die Hälfte

Die Frau «eröffnete» unseren Jahrestag mit der Ansage «Wir sind nun mein halbes Leben liiert.» Und erst dachte ich, wie super das nicht ist: meine Lebenspartnerin ist dies schon ihr halbes Leben lang—die arme Frau! Das muss man aushalten…

Später an dem Tag hatte ich die Möglichkeit, sie in Ruhe zu betrachten, und da erkannte ich—zu meiner Schande erst dann—was für ein Privileg es ist, jemand beim Leben zu begleiten und den Veränderungen beizuwohnen. Ich durfte die Frau bei ihrer … «Frauwerdung» begleiten, in einer intimeren Rolle als andere Menschen in ihrem Leben. Ich habe Kollegen in meinem Alter, die Häuser an ehemalige Partnerinnen «verloren», und danach drei andere Beziehungen samt Umzügen und Rosenkriegen in der Vita der letzten zehn Jahre haben, aber von «ernsten Beziehungen» sprechen. Sicher meinen die es ernst, aber niemand erzählt, dass der Partner plötzlich den Kaffee anders umrührt, eine andere Erdebeermarmelade bevorzugt, die Bettseite tauschte, dass es sich plötzlich noch angenehmer anfühlt, den eigene Kopf auf dessen Brust rasten zu lassen oder dieser spezielle Geruch den sie haben, um eine Note erweitert wurde. Haus bauen, Auto kaufen, Kinder erziehen, und dann werden die Partner plötzlich deppat und hinterfotzig und Betrügen einen.

Besonders in den letzten Jahren hatten/haben die Frau und ich unsere Probleme, und bei allem Frust bin ich froh, sie mit ihr zu haben. Und ich denke ihr geht es ähnlich.

Das ganze ist wohl ein langer Text, der auch lauten könnte: Ich hoffe, dass wir auch die nächsten 20 Jahre jeden Tag erneut «Ja» zueinander sagen.

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