Unser Drucker… Den schufen wir um 2010 auf Empfehlung des älteren Schwagers an – dessen Expertise ich vertraue, weil bei der als Teilselbstständiger ein Kenner verlässlicher Bürohardware ist. Mit dem Ende der Garantie- und Gewährleistungsperiode begannen die klischeehaften Probleme, die so ein Drucker eben macht: Papierstau obwohl er gar kein Blatt einzog, oder die Duplexeinheit – für beidseitigen Druck – bemühen muss; Kommunikationsschwierigkeiten per Kabel und übers Netzwerk; plötzlich steigender Tintenverbrauch. Letztes Problem konnten wir kurioswrweise mit einem Wechsel zu Tintenpatronen von einem Dritthersteller lösen – der das Leergut reinigt und neu befüllt. Das Kommunikationsproblem erledigte sich eines Tages von selbst; was inzwischen zu einem permanenten Problem wurde, ist der eingebildete Papierstau. Eine Reinigung der Walzen änderte nichts, und der Kundenservice konnte sich da auch keine Erklärung zurechtzimmern.
Oft schlug ich der Frau vor, doch ein neues Gerät anzuschaffen, was immer mit einem »Können wir machen.« kommentiert wurde, aber wenn es dann darum ging eine Entscheidung zu treffen, gab es keine Antwort, und auch keine Nachfrage wie es denn nun um den neuen Drucker steht. Deswegen entschied ich, meine Druck- und Kopierbedürfnisse im Copy-Shop zu erfüllen. Die haben aber Öffnungszeiten, ich habe ausserhalb dieser zu erledigendes Druckwerk, und am Ende stehe ich mit Blick auf den Boden gerichtet vor der Papierstaumeldung, und beruhige mich mit dem Gedanken, den Drucker mit einer Walze zu überrollen – in meiner Vorstellung schreit er Dinge wie »Mein Gott, sterben tut so weh.« An einem Donnerstag um fünf Uhr früh war wieder einer der Momente, in denen die Zeiten sich nixht überlappten. Aber die Frau bot mir an, mir etwas auszudrucken, und da riss mir die Hutschnur »Ich will dass Du aufhörst dieses Gerät zu verteidigen!« kam mir daraufhin aus. Eine Glanzstunde – ich verzweifle daran, keinen Druckauftrag mehr erledigen zu können. Die Statistik bevorzugt zwar die Frau als erfolgreiche Auftraggeberin, aber das ist auch keine Garantie dafür, dass es immer funktioniert.
Meine Antwort war eine Ersatzhandlung für die Enttäuschung darüber, dass die Frau es nicht ernst nahm, als ich sie um eine Vermittlung an einen Kollegen für eine Austestung auf Autismus bat. In vielen Gesprächen über ihre Patienten finde ich stärkere Versionen mancher Verhaltensweißen wieder. Die Frau wieß mich mit scharfem Ton ab. Ich würde nur gerne wissen, wieso ich so bin.
Allgemein fühle ich mich in unserer Beziehung momentan nicht wohl – mehr wie ein gedulteter Mitbewohner, als ein Ehepartner.