unerfüllbar

Ich wünschte, mich auf eine Wiese legen zu können, an einem Spätsommertag, und einzuschlafen. Und während ich schlafe, würde mein Körper zu Sand werden, dem feinsten Sediment, welches der Planet je sah. Und während der Wind meine ehemalige Behausung verträgt, vergisst man mich; bis ich nurmehr ein fernes Echo bin, welches die Hörenden als Fabrikation ihres Unterbewusstseins abtun—ein Albtraum, der nun vorbei ist.

Welttag der geistigen Gesundheit

Als ich gestern von meinen Sorgen und Problemen erzählte, bekam ich nur den leeren »Ja eh, aber behalt deine Scheiße für dich.« Blick.

Bis zum Welttag der Selbstmordprävention, wenn ich den Leuten nicht genug erzähle…

die Ruhe

Die letzten Tage verbrachte ich alleine—wenn ich zu Hause war. Die Ruhe war befreiend. Ich genoß die Einsamkeit, die Unerreichbarkeit.
Am Arbeitsplatz hatte ich Dienst mit einem Liebhaberkollegen. Nach zwei Tagen störte mich seine Präsenz. Beim Atmen klickt dessen … da klickt etwas; und dauernd muss er etwas essen das knirscht oder kracht.

Mein Bruder ist inzwischen in seiner letzten Entwicklungsstufe angekommen: er spricht jetzt nurmehr davon, das alle Anderen deppat sind, und er ja der Edelste ist, weil er sein Unternehmen am Laufen hält. Sonst wäre er ja schon Kalif an Stelle des Kalifen.

Was ist so schwer daran zu verstehen, dass es Menschen gibt die gerne alleine sind? Wieso meint man, Menschen wie mich »zu ihrem Glück zwingen« zu müssen?

/ 2022-Mai-9
#journal

nichts gutes

:: journal ::

Kirby wird am Gehör operiert. Es kann gerettet werden, die Frage ist nur wie viel. Es heißt, bis zum Ende des Jahres wird sich schon alles einspielen.

Momentan ist es so, dass wir Musik und Hörspiele—je nach Titel—unangenehm laut abspielen müssen, um Kirby zu ermöglichen, es auch zu hören.
Im Straßenverkehr nehmen wir ihn »an die kurze Leine«. Es muss komisch wirken, wenn wir ihn manches Mal wegen Nichtigkeiten anschreien.

Es war vor ein paar Wochen noch sehr dringend, Kirbys Arzt meine Krankengeschichte zur Verfügung zu stellen, um den weiteren Behandlungsverlauf einer anderen Baustelle zu planen. Es kam bisher keine Antwort.
Ich sehe das—noch—als gutes Zeichen.

Von Weltraum und Biber Videos, änderte sich Kirbys Fokus auf das Tauchen—Apnoetauchen interessiert ihn besonders. Vielleicht weil es fliegen am ähnlichsten ist? Beim spielen mit Figuren fragt er meist danach, ob jemand fliegen kann; »Die können was wir wollen.« antworte ich dann.

Als Vater finde ich mich noch immer nicht zurecht. Vor allem, weil man Vätern zu jedem Scheiß den sie mit ihren Kindern machen gratuliert, während man es von den Müttern verlangt.

Es stehen noch ein paar Elternabende zu den Themen »Gewaltprävention« und »Umgang mit Medien« an; beides wichtig und richtig, nur bin ich mir unsicher, ob mich das Vorgetragene »ungefärbt« erreichen wird. Ich wurde mit Medien alleine gelassen, und mein Zugang dazu ist dadurch verzerrt, und ich empfinde viele Ratschläge und Analysen als Tadel an meiner Person. Die Frau spricht herblassend darüber, dass ich lieber vor dem Fernseher oder einem Buch saß, was für mich eine Entwertung meiner Kindheit bedeutet.

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Ich ging—berufsbedingt—wieder unter die Uhrenträger. eine Casio G-Shock. Ich trug vor Jahren eine einfache Casio Uhr, welche beim arbeiten beschädigt wurde; aber noch als Stoppuhr für die Filmentwicklung perfekt war—bis ich Massive Dev entdeckte. Die Frau schlug eine Casio G-Shock vor. Aus meiner Kindheit kannte ich diese nur als überdimensioniertes Gimmick, dabei sind das stabil gebaute Zeiteisen. Ich entschied mich für das Basismodel mit Solarpanel zur Akkuladung; welche mich an eine Uhr aus meiner Kindheit erinnerte, welche man mit Wasser betrieb.

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Der professionelle Alltag ist momentan irrer als je zuvor. Ein Liebhaberkollege verließ das Unternehmen, ein zweiter erholt sich von zwei Herzinfarkten—und wird wohl seiner Gesundheit wegen eine berufliche Veränderung anstreben.
Xenophobie, Misogynie und die inzwischen aus der Mode gekommenen Arbeitsbedingungen halten die Zahl an Interessierten niedrig.
Das Kollegium reagierte darauf »Wir müssen halt reinbeißen.« Ja eh; aber wie lange? Auf mich ist man derzeit schlecht zu sprechen—dumme Sache, wenn man Scheiße über einen Kollegen erzählt, ohne dessen Abwesenheit zu verifizieren—, weil ich meine Freizeit nicht freiwillig aufgebe. Meine Argumente: ich bin keine 20 mehr und brauche die Regenerationszeit; mein Kind ist nur einmal in dem Alter, und ich will mich nicht wie die »Schönwetter Papas« bei uns fragen, was denn alles falsch lief bzw. sagen »Hätte ich mir doch damals mehr Zeit genommen.«

Mir lief eine interessante Lehrstelle über den Weg, aber natürlich einem Tag nach Annahmeschluß. Schickte trotzdem meine Unterlagen ab.

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Meiner Mutter geht es schlecht. Sie meint, ihrer Mutter am Ende ihres Lebens nicht gut genug geholfen zu haben. Und das ihre beiden Kinder Probleme mit Alkohol und Depressionen haben, lässt sie an mancher Entscheidung zweifeln, welche sie für uns traf.

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Ich bin wieder an dem Punkt, an dem mich der Gedanke daran einmal zu sterben, und dies sogar durch mein Wirken veranlassen zu können, beim einschlafen hilft.
Die Tage haben kein Ende mehr—manchmal nicht einmal Schlaf. Es scheint nurmehr Momente zu geben, in denen man meint Anwesender zu sein, als in dem zuvor.
Und egal wo man ist, es sind laute Menschen dort, die alle irgendetwas von einem wollen—oder gar fordern.

ein Teil von ihm?

Die Depression frisst meine Gedanken gerade auf.

Aber ich konnte über folgende Ansage lachen:
The shit of Theseus. Is it still part of him, when it leaves his body, replaced by new shit?

Alter schützt vor Blödheit nicht.
Humor kann man nicht lernen.

[Kontext] Schiff des Theseus

/ 2022-02-19
#journal  #humor  #philosophie