the options fade away

Die vierte Nacht bei Kirby verbrachte ich nicht auf der Gästematratze, sondern lag auf dem Spielteppich—und siehe da, es hinterließ keine Schmerzen. Nach ein paar Stunden auf der Gästematratze, war jeder Apparat den der Körper zu bieten hat, ein Stück Schmerz. Vier Stunden Boden hinterließen ein leichtes Ziehen im Nacken, welches sich in Wohlgefallen auflöste.

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Kirby bleibt trotz Schlafmangel, Fieber und Zahnen ein freundliches Kind.
Ich wünschte…alles was ich bieten kann ist eine Hand und eine Schulter. Und ich kaufte Ihm eine Motorrad von Siku—eine African Twin.
Er zeigte auf mich und sagt „Ich liebe dich.“ Dabei kennt er die Bedeutung der Worte nicht.
Er weiß nur, das es ein Satz ist, den seine Eltern sich sagen.

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Was sich bisher noch nicht auflöste, ist mein Konflikt was die Fotografie angeht.
Ich komme mit der x100f nicht zurecht. Ich experimentiere, dass half mir bei meiner ersten Ricoh GR—Digital III—, die Kamera als Werkzeug zu begreifen. Mir fehlt das Feedback der Kamera. Ich frage sie „Kann man das so machen?“ Und es kommt nur ein „Vielleicht.“ als Antwort zurück.
Kehre ich zurück zur analogen Fotografie? Rechtfertigt meine Handwerkskunst den Besitz des Werkzeugs?
Die Frau sagt dazu, ich mache mir zu viele Gedanken, es ist ein Hobby.
Ich mache mir Sorgen wie es wird, wenn mein Einkommen wegfällt…jeden Tag wirkt es, als würden die Leute in Blau am Ende über bleiben.
Ich bin müde.

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Die Frau begann damit, Community auf Netflix zu schauen. Sie verstand meine Begeisterung für die Serien vor zehn Jahren noch immer nicht—ich brülle manchmal vor lachen.

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Der Kopf des 1:1 Gundam ist fertig.1 Als nächstes schnallt man dem Ding ein Gewehr um, und wir haben die nächste Katastrophe.

Angst frisst Hirn.2, und führte dazu, dass ein paar Dodeln eine Verordnung gegen 5G Masten erwirkten, sich aber weiterhin der elektromagnetischen Strahlung derer Satellitenschüsseln, Stromleitungen, und 4G Antennen aussetzen…

1– gunjap.net
2– derstandard.at

166 :: verstörende Klänge

An einem Standort gab es einen Stromausfall—beim der Wiederherstellung des Ursprungszustands hatte sich einiges von der Beleuchtung verabschiedet. Wir sollen das in Ordnung bringen. Das hatten wir flott erledigt—mussten aber feststellen: drei Monate reichten aus, um die einstige Flexibilität eines menschlichen Körpers merklich zu mindern.

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Abends war ich alleine mit Kirby. In den letzten Monaten hatte ich diese Situation zwar oft, einen Gewinn an Sicherheit kann ich trotzdem nicht verzeichnen. Zum Glück lässt das Kind einen gut aussehen.
Bis zum erreichen der endgültigen Bettschwere dauerte es eine unüblich lange Weile—in der ich oft eingebüselt bin—, aber ich hatte viel gesungen. Vielleicht fand er dies verstörend.

vorbeigelaufen:

Hat man den Verschwörern erklärt, dass sie anderen Gs ihnen die Theorien ins Endgerät bringen?
5G und Corona: Peruanische Bauern nehmen Antennentechniker als Geisel

Leider wahr: Ethikunterricht: Dekane fordern Theologie als Bezug

166-2019 | 166-2018

Behold! The world eating machine!

– 2apr20 –

A street is being torn apart by a giant plant grower below the city.
Used to illustrate the amazing miniatures used in the japanese TV show Ultra !
aus Ultra Q ep.3: Mammoth Flower (マンモスフラワー, Manmosu Furawā)

Vormittags habe ich mir Kirby geschnappt und einen Spaziergang unternommen.
Zuerst dachte ich, es würde schwer werden eine Stunde unterwegs zu sein – wir haben 2h15 draus gemacht.
Die Leere ist mir erst heute so richtig bewusst geworden. Die paar Menschen die wir getroffen haben, haben Abstand gehalten. Ein Hundebesitzer hat mich freundlicherweiße schon beim erscheinen am Horizont darauf aufmerksam gemacht, dass sein Hund ein Problem mit Kindern hat – aber er war in ein robustes Geschirr mit Beiskorb geschnallt, da habe ich mir weniger Sorgen gemacht. Einen Sattel auf den Rücken, und es wäre ein Streitross für Kirby.

Der hat uns heute gebeten, Ihm die Galactus[1] Figur vom Regal auszuhändigen. Die Figur hat ein Soundboard verbaut, und Kirby hat den Ausführungen des Devourer of Worlds[2] amüsiert gelauscht, während er die Artikulationsmöglichkeiten der Figur erkundet hat.

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Bei ebay Tinte gekauft.
Die Versandkosten sind vom Angebot zum Bezahlbildschirm um 999 USD gestiegen.
Ein paar e-Mails später konnte der Kauf storniert werden.

Ich hoffe mein „Stammjapaner“ kommt im Mai auch wirklich aus dem Urlaub zurück. Weil er ein feiner Kerl ist und mich nicht ungut über den Tisch zieht.

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Die Haustiere des Nachbarn sind interessant zu versorgen: Schnecken und Raupen.
Kommende Woche werden wir die Raupen für die Schützlinge der Frau dokumentieren – da kann Sie ein paar Tage Beschäftigung für die Eltern und Kinder herausschlagen.
Ich habe vorgeschlagen, den Kindern die Mothra[3] Filme als Hausaufgabe anzuschaffen.

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Beraubt man Kindern mit Heimunterricht der Möglichkeit, anderer Lebensrealitäten kennenzulernen?
Mir ist bekannt, wieso Eltern die Bildung Ihrer Kinder gerne selbst in die Hand nehmen möchten, nur wirkt es für mich unabhängig von den Akteuren nach Indoktrinierung. So wie auf den Eliteschulen, nur wird das Weltbild noch weiter eingeschränkt. In den USA feiern sich da gerade ein paar neureiche Demokraten dafür, ihre Kinder nicht dem weißen Haus zu überlassen. Finde ich ähnlich gefährlich. Andererseits, am Tag vor den Schulschließungen bin ich an einer Schule im sechsten Bezirk vorbeimarschiert, und schockiert über den Spruch der Kinder gewesen. Wie rennt das erst bei uns im Brennpunkt?

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<Aluhut>

Mein Kanzler ist im Moment zu beschäftigt um über die Änderung der Riegierungsform in Ungarn nachzudenken – und der Koalitionspartner anscheinend ebenfalls –, außerdem ist das Epidemiegesetzt ausgehebelt worden, was bedeutet das ganz viele Unternehmen ganz viele Schulden machen werden, und diverse Unternehmer diverse Förderungen einstecken werden, ohne Jobsicherheiten anzubieten. Trotzdem wird man bei einem halbwegs positiven Ausgang der Situation dem Kanzler ein Denkmal setzen, und wenns oasch wird, werden Andere neben der Krot auch die Schuld fressen dürfen.

</Aluhut>


fußnoten

[1] Galactus
–en.wikipedia.org
[2] Marvel Masterworks Galactus speaks
–youtube.com
[3] Mothra
–en.wikipedia.org

15feb20

gerüttelt, nicht geschürt

Die ältere Nichte ist ganz aufgeregt wegen des Introliedes des neuen James Bond Films—No Time To Die—gewesen. Allerdings nicht weil sie das Franchise aktiv verfolgt, sondern weil man Billie Eilish dafür vor ein Mikrofon holen konnte. Wenn die den Mund aufmacht, hängt im Moment ein großes Publikum and ihren Lippen.
Heute hat die Nichte mich an der Hand genommen, und mit mir das Lied—welches traditionell nach dem Film benannt ist—angehört. Und ich bin enttäuscht davon. Aber nicht weil es schlecht ist, als Bond Anheizer passt es schon—aber nachdem man Phoebe Waller-Bridge als co-Autorin für das Drehbuch gewinnen konnte, habe ich angenommen, Frau Eilish wird einfach darauf losgelassen. Vielleicht ist sie aber auch—ob alleine oder mit anderen Kreativen—ohne externen Einfluss auf dieses Ergebnis gekommen.
Mein Vater hat bei der Gelegenheit beschlossen, mit der Nichte und mir den neuen Bond im Kino zu schauen. Da hat die Nichte „den Fehler“ gemacht, mich nach dem letzten Bond Film zu fragen, den ich im Kino gesehen habe. Das war 1999—The World Is Not Enough, mit Titellied von Garbage[2]. Sophie Marceau war eines der beiden „Bond Girls“ und Robert Carlyle hat den Wicht des Bösen verkörpert. Hat den Film deswegen nicht besser gemacht, im Kino war ich begeistert—was aber eher dem Kino selbst geschuldet war. Das war ein Kino im süden Österreichs—wo meine damalige Freundin lebte—dort hat man einen Balkonplatz in Komfortsessel mit einem Liter Cola für eine Packung Kaugummis bekommen. Wir haben oft den halben Tag dort verbracht. Im Fall von Meet Joe Black sogar nur mit einem Film. Ich bilde mir ein gesehen zu haben, wie der Blick der Nichte abgestumpft ist während der Onkel „vom Krieg“ erzählt hat.
Beim spekulieren über die vierte Staffel von Stranger Things[3] ist der Glanz wiedergekehrt.
Später haben wir uns sogar dazu entschlossen, die Nichte zu einem der Billie Eilish Konzerte im Nachbarland zu begleiten. Der Kartenpreis hat die Idee gegen eine Wand fahren lassen. Haben Leute in dem Altersegment ein so großes Spaßbudget, bzw. sind so viele Zahlungskräftige und Zahlungswillige in der Verwandtschaft? Meine teuersten Konzertkarten haben 150.- gekostet, und dafür habe ich mir den Schnupfen der Band abgeholt, weil wir in der Garderobe knapp zwei Stunden mit denen getratscht haben. Für den Kartenpreis den man für Billie Eilish möchte, backt man einen Kuchen mit ihr und bekommt ein Buch zum einschlafen vorgelesen. Aber das Merchandise ist halbwegs menschlich bepreist—was uns die Nichte da an Pop-Memorabilia gezeigt hat, ist Streckenweiße teurer, als der Konzertbesuch selbst.

man könnte altruistisch handeln

Ich habe den Fehler gemacht, meine Aufmerksamkeit auf eine der Societysendungen aus dem lokalen Fernsehen zu fokussieren. Man hat darin eine Spendengala besucht, bei der—no na—die vermeintlichen Geldsäcke in Menschengestalt zuerst angeflaschelt werden, damit sie später auf den Kontostand vergessen.
Mir ist erst dann aufgefallen, wie erbärmlich sich die Wohltäter inszenieren. Dem Pöbel wird über Print- und Fernsehwerbung das Gewissen geschwärzt und die Börse gelockert. Die Menschen mit Klasse werden hingesetzt und erst einmal eingestimmt. Als ob es auch nur irgendetwas bringt die Probleme unter Geld zu verstecken—welches ohnehin während seiner Reise zum Empfänger an Gewicht verliert.
Wo bleibt die Selbstlosigkeit? Auch wenn man andere im Unwissen davon lässt, eine Sache wie auch immer zu unterstützen, streichelt man damit das Ego, muss man dann auch noch sein Antlitz in eine Kamera halten und seine Marke bewerben. Es werden ohnehin Generationen vom Besitz dieser Menschen zehren, ohne Anstrengung und Leid. Vielleicht sogar unabhängig davon, wieviel Geld an dem Abend liegen gelassen wurde.


vorbeigelaufen

In den letzten Jahren habe ich bei Alan Watts[4] angestreift, es hat aber nie bei mir „emotional eingehackt“. Dieser Videoessay über das Buch I Am A Strange Loop[5] dass mir eine Idee davon vermittelt hat was „We are spirits in the material world.“ bedeuten könnte.
You are a strange loop
|youtube.com
Dazu ist die aktuelle Episode des Permanently Moved Podcast gekommen. Die „Kopien“ und „Schattenkopien“ die in dem Essay zu I Am A Strange Loop erwähnt werden, finde ich in dem Kontext „Clock time vs Plot time“ als passend.
301 – 2006 – Clock Time vs Plot Time
|permantenlymoved.libsyn.com
Wenn man Rituale als „synchron stattfindende Ereignisse“ sieht, an dem sich neben einem nicht nur die aktuell teilnehmenden, sondern alle Menschen, die in der Geschichte des Rituals jemals teilgenommen haben versammeln, kann man das wieder zu den Kopien der Schleifen anderer führen.
Wobei mir die Vorstellung davon, dass die anderen Schleifen als Farbe in meiner Schleife integriert werden—wenn man das Video schaut wird man das Bild verstehen—ein wenig besser gefällt.

Judging by the variant covers for DC’s anniversary books this year, the 1950s was a fine looking decade.
|waitwhatpod.tumblr.com
Die Cover schauen wirklich gut aus. Wäre spannend die Figuren auch wieder in diesen Designs in den Geschichten erscheinen. Bis auf Wonder Woman—bei der bin ich Unterstützer der Hosen, und da muss das restliche Kostüm angepasst werden.

Google redraws the borders on maps depending on who’s looking
|washingtonpost.com
Willkommen in der postfaktischen Welt….

The mattress landfill crisis: how the race to bring us better beds led to a recycling nightmare
|theguardian.com
Ich verzweifle langsam daran, dass alles Gift ist.

Old Musicians Never Die. They Just Become Holograms.
|nytimes.com
Im Artikel wird einmal die Phrase „adding to the illusion of a three-dimensional conjuring“ benutzt—und ich stelle mir solch ein Konzert vor, wie eine Seance. Gruselig. Andererseits, spannend wie die Menschheit ihre Kulturpraktiken anpasst.

Aluhut mit Stil….

Damit Scanners Fiktion bleibt

fußnoten

[1] Billie Eilish – No Time To Die
|youtube.com
[2] Garbage – The World Is Not Enough
|youtube.com
[3] Stranger Things 4 | From russia with love… | Netflix
|youtube.com
[4] Alan Watts
|en.wikipedia.org
[5] I am a strange loop – Douglas R. Hofstadter
|amazon.de