Buchidee

Mein elektronisches Buch zeigt mir im Ruhemodus andere Titel an, allerdings fehlt der Werbeintelligenz meine Zustimmung dazu, mein Leseverhalten für die angezeigten Titel heranzuziehen. Bisher wurden «romantische Komödien» angezeigt. Nun steht ein Genrewechsel an:

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Ich dachte bisher ich lese nur Mist.
Ja, wir brauchen Mist … aber Das? Wirklich? Na gut. Hat irgendwer Interesse an «Der Moment vor dem Moment bevor Du stirbst»? Geht un einen durchschnittlichen Ermittler, der psychisch ausgeglichen und ohne übernatürliche Fähigkeiten pünktlich Büroschluss macht, um sich um seine im Koma liegende Frau zu kümmern, und trotzdem alles und den Täter erledigt bekommt.
ABER im dritten Buch erfährt man, der Ermittler ist eine Tulpa, welche von einer jungen, intelligenten Zeitreisenden—die Frau des Ermittlers—erdacht wurde, die bei einem Ausflug in die Gegenwart durch den Konsum von Soja—welches in unseren Tagen nicht rein genug für die Körper der Zukünftigen ist—ins Koma fiel, und nun jemand braucht der ihr ein Medikament verabreicht, welches noch nicht erfunden wurde, weswegen sie den Ermittler ins Leben denkt, welcher im Zuge seiner Fälle die Entwicklung des Medikaments in die Wege leitet.

/ 2021-10-3
/ #journal #foto

auf eine Melange

2021-09-4/Journal/bücher/filme

Die ersten beide Dune Kritiken landeten in meinem Orbit—Slashfilm, rogerebert.com.
Schaut gut aus, aber ich bleibe bei meiner Meinung: Finanziell wird der Film enttäuschen—besonders durch die Möglichkeit den Film zeitgleich auf HBOmax sehen zu können. Kann man mit Datenträgern noch Geld verdienen? Ich begann in letzter Zeit wieder damit, manche Dinge auf Datenträger zu erwerben, aber die Norm ist das gefühlt nicht mehr.
Aber vielleicht sagt Warner «Ja, der Film bescherte uns rote Zahlen; nein, der zweite Teil kommt trotzdem.»

Aber um wieder zum Wüstenplaneten zurückzukehren: Nun ist dies schon die zweite «Übersetzung» des Buches, und eines der Probleme die dem Original anhaften, ist das «weißer Retter» Narrativ, welches im Film—in welcher Art auch immer—behandelt werden soll. Als ich das las fragte ich den leeren Raum «Ist der Timothée Chalamet nicht Kaukase?» und «Gibt es eigentlich Remakes von Büchern?». Oder gelten Bücher als unverrückbare Artefakte für uns?

Zum Abschluss ein Dune Witz:
Kennst du Dune?
Ja, ich bin ein großer Fan.
Das glaube ich nicht. Zähl 21 Figuren auf.
Duncan Idaho.

Run!

[gelesen] The Writer’s Tale: The Final Chapter – Russel T Davies, Benjamin Cook

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Bildrechte liegen beim Eigentümer

vom Buchrücken:
»For this new edition of The Writer’s Tale, Russell T Davies and Benjamin Cook expand their in-depth discussion of the creative life of Doctor Who to cover Russell’s final year as Head Writer and Executive Producer of the show, as well as his work behind the increasingly successful Torchwood and The Sarah Jane Adventures spin-offs. Candid and witty insights abound throughout two years‘ worth of correspondence, covering David Tennant’s last episodes as the Doctor and the legacy that Russell and David leave behind as a new era of Doctor Who begins.«

2007 hatte Journalist Benjamin Cook eine Idee für einen Artikel für das Doctor Who Maagzine: Headwriter/Producer/Showrunner Russel T. Davies—der die Serie 2005 wider Salonfähig machte—könnte doch den Prozess des Drehbuchschreibens Dokumentieren; die dritte Weihnachtsfolge würde sich anbieten.
Davies willigte ein, allerdings stoppte die Korrespondenz der Beiden nicht nach der Ausstrahlung der Weihnachtsepisode, sondern erst mit der Ablöse von Davies durch Stephen Moffat.

»The Show must go on.« ist ein Credo in der Unterhaltungsindustrie, nur sprechen die wenigsten davon, was dies den Beteiligten kostet. Davies beschreibt die Kosten offen, allerdings selten mit Wehklagen. Sein Schreibprozess beinhaltet Raubbau an seiner Gesundheit, aber er fürchtet, dass er ohne diesen nicht mehr die gewohnte Qualität abliefert. Dazu gesellen sich versäumte Zusammenkünfte mit Familie und Freunden, welche mit Kollegen, Journalisten und Fremden ersetzt wurden.
Oft spricht er von der Notwendigkeit dieser Opfer, weil der kreative Prozess der Mittelpunkt seiner Person ist; das Auge des Sturms.
Nach der Lektüre meine ich besser zu verstehen, wieso diverse Entscheidungen getroffen wurden: Budgetänderungen, die Finanzkrise von 2008, Terminänderungen, Davies‘ Biografie und der menschliche Faktor.

Es wird nicht nur von Dramen und durchgerauchten Nächten gesprochen. Die Freude am Prozess des Schaffens, der Übersetzung einer Idee in eine für Andere erlebbare Form, bleibt immer Präsent.

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