wie funktioniert Film?

Das folgende Video geht darauf ein, und zeigt den Alltag eines US amerikanischen Filmlabors.
Und es vergeht wie im Flug und erinnerte mich wieder daran, dass ich diese verdammten Nachtsichtgeräte zusammen mit den Kosmonautenhelmen hätte kaufen sollen. Erstens wegen der Dunkelkammer; zweitens weil die Helme noch die Mikrofonie enthielten und damit beibahe tragbare Aufnahmeräume waren.
Youth is wasted on the young …

Die Jugend verschwendet ihre Jugend.

:: fotografie ::

dasselbe

Von einem Moment auf den Anderen bekam Kirby Fieber, welches sich nicht dauerhaft in den Griff bekommen ließ.
Abends machten wir und auf Rat unseres Kinderarztes auf den Weg ins Krankenhaus. Es war nicht viel auf der Ambulanz los, und in zwei Stunden war die Geschichte auch wieder vorbei. Diagnose: Hand-Fuß-Mund Krankheit. Die Punkte auf Händen und Füßen waren tagsüber nicht erkennbar, und wegen seiner trockenen Haut gingen wir von Überhitzung aus.
Die Untersuchung ließ er mit minimaler Gegenwehr über sich ergehen; er war ganz aufgeregt von der Idee, ins Spital zu fahren.

Ich sudere zwar ständig wegen der fehlenden Buchungen und Kurzarbeit, aber in dieser Situation war es gut, dass ich ohnehin frei war, und mich tagsüber um Kirby kümmern konnte. Meine Eltern ließen es sich nicht nehmen, und halfen mir dabei. Und ich war froh darüber, denn wenn das Kind regelmäßig auf 40 Grad Körpertemperatur aufheizt, kommt in einem eine gewisse Panik auf.

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Die Frau musste in einem Job Überstunden abbauen, und im Anderen gab es eine Woche ohne Termine; also packte Sie Kirby ein und die Zwei fuhren »in die Heimat«.
Die Zeit hätte ich für Entspannung nutzen wollen, musste mich dann aber erholen. Bei einem Sturz bediente ich mir das Bauchfell und legte mir eine Gehirnerschütterung zu. Abends bekam ich dann noch Fieber, welches mich ein paar Tage begleitete.
Dementsprechend ist meine Stimmung. Ich konnte zwar ein paar Sachen für die … Psychohygiene erledigen, aber Entspannung sieht anders aus.

Es sind die Kleinigkeiten im Umgang mit Menschen, die mich anstrengen. Jeder spricht nur von Covid19, was verständlich ist, aber gibts nicht noch andere Hobbies als Alkohol im freien, Alkohol beim Wirt und Impfen macht magnetisch.
Ein Nachbar tratschte über seine—mir ohnehin bekannte—Krankengeschichte, trotzdem ich gerade den Wocheneinkauf in Rucksack und Arm nach Hause trug. Ich könnte lernen zu sagen »Hearst, mir feun de Astln oh, und de Urwaschln ah.« Aber es gab mir auch zu denken—ob ich ebenso nur immer dasselbe rede?

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Die Frau schenkte mir eine Aufbewahrungsdose für 35mm Rollfilm, und die Schwiegermutter überließ mir einen Packwürfel, in dem Sie Ihre Fotoausrüstung transportierte. Jetzt könnte ich doch eigentlich ausrücken und fotografieren.
Aber etwas fehlt.
Eine Rolle konnte ich ausbelichten und beim entwickeln packte mich wieder die Mischung freudige Ungeduld und »Leichtsinn«—ich belichtete die Rolle nicht konstant, und entschied mich dazu, sie bei der angeschriebenen Empfindlichkeit zu entwickeln. Es sind ein paar Erinnerungen auf dem Film—es wird interessant ob Kirby denen ablehnend gegenüberstehen wird—, aber abgesehen davon, nur nichts-sagendes. Haben sie denn bisher etwas gesagt, meine Fotos? Oder immer dasselbe?

Hand-Fuß-Mund Krankheit | wikipedia.org
Arm nach Covid-19-Impfung magnetisch? | focus.de
• »Mir faulen hier Arme und Ohren ab.«

schwindelerregend

Die letzten Tage fiel die Tagwache für mich auf 03:00—der Kunde nahm durch die Erleichterungen der Maßnahmen gegen die Verbreitung von Sars-Cov2 den Probenbetrieb wieder auf, und wir hätten dabei gestört. Also schoben wir den gesamten Arbeitstag um ein paar Stunden nach vorne. Eigentlich eine tolle Sache, denn man kann Mittags in die Freizeit abbiegen. Und vor 20 Jahren hätte ich das noch mit einem pfeifen getan. Ich weiß nicht wie es schaffte mich munter zu halten, bis Kirby einschlief. Und als ich dann im Bett lag war ich wieder „wach“, nachdem ich ein erleichtertes Seufzen in die Welt entließ.
Dazu stieß ich mir an zwei Tagen den Kopf an derselben Stelle—sowohl an meiner Glatze als auch an dem Dachträger—, und legte mir damit einen zünftigen chronischen Schwindel zu, der auftrat sobald ich mich hinlegte. Fürs Erste hat es sich einmal wieder ausgeschwindelt.

Im professionellen Alltag lag nach wie vor diese entspannte Anspannung in der Luft. Diese hat allerdings an Entspannung verloren, seit der Chef des Arbeitsmarktsserive im Fernsehen verkündete, dass man nicht jeden Job retten wird. Da stimmte auch der Finanzminister mit ein. Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, sparen konnte keiner, viele leisteten ihren Dienst trotz Kurzarbeit in Vollzeit, die Leute sind geschunden vom Homeoffice und ihren Kindern … und heute die Diskussion wie es denn weitergehen könnte. Heuer steht kein großes Konzert für uns auf dem Plan—2022 sind sie—vorerst—prall gefüllt. Bis dahin muss man aber erst einmal Geld verdienen. War jedenfalls ein entspannt Angespanntes Gruppentelefonat.
Und die ganze Zeit musste ich währenddessen an die Obdachlosen im Bus denken, welche diesen als nächtliche Schlafstätte nutzten. An einem Tag hatte einer davon eine Flasche Schnaps dabei—vom Geruch her Marke Witwenmacher—, welche Ihm durch die zügige Fahrweise des Fahrers aus der Hand fiel. »Schaut’s net so deppat, es sads schuid.1« rief er durch den Bus. Und er hat Recht, es wäre die Aufgabe der Gesellschaft zu helfen—aber die verlässt sich gerade auf eine Regierung, deren Vorsitzender Gegenstand einer Ermittlung ist…

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Kirby werden wir von nun an öfter im Kindergarten schlafen lassen. Er fragte uns, ob wir Ihn nicht länger dort lassen können, damit er länger bei den anderen Kindern bleiben kann. Wir haben das Gefühl, dass in seiner Gruppe alle Kinder sehr gut miteinander auskommen, und der braucht die sozialen Kontakte. Es ist schön zu hören, dass er den Jüngeren hilft und mit den Größeren spielt. Und ich denke, da ist auch etwas dran—wenn ich Kirby abhole, kommen die Kinder meist zu mir und erzählen mir davon, was Sie alles machten und wie es Kirby geht.

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Ich schaffte es, seit Beginn des Jahres vier Bücher zu lesen. Ich weiß, es gibt Menschen, die lesen pro Woche ein Buch—für mich ist dies allerdings eine ähnliche Leistung. Ich schlief dafür zu wenig.

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Mein Schwager lieh mir eine Kamera, damit ich fürs erste wieder Film benutzen kann. Er kauft inzwischen Film als Meterware und spannt den in Filmdosen aus Kunststoff. Stelle ich mir beim öffnen angenehmer vor. Und netter für die Umwelt—abgesehen von der Chemie usw..

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Ich könnte mich zusammenreißen. Würde gerne über ein paar Fotobücher schreiben. Und über das Foto, welches mich bis heute „verfolgt“.
Aber jetzt setze ich mich erst einmal vor Gamera 3: Revenge of Iris.

:: journal ::
1 »Schaut’s net so deppat, es sads schuid.« = »Schaut nicht so dumm, ihr seid Schuld.«
AMS-Chef Kopf: Es können nicht alle Arbeitsplätze erhalten werden | derstandard.at
Blümel will einige Corona-Hilfen auslaufen lassen | derstandard.at
Gamera 3: Revenge of Iris | wikipedia.org