Herrscher der Ruinen

[ Tish Murtha’s Fotografie ]

Die Schwiegermutter borgte mir ein paar Fotobücher, darunter Tish Murtha’s Elswick Kids.

Bildrechte liegen beim Inhaber

Auch wenn weres eines der „heitereren“ Bücher in der Reihe von Fotobüchern, welche ihre Tochter veröffentlichteb ist, steckt darin ebenfalls das postapocalyptische Bild, guguvdas in Youth Unemployment allgegenwärtigdz ist.

Murtha vdokumentierte in den 80er Jahren die Ergebnisse der britischen Politik. Würde man es nicht besser wissen, könnte man meinen der zweite Weltkrieg wäre seit ein paar Tagen vorbei, und nur ein paar Jugendliche und Kinder wären übrig geblieben, welche sich die Ruinen zurückerobern.
Elswick Kids ist zwar im Ton rein wenig leichter, doch weiß man als Leser wie die Geschichte verlief.
Es erscheint mir aber auch, als würden die Fotos die Gegenwart—zumindest eine, welche immer wahrscheinlicher wird—zeigen.

Die Bücher—Youth Unemployment, Elswick Kids und Juvenile Jazzbands—waren leider nur per Crowd Funding erhältlich. Außer man hat Glück und findet ein Gebrauchtexemplar. Wie meine Schwiegermutter.

Ein Teil der Arbeiten von Tish Murtha sind auf ihrer posthumen Webpräsenz zu finden.

131 :: Inspektor Hirnzerstörer

Kirby ist unerwartet aufgestanden, hat sich ein Buch geschnappt und sich zum pinkeln auf seinen Topf gesetzt. So stolz ich auf Ihn bin, war es…erschreckend mitanzusehen. Jeder Entwicklungsschritt Richtung Selbstständigkeit fühlt sich wie „Deine Dienste werden nicht mehr benötigt, Vater.“ Er braucht mich wohl nurmehr als vorgewärmtes Kopfkisssen zum Mittagsschlaf.

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Wir haben damit begonnen, Lewis[1] nachzuschauen—eine Krimiserie, welche die weiteren Erlebnisse aus dem gleichnamigen Polizeibeamten aus der TV Serie Inspector Morse[2] erzählt. Hirnzerstörer TV, aber sehr britisch. Besser als sich mit YouTube Verschwörern das Denken zu rasieren.
Was ich allerdings sagen bzw. vor was ich warnen möchte, ist die Tonqualität der DVDs—die meisten Stimmen übersteuern.

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Apropos Ton: ich habe mich in den Kleiderschrank gesetzt und mich beim vorlesen aufgenommen.
Abends beim Probehören hat es mir die Zehennägel aufgedreht. Morgen werde ich die Mikrofone aus dem Regal holen, anscheinend sind die Primo Kapseln nicht ideal für Stimmen. ich muss sie allerdings auch einmal ins Feld ausführen, vielleicht liegt der Fehler an der Kapsel selbst. ich habe sie mir hinter die Ohren gezwickt, aber das erklärt das komische Rauschen nicht. Die Kapseln sind auch in den Uši Mikrofonen von LOM[3] verbaut, von denen bin ich begeistert.

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Anthony Daniels wird in I am C-3PO manchmal unsympathisch—ich habe das Buch zuendegelesen. Einerseits ist er der einzige Star Wars Schauspieler, der in jedem Film und vielen B-Canon Produktionen mitgewirkt hat, aber nur wenige kennen sein Gesicht. Die Wunde, die er in seiner Rolle als ambulante „Requisite“ erfahren haben muss bzw. durch das Kostüm erfahren hat, wird wohl nie ausheilen. Auch wenn George Lucas ihm einmal gesagt hat, dass er einen guten Job gemacht hat.
Meiner Liebe zu 3PO wird das geschriebene keine Abbruch tun—und was man Herrn Daniels nicht absprechen kann, ist die Liebe zu den Fans und der Wertschätzung deren Vertrauens. Und das war schön zu lesen.


[1] Lewis (tv series) —en.wikipedia.org
[2] Inspector Morse —en.wikipedia.org
[3] Uši microphones —store.lom.audio

131-2019 | 131-2018

Vorleseidee

Wäre es in Ordnung, Euch mit einer Vorleseprobe aus Dracula zu behelligen? In Deutsch und Englisch?
Das gibts bei Gutenberg in der Auswahl. Falls jemand einen anderen Vorschlag hat, nehme ich den gerne in die Auswahl auf.

128 :: morbide Faszination

Zum ersten Mal habe ich Kirby ganz alleine für den Kindergarten vorbereitet.
ich bin daran zerbrochen. So lieb und nett und freunldich er ist, es sind die kleinen Dinge die mich zur Weißglut bringen: beim Wickeln umdrehen wollen, „Papa, lass mich dir die Zähne putzen.“ und „Nein, ich will mir jetzt nicht die Zähne von dir putzen lassen.“

Abends ist die Frau in einer Besprechung gewesen—da hat mich Kirby wunderbar unterstützt.
Scheiße, da fällt mir ein: ich habe vergessen, Ihm seinen Badebecher zu geben.

Wenigstens beim Antreten des Mittagsschlafes ist alles problemlos abgelaufen.
Wir haben da ein Stofftier in Form einer Schnecke, für das er eine morbide Faszination hat. Einerseits holt er es sich jedes Mal vor dem Einschlafen und sagt dann auch „Schnecke“—und dann legt er es mit angekeltem Blick wieder zurück.

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Der Vortragende des Sprecherkurses hat eine Erinnerung an das stattfinden des Kurses ausgeschickt. Darin erinnert er auch daran, dass man doch bitte ein Buch und eine Hörfassung dieses mitbringen kann. ich bin durch die deutsche Abteilung unserer Bücherregale gestreift, und mich für Die Frau des Zeitreisenden[1] von Audrey Niffenegger entschieden. Leichte Kost. ich habe vergessen wie hölzern die Übersetzung wirkt.


[1] Die Frau des Zeitreisenden —de.wikipedia.org

128-2019 | 128-2018

Vernunft und Humanismus

– 10apr20 –

aus Ultra Q ep.6: Grow Up! Little Turtle (育てよ! カメ, Sodateyo! Kame)

Taika Waititi gibt mir Hoffnung, dass etwas besser werden könnte:

It’s so over the top now in the very best way. It makes Ragnarok seem like a really run of the mill, very safe film…this new film feels like we asked a bunch of 10 year olds what should be in a movie and just said yes to everything.

slashfilm.com

Fehlen nurmehr faire Löhne, Kapitalsteuern, ein universales Gesundheitssystem und vor allem Vernunft und Humanismus.

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Die Therapie ist heute ein Quell der Depression gewesen.
Seit Inkrafttreten der freiwilligen Ausgangsbeschränkung konferiere ich mit meinem Therapeuten über das Telefon. Zu Beginn habe ich das großartig gefunden – ich kann bei dem Gespräch liegen und den Plafond hypnotisieren. Aber heute ist es ein anstrengendes Gespräch gewesen. Die gefühlte Belastung wirkt in den eigenen Wänden – im eigenen Bett – schwerer. In der Praxis hat man die Möglichkeit des Ortswechsels im Hinterkopf…und jetzt fällt mir ein das ich das Gespräch beenden und den Raum hätte verlassen können. Jederzeit. Nicht einmal abheben hätte ich müssen.
Das Gesprächsthema war der Abschluss eines weiteren Lebensjahres, und wie ich in diesem – und den Jahren davor – nichts weitergebracht habe. Denn auch wenn es angenehm ist, Dinge für sich selbst zu machen – Podcasts, schreiben, lesen und Dinge besprechen –, den Großteil der Zeit verbringe ich in einem Job der zwar gut bezahlt ist, aber mich auffrisst.
Mein Therapeut meinte, ich sollte mich einfach für den Werkmeister anmelden, und meinen Arbeitgeber vor vollendete Tatsachen stellen. Kann man machen wenn man fixe Arbeitszeiten hat, und nicht von Tourplänen, Veranstaltern, Künstlern, anderen Technikern, C- bis Z-Prominenten und Lieferzeiten abhängig ist.
Oder bin ich einfach nur zu feige? Sollen sie mich rausschmeißen. So wie es im Moment aussieht, wird das ohnehin geschehen.
Was habe ich zu verlieren?

Nur ist es nicht der Meister den ich mir wünsche, sondern eine Tür die mich an einen Ort bringt, an dem ich mich nach mir fühlen darf.

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Kirby hat mich während des zu-Bett-bringen Rituals plötzlich umarmt – so fest, das ich mich einen Augenblick gefürchtet habe, seine Finger würden die Haut durchbohren und meine Rippen fassen.
Der Bub hatte einen müden Tag.
Ich auch.
Beim vorlesen hat es wieder viel Konzentration gebraucht, um sich wach zu halten.

Es gefällt mir, dass man schon eine Art Unterhaltung mit Ihm führen kann. Oft deuten wir, wass der Andere möchte, aber so lernen alle Beteiligten dazu.

Sein zweites Frühstück hat er ohne Aufforderung oder Erwähnung mit ein paar Enten geteilt.

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Seit ein paar Tagen lese ich Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein von Benjamin Maack, und es fällt mir schwer mir eine Meinugn dazu zu bilden. Mein Lesegerät sagt, das noch 30% Datei über sind, und ich bin gespannt darauf, ob sich in zehn Prozent mehr bei mir rühren wird.
Nein, jetzt wo ich darüber nachdenke fürchte ich, die Schilderungen sind ein Ausblick in eine mögliche Zukunft.