff zur Erde schicken, wo er von der Familie Kent adoptiert wird, und über die Jahre seine Kräfte entwickelt und dafür einsetzt, die Erde zu bewahren, und Gerechtigkeit unter den Menschen zu wahren.
Doch auch wenn die Geschichte bekannt ist, die Art der Erzählung und angefügte Details lassen sie sich immer weiter vom Ursprungstext entfernen. Da wären die ERzähltexte, welche das Gezeigte kalt ausschmücken; und uns z.B. darüber aufklären, dass Baby Kal seinen Stiefvater per „Lobotimie“ dazu bringt, ihn als seinen Sohn anzunehmen. Mehr erzähle ich nicht, weil es ist Miller Time!, und ich blätterte jede Seite mit freudiger Erwartung der Dinge die da warten um—das möchte ich niemandem nehmen. Doch auch wenn es einen großen Abschnitt gibt, bei dem ich die Sinnfrage stellte, danach wird in einem ungewohnt „milden“ Stil weitererzählt, der sogar viele Aspekte aus der ersten Ära von Superman aufgreift: der Streiter für die kleinen Leute, der sich von häuslicher Gewalt über Missachtung der Werkssicherheit bis zum Betrug allem annimmt. Bei Frank Miller’s Version von Superman aus The Dark Knight Returns erwartete ich, dass Year One Superman nun langsam den Anschluss verliert, und deswegen von der Regierung Scheuklappen angenietet bekommt; dies ist nicht der Fall.
Aber man macht sich eine Tür für eine Fortsetzung auf, welche diesen Superman näher an die erwartete Frank Miller Version rücken könnte, erwähnt er doch davon, wie er immer stärker wird.

Nach Secret Identity war dies ein passendes Kontrastprogramm—wie ich hoffentlich mit dem Beispielbild des fliegenden Superman in Kontrast zu seinem Pendant aus Secret Identity zeigen kann. Frank Miller zeigt uns hier einen Superman, welcher seinem Batman ähnelt. Sein Superman ist ebenfalls nachtaktiv, nur hebt ihn seine Garderobe von der Kulisse ab; was er sich als schwer zu verletztende Person im Gegensatz zu Batman auch erlauben kann. John Romita jr.’s Illustrationen sind für mich das negativste an Year One. Seit Spider-Man hat er für meine Augen an Dynamik verloren. Es wäre interessant gewesen, wie die Reihe aus der Hand eines 30 Jahre jüngeren Frank Miller zusammen mit Klaus Janson aussehen würde. Lee Weeks wäre ebenfalls spannend anzuschauen gewesen.
Der andere negative Aspekt ist der Eindruck, dass Kal-El keine Entwicklung durchlebt bzw. die, welche er durchlebt zu sein scheint, dass er die Welt sich doch noch nicht zu untertan macht.
Superman: Year One wurde eine „bravere“ Erzählung als ich erwartete, lag es an der Redaktion oder gar Altersmilde? Auch wenn Clark nicht lachend Menschen verprügelt, kostümiert im Hafenviertel intim wird oder sich als „the goddamn Superman„“ vorstellt, es bleibt ein „Miller-verse“ Titel, dessen Curveballs wahrlich überraschend sind.

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Bonus:

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Hör‘ auf Buddy, dann lebst du länger.
aus Future State – Batman/Superman no.2 (2021)

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das Spannendste aus The trails of Ultraman no.2 (2021)

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ultramega-1-2021
so vermittelt man Hintergundwissen
aus Ultramega no.1 (2021)

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die Geschichte lasen wir hundertfach, die Illustration ist einzigartig
aus Marvel no.6 (2021)

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eternals-3-2021
aus Eternas no.3 (2021)

alle Bildrechte liegen bei deren Inhabern

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