die Pesto Monologe

Sehe nur ich es, oder könnte Matt Berry Bud Spencer spielen?

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Im Moment klopfen die negativen Gedanken stärker an die Tür zum Bewusstsein als sonst. Mit den steigenden Neuansteckungen an an COVID19 Erkranten, den Plänen mit diesen Umzugehen und der inzwischen—subjektiv—bewiesenen Abnahme des Impfschutzes, wurde im professionellen Alltag hinter dem Backstagebereich wieder mit Knochen und Runen gewürfelt. Es herrscht diese … Stimmung—als würden nurmehr mit Borderlinesyndrom Diognostizierte bei uns werken. Keiner weiß, wie es dem Schiff geht, aber ein Teil läuft schreiend zu den Rettungsbooten, während der Rest die nächste Runde bestellt während die erste noch halbvoll auf dem Tisch steht.
Ich sitze derweil im Krankenstand, und bin nicht gut genug beieinander um mehr als ein Beobachter zu sein.

Schwitzen lässt mich momentan noch ein Termin beim Finanzamt. Das forderte Geld von mir, aus guten Grund wie sich herrausstellte. Ich habe zwei Gründe, die Forderung auszuschlagen. Einer davon ist Unwillen, aber das werden sie mir nicht akzeptieren. Der Andere Grund entlastet mich zwar, könnte jedoch eine Steuerprüfung nach sich ziehen. Da wird nichts dabei herauskommen—hoffentlich—, aber man muss die Unterlagen zusammensuchen, und abgeben, und das Paragraphen-Blabla fühlt sich an, als würde einem das Hirn rasiert werden.
Z.B. dauerte es eine Zeit bis ich begriff, dass es nicht ausreicht Einspruch gegen die Abänderung meiner Steuererklärung einzulegen, es muss ebenso Einspruch gegen die damit verbundene Zahlungsaufforderung eingelegt werden, sonst gilt diese trotz einer weiteren Prüfung der Abänderung.

Dann wäre da noch die Inflation und die ohnehin gestiegenen Warwasser- und Stromkosten, die noch weiter steigen werden.

Ok, es gibt etwas gutes vom Erwachsenenspielplatz:
Ein ehemaliger Kollege schrieb mir, dass man in seiner Firma jemanden mit meinem Lebenslauf zur Nachbesetzung einer Stelle sucht. Und es wäre ein Spaß, wieder mit Ihm zu arbeiten, ich müsste mich aber auch erst wieder auf knapp 20 Jahre Betriebserfahrung hinarbeiten…

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Als Familien teilen wir uns seit ein paar Wochen wieder eine Adresse, die alten Spannungen sind aber ebenfalls wieder da.

Viele Erziehungsentscheidungen der Frau empfinde ich als … «bösartig» ist das erste Wort, das mir einfällt, aber es ist wohl eher die Phrase «über den Kopf des Kindes hinweg» passender. Und das spürt Kirby, und trotzt. Und in diesem Mörser der Befindlichkeiten möchte ich nicht mehr aufgerieben werden.

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Der Therapeut wurde mir unsymphatisch. In der letzten Sitzung wurde sich etwas mehr Freiheit herausgenommen, als mir Recht ist. Es ist wohl das Beste, die Sache zu beenden.
Es ist allerdings spannend zu beobachten, wie selbst Fachpersonal meine Grenzen ignoriert.

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Als Absacker:
Nach einer langen Zeit hörte ich wieder eine Episode des Podcast 301 Permanently Moved. Der Titel The light is a headlight hätte eine Warnlampe sein können, ich hätte wohl nicht reagiert.

/  2021-10-24
/  #journal #die liebe familie #depression #professioneller alltag

wieso? weshalb? warum?

Fangen wir mit etwas guten an: Die neue Marvel Legends Figur zur «klassischen» Version, der Comicfigur von Hercules ist großartig.

marvel-legends-retro-collection-hercules
aus der Besprechung bei The Fwoosh
Bildrechte liegen beim Inhaber

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Die Bekannten in den USA sind derzeit begeistert von Sober Activities. Für mich war das schockierend, dass man sich hinsetzt, und darüber nachdenkt was man denn tun kann, ohne dabei Alkohol zu trinken… Wie bin ich bisher durch mein Leben gekommen?

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«Dante Alighieri, der alte Höllologe.»
Kommentierte einer der Liebhaberkollegen den 700ten Todestag des Dichters.
Und das war schon alles Gute, das man vom professionellen Alltag erzählen könnte.

Zum Thema «Einhaltung des Rauchverbots» tat sich … es gibt nun einen Aushang auf dem vermerkt ist, dass bei Nichteinhaltung zu dienstrechtlichen Konsequenzen anstehen. Derselbe Zettel, der bereits seit drei Jahren auf dem schwarzen Brett hängt, geschliffener forumliert.

Alles und Jeder ist am durchdrehen. Arbeitszeitgesetze und Dienstverträge wurden anscheinend ausgesetzt, es wird angenommen, wir kündigten unserem Privatleben die Freundschaft. Das Wort Loyalität wurde geäussert—zwar von Menschen, die ihrem Handeln nach nicht wissen, dass man auch anderen gegenüber Loyal sein kann—, zusammen mit Vertrauen, Neustart und abwerfen von Altlasten. Letzteres wirkte wie ein schlechter Scherz für uns, als wir die Altmetallcontainer nach Aluminiumprofilverschnitt durchsuchten, weil die im Handel nicht zu bekommen sind.

«Neustart» ist ein noch schlechterer Scherz. Die Situation in der Branche ist unsicher, weswegen ich verstehe, wieso das Unternehmen die Kurzarbeit bis zum Ende reitet. Nur steigen die Erhaltungskosten der Mitarbeiter, ohne Bezahlung der Zulagen.
Dazu fallen Kollegen aus dem «aktiven» Dienst, weil sie die Covid19 Sicherheitsbestimmungen nicht erfüllen (wollen). Deren Arbeitspensum darf man nun mitnehmen, was es mir schwer macht, kollegial zu handeln.

Die Frau meint, ich könnte mich beruflich verändern, und ich gebe Ihr Recht. Nur weiß ich momentan nicht, was ich machen sollte, wer dazu bereit ist mir mein momentanes Gehalt zu bezahlen und wie wir uns die Zeit einer Umschulung leisten können.
Oder spricht nur die Faulheit aus mir?

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Eine Kollegin der Frau hatte eine Buchveröffentlichung geplant, welches vorerst nur in digitaler Form erscheint, weil Papier anscheinend von den Kartonagenherstellern «verbraucht» wurde.
Muss man neben Klo- auch Druckerpapier zu den Nudeln legen?
Unser Kinderbuchhändler gab uns den Tipp, etwaige für Weihnachten geplante Buchkäufe alsbaldig zu tätigen. Ein Spielzeughändler ließ seine Kunden wissen, man solle noch vorbestellen was einer unbedingt haben will, denn es werde Preiserhöhungen und kürzere Produktionsfenster geben.

Mein Computer zeigt seit ein paar Monaten bereits an, dass er an seine Grenzen stößt. Und wir sollten auch an der Wohnung schrauben. Dagegen halten Kurzarbeitsentschädigung und gestiegene Erhaltungskosten. Die Aussagen über die temporär hohe Inflation gelten anscheinend nicht mehr, außer man definiert «temporär» als «bis zum Ende aller Tage».
Ich weiß, «alles Luxus», Sorgen mache ich mir trotzdem.

Ich möchte nicht mehr zur Therapie gehen. Fliegen wäre mir lieber…
Die Preise dort mussten ebenfalls angepasst werden, und wir einigten uns auf halber Strecke—was ich dem Therapeuten hoch anrechne—, aber ich frage: Was bringt es? Mir fehlt die Einsicht dafür, warum es mir besser gehen soll. Am Arbeitsplatz bin ich der pedantische Arsch, der einem das Rauchen madig machen will; zu Hause bin ich der Störfaktor in der Erziehung.

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Ein Beispiel für meine These, nicht genug zu leiden:
«Wieso Kirby wohl nicht beim Tanzkurs mitmachte?» fragte ich.
«Er ist es nicht gewohnt, dich bei solchen Aktivitäten dabei zu haben.» war die Antwort der Frau.
Was soll ich davon halten? Man reißt sich zusammen, um in einer sozialen Situation zu funktionieren, zu dessen Teilnahme mich Kirby bat, und dann liegt es erst wieder an mir, dass es nicht funktionierte. Wir sprachen darüber, und Sie beteuerte, es nicht so gemeint zu haben.
Ich kann es einfach nicht glauben.
Bleibe ich im Bett liegen, ist es schlecht dass ich nichts tue. Wenn ich etwas tue, ist es schlecht.

Ich würde gerne wieder mehr schreiben.
Aber wozu? Es kommt mir vor, als bekäme ich ohnehin keinen geraden Satz zusammen, oder verfasse Falschaussagen…

/ 2021-10-10
/ #journal #professioneller alltag #depression

spontane Existenzangst

2021-09-5/Journal

Ein Bekannter aus England erzählte davon, dass sich das Leben auf der Insel momentan wie die Geschichten seiner Bekanntschaften anhört, die ihre Kindheit und/oder Jugend in Ostdeutschland verbrachten.
Der Müll wird nicht mehr abgeholt, im Supermarkt steht man vor Platzhaltern die volle Regale suggerieren solle , und jede Anschaffung wird behandelt, als wäre es die letzte—in seinem Fall verabschiedete sich der Eiskasten.

Dazu kamen die Zahlreichen Artikel darüber, dass die hohe Inflation ja auch eine Chance sei—für wen?—, die an meinen Strand gespült wurden.
Wir werden auch heuer wohl mit einer Nulllohnrunde nach Hause gehen, wie soll es ohne neue Aufträge auch anders sein.
Kollegen aus dem Norden warnten uns bereits vor Beginn des Sommers: «Kunst bringt kein Geld mehr, die Leute wollen saufen.»

Und auch wenn ich das Verlangen nach Alkohol nicht nachvollziehen kann, meine ich, den Drang dahinter nun besser zu verstehen.

wenns heller blitzt


[ journal ]

Meine Schwägerin, angestellt im Gesundheitswesen, macht gerade Werbung gegen mRNA Impfstoffe weil man damit durch 5G kontrollierbar wird.
Am Arbeitsplatz waren ein paar Kollegen begeistert darüber, dass sie am Samstag wohl mit Hilfe der anwesenden Polizei, die Regierung hätten stürzen können; wenn man sich denn getraut hätte.
Eine Bekannte verlor die Fassung, weil sie zwar Skifahren darf, aber keine Strumpfhose fürs Kind kaufen kann.
Sankt Sebastian macht wieder alle Anderen dafür verantwortlich, dass seine Regierung letzten Sommer keine Vorbereitungen für z.B. eine zweite Welle trafen. Wie oben erwähnt: 10.000 Menschen riefen am vergangenen Samstag nach seiner Absetzung, da war ihm
wohl auch anders zumute. Abseits erklärt er in einem Interview, dass am 8.02. nicht unbedingt Lockdown Ende ausgerufen werden muss—was in der momentanen Entwicklung ja logisch erscheint, aber den Souverän wohl nicht friedlicher stimmen wird.
Die Caritas in Oberösterreich meldet einen Anstieg an häuslicher Gewalt von 49%.

Ich habe mehr Angst vor dem ersten Stein, als vor Sars-Cov2—bitte nicht als Verharmlosung verstehen, ich habe einen Verwandten der momentan mit den Folgen ringt. Wir reden von Gesellschaft und Zivilisation, aber im Moment sieht man wieder: wenn es heller blitzt, sind wir bereit Jungfrauen zu opfern, damit es aufhört.
Ich fürchte, wir werden uns nicht mehr aus dem Haufen schaufeln können. Vielleicht werden wir wieder in der Rolle eines Gemeinschtsmitglied funktionieren, in die Augen werden wir uns aber nicht mehr schauen können.
In den Spiegel wohl auch nicht.

schaffen

Die Papierproben von Blurb und die Testpublikation von Magcloud lagen im Postkasten. Es ist tatsächlich ein anderes Gefühl, Fotos gedruckt in Händen zu halten.

blurb-swatch-kit

In den letzten Monaten verstand ich erst, dass ich meine Fotografie nicht für Andere betreibe, nicht für deren Likes und Retweets. Es war eine Art, das fehlende Lob meiner Eltern zu kompensieren, aber dieses Lob werde ich von meinen Eltern nicht mehr bekommen und von den Menschen da draußen erst recht nicht.
Ich fotografiere für mich. Es ist ein Weg mein innerstes darzustellen. Zu reflektieren. Es ist auch ein Berg an dem ich mich abarbeiten kann.
Ich werde mehr drucken. Für mich.
Es klingt egoistisch und eigentlich wiederstrebt mir der Gedanke, aber ich möchte mich endlich einmal selbst ehrlich glücklich machen. Auf die Frage „Ist es das, was du wolltest?“ Möchte ich nur ein einziges Mal ein „Ja.“ hören.