im Kohlekeller

Bekam ein paar zusätzliche Wartungsdienste gebucht. Nix großartiges, einmal Bereitschaftsdienst für den Fall, dass den Servicemenschen etwas elektrisch in die Quere kommt; das andere Mal kappe ich die Stromzufuhr des Gebäudes, und protokolliere das Verhalten der Sicherheitsanlagen. Und dann gehe ich nach Hause—nachdem das Haus wieder am Netz hängt natürlich.
Man versucht uns momentan darauf einzustimmen, dass wir im kommenden Jahr unsere Meldezettel auf die Firma ausstellen lassen sollten. Jeden Tag zumindest eine Buchung für Jeden. Ich fürchte, damit wird auch eine weitere Änderung unserer Betriebsvereinbarung erfolgen. Ich unterhielt mich lange mit einem Liebhaberkollegen darüber. Wir erkannten dabei Beide unsere Schwächen: ich bin ein Schwarzmaler, Er ist zu naiv. Im November wird er zum zweiten Mal Vater, und pocht auf Karenz. Beim ersten Kind ist er beinahe an einer Verwarnung vorbeigeschrammt, während ein Krawattenständer in der Saison drei Monate bei seinem Kind blieb.

Mein Chef plant momenatn zu kreativ. Ich wurde für einen Dienst gebucht, zu dem ich gar nicht pünktlich erscheinen kann, soll mir deswegen aber keine Sorgen machen.
Und wenn der Kunde ankommt und miich fragt wo ich in der Zeit zwischen geplantem und tatsächlichem Eintreffen war, wer macht sich dann Sorgen? Mein Chef bat mich deswegen zu einem Gespräch. Im Kalender steht noch kein Termin.

+++

Kirby hat die Freuchtplattern hinter sich. Vom Kindergarten hörten wir noch nichts, und die anderen Eltern hüllten sich in den letzten Tagen ebenfalls in Schweigen.
Die Frau nutzte die Quarantänezeit und Ihren, sowie den Impfstatus der Anderen aus, um Ihre Großeltern mit Kirby zu Besuchen. Sie blieben gleich über Nacht dort. Dass Kirby noch Zeit mit einem Teil seiner Urgroßeltern verbringen kann, und diese fit genug sind, um sich aktiv mit Ihm zu beschäftigen freut mich.

Dabei fiel mir das Foto ein, dass ich von Kirby und meiner Großmutter machte. Auf dem Foto sieht es aus, als würden die Beiden ein Gespräch miteinander führen. Beim betrachten erinnerte ich mich daran, dieses Foto nicht nur geschossen zu haben, entwickelt wurde es ebenfalls von mir.
Während eines Gespräches mit meinen Eltern, sprachen wir über meine Großmutter. Das war eine Frau die den Satz »Mach was, oder werde gemacht.« lebte. Und bei der Erkenntnis erkannte ich: Stolz war Sie wohl nicht auf mich. Den Satz kann man nur schwer mit mir assozieren. Aber der Einstellungsunterscheid lag wohl auch daran, dass sie zu Beginn des zweiten Weltkriegs auf die Welt kam, und als die Befreier vor der Tür standen damit beauftragt wurde, die Kinder in Sicherheit zu bringen. Und ich denke, dass hat Sie Ihr ganzes Leben lang gemacht, Leute in Sicherheit gebracht.
Als Sie noch lebte, und mich fragte wie man denn am besten Dinge zu Ihrem Patenkind nach Afrika bringen könnte, ohne dass Dinge verschwinden, dachte ich mir sie wäre naiv. Aber nein, Sie war getrieben. Da war jemand, dem Sie helfen konnte, und Sie schöpfte die Möglichkeiten aus.
Wieso müssen die Leute erst sterben, damit man ernsthaft über sie nachdenkt? Das Wort das mich in diesem Fall beschreibt heißt „Empathiebefreit“.

»Es wird Zeit wieder einmal mit meinem Bruder zu sprechen.« dachte ich mir.
Ich musste das Gespräch abbrechen.
Mir werden die Beschwerden zu viel. Das momentan Übliche. Er lässt sich nicht Impfen weil—also eigentlich schon, aber nicht im Betrieb, weil dort geht das keinen etwas an usw.. Und der Virus ist schon interessant, der muss ja gebastelt worden sein, weil er sich so gut an den Menschen anpasst. Und sicher ist das gefährlich aber…
Ich kann mir das nicht mehr anhören. Wir leiden auch noch an Schnupfen, der kommt wahrscheinlich auch aus dem Labor. Da gibts den einen Perversen mit Nies Fetisch bei den Illuminaten; mit 5G kann der dann alle Kameras in Echtzeit anzapfen und den Leuten beim Niesen zuschauen; und es gibt keine Heilung—auch nicht für ihn, der wird aus der Lust nicht mehr rausfinden und vor seiner Monitorwand verhungern. Und das Familie Gates die Scheidung einreichte ist ja logisch; der Bill hockte ja nurmehr bei seinem Kollegen hinter der Sneeze Cam. Aber für die brauchte er eine stabilere Internetgeschwindigkeit, ließ deswegen die Chinesen den Virus entwicklen und verbreiten, und jetzt verdient er mit der Impfung, baut die Leute in 5G Hotspots um, und kann Musik—verlustfrei—auch im Kohlekeller hören.
Manchmal braucht man eine Erinnerung daran, wieso man sich von manchen Menschen entfernte.

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