über den Tisch

:: journal ::

Üblicherweiße werfen Kinder sich auf den Boden und protestieren laut, wenn sie einen Einkauf getätigt sehen wollen, aber die Einkäufer diesen verweigern. Kirby spielte das Spiel bei seinem ersten Versuch, eine Transaktion zu seinen Gunsten zu erstreiten anders.
Es begann bereits nachdem wir das Geschäft betraten. Der Besitzer wurde freundlichst begrüßt, und darüber aufgeklärt wie wir die Strecke zu seinem Geschäft bestritten. Der Besitzer ist ebenfalls ein begeisterter Benutzer der U-Bahn, und tauschte sich mit Kirby über die Tatsache aus, dass die U-Bahn manchmal den Tunnel verlässt. Zwar kamen wir mit einer Kaufabsicht, gestatteten Kirby aber trotzdem durch die Regale zu flanieren. Natürlich fragte er, ob er Dieses oder Jenes haben darf, nahm aber jedes »Nein« ohne Protest hin.
Bis er die Garage sah. »Aber ich könnte mit Papa spielen.« war seine Eröffnungssalve. Er erklärte, dass sein Feuerwehrauto ebenfalls in die Garage passen würde, das es aus Holz sei; und dann kam der mit Bleikugeln gefüllte Socken zum Einsatz: »Ich hatte doch Geburtstag.« Da wuchs der Besitzer hinter einem Regal hervor »Habe ich da etwa gehört das jemand Geburtstag hatte? Na wenn dem so ist, kann ich ja einen Geburtstagsrabatt geben.« Und dann schauten einen ein Kind und Erwachsener mit glitzernden Augen an, während man sich einen Text für die Adoptionsanzeige und die negative Bewertung beim Handelsbewertungsportal ausdachte.
Jetzt war die Garage fair bepreist—unter dem EVP—und mit dem Geburtstagsrabatt war es vollkommen in Ordnung.

Bis wir dann zu Hause waren und Kirby nach einem Mähdrescher für die Garage fragte. Da setzten wir Ihn hin, und erklärten eine Einkaufssperre für in Kraft gesetzt. Bisher wollte er immer nur Bücher haben, Spielzeuge waren bisher nicht wichtig.
Ich muss Kirby dazu gratulieren, wie charmant und eloquent er den Besitzer auf seine Seite zog. Am Ende des Tages verbuchte er einen weiteren Verkauf bei einem Kunden und knnte seine U-Bahn Geschichten erzählen, während wir den lokalen stationären Handel unterstützten.

Nein, wir ließen uns überhaupt nicht über den Tisch ziehen.
Wir zogen uns selbst darüber.

+++

Der Arbeitgeber informierte uns darüber, dass wir bis in den Sommer im Kurzarbeitsmodus bleiben. Die Alarmglocken in meinem Kopf wurden durch die späte Mitteilung ein Stück lauter. Die innere Stimme—das Arschloch—erzählt mir die ganze Zeit davon, dass die Kultur ohnehin in den letzten Atemzügen liegt. Besonders in meinem Bereich. Bevor wir wieder über 5.000 Leute an einem Ort versammeln, rinnt noch ordernlich Wasser die Donau hinunter. Und ja, noch haben wir ein paar Aufträge zu erledigen, und beim Einblick in die Auftragsbücher reicht nur bis in den Sommer, aber da sind die Seiten leer.

Mein Energievorrat ist ebenso leer.
Mein Kopf war allerdings voll; voller Druck. Dazu braucht Kirby momentan nachts eine Schulter, und ich bin der erste der Ihn erreicht. Die Matratze seines Bettes und die Campingmatratze halfen dabei nicht unbedingt vor den Nebenwirkungen meines „Bewegungsprogramms“. Ich rechne damit, in Zukunft aufzustehen, während mein Arm im Bett verbleibt.

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