lustige Anekdote

[ journal ]

Ich freue mich auf das Ende der Weihnachtszeit. Die Adventskalender, Weihnachtslieder und Basteleien stören mich heuer gewaltig. Die Frau räumte Kirbys Medienwiedergabegerät randvoll mit saisonalen Klängen, und auch wenn da kontemporäres Zeug dabei ist, kann ich es nicht mehr hören.
Dazu kommt der Aufwand wegen des Adventkalenders…als wir uns über Erziehung unterhielten, untermauerte ich, dass ich die kirchliche Indoktrination bei Kirby verhindern will. „Auf jeden Fall.“ war die Antwort der Frau — und jetzt kommt der Nikolaus, Adventskalender, Christkind, Weihnachtslieder, das komplette Programm. Es ist frustrierend. Und wenn man fragt, ob man die Musik abschalten könnte, bekommt man „Da musst du ja nicht so aufgebracht fragen.“ als Antwort. Muss ich — ich erinnere mich daran, dass wir entschieden, genau diese Intensität an Feiertagsirrsinn nicht zuzulassen, entsprechend enttäuscht reagiere ich.
Die Menschen um mich sehen es wohl als lustige Anekdote, dass ich an meinem 18ten Geburtstag gleich nach dem Aufwachen meinen Pyijama gegen Straßenkleidung tauschte, um als Erster bei der Bezirksverwaltung vorzusprechen, um den Austritt aus der Kirche auf den Weg zu bringen. Ich will mein Leben frei von Religion und damit verbundener Tradition verbringen. Und da werde ich wohl weitere Mauern aufstellen müssen…dabei haben wir auch ohne diese keinen Platz.

Etwas, dass ebenfalls ein Witz für die Menschen in meinem Umfeld zu sein scheint, ist meine seit neun Monaten andauernde Kurzarbeit. „Du bist ja ohnehin im bezahlten Urlaub.“ ist eine Aussage welche ich unterschreiben würde, nur fühle ich mich seit 2013 nicht mehr, als hätte ich einen freien Tag gehabt. Und seit Kirby in meinem Leben ist, gibt es keine Freizeit mehr. Außerdem, bezahlter Urlaub: das Geld das ich gerade bekomme, kommt aus dem Steuertopf in dem ich vorher 18 Jahre einzahlte, das fehlt hintenraus!
Mir fehlt die Zeit zum abschalten. Früher fand diese auf dem Weg an und zurück vom Arbeitsplatz statt; seit dem Überfall und der erfolgreichen Verlegung des Drogenhandels in die öffentlichen Verkehrsmittel fiel diese Option weg. Dazu der fleischgewordene Wahnsinn am Arbeitsplatz…ich bin Menschen überdrüssig.

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Wir werden an den Massentests teilnehmen. Unser beider Arbeitgeber hat uns freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass es durch unsere Tätigkeiten durchaus gern gesehen wäre sich zu beteiligen.
Und Sankt Sebastian kann sich sein Narrativ ohnehin so forumlieren, dass er am Ende gut dasteht. Sind die Teilnehmerzahlen zu nieder, kann man Lockdown 3 damit rechtfertigen; nehmen genügend Menschen teil und die Zahlen sind gut, können wir Einkaufen und Skifahren, und gehen dann in Lockdown 3 weil alle Anderen undiszipliniert waren; nehmen genügend Menschen teil und die Zahlen sind schlecht, kann die Regierung schlimmeres verhindern — endlich.
Das stört mich derzeit: ich denke nicht mehr kritisch genug über meine Verschwörungstheorien nach. Ich denke, ich ließ den Pessismismus endgültig von der Leine.

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Ich besorgte Bücher für die Instagram Wichtelgruppe. Das Thema war „Überraschen mit Fantasy und Science Fiction, bzw. Sci-Fi Bücher die uns gefallen könnten“. Ich entschied mich für In Calabria von Peter S. Beagle — eine „lockere“ Fortsetzung von The last Unicorn. Ich laß es im vergangenen Sommer, und das Buch hatte einen entspannenden Effekt auf mich. „Den könnte es doch auch auf meine Wichtel haben.“ dachte ich mir — und ich hatte sonst einen Haufen Ideen, fühlte mich aber mit keiner Sicher1. Das Bücher ist außerdem schmal genug, um als Keil für wackelndes Mobiliar zweckentfremdet zu werden. Die Kosten für Besorgung und Versand haben mein Budget für diesen Monat geschmälert…ich hätte aber auch vermitteln können, dass ich heuer keinen großen Spielraum habe. Um auf den Punkt zu kommen: ein Wichtel teilte mir mit, dass Ihr Gesschenk für mich es wohl nicht schaffen würde noch 2020 anzukommen, denn sie hat mir ein Bild von dem Zeichner Mitch Gerards besorgt.
Ich möchte gar nicht wissen wie teuer das war.
Und fühle mich schlecht, weil ich wegen der Buchkosten mit den Zähnen knirsche.

Und: Nein, der Geschenkeaustausch findet nicht unter dem Weichnachtlichen Deckmantel statt, wir feiern den Colorist Appreciation Day — nur um 11 Monate zu spät. Coloristin Jordie Bellaire brachte Einen von uns darauf, als er ein Heft von Ihr signieren ließ.

1.. Meine Ideen:
The Black Company
Lord of Light
Dune
The Godmakers
2001 – A space odyssey
The shadow of the Torturer
Kenobi
Let the right one in
The Time Travellers Wife
The amazing adventures of Kavalier & Clay

optimale Grenze

[ journal]

Schein seit ein paar Tagen begleitete mich ein Schmerz im rechten Fuß. Er entstand im großen Zeh, ein gaaaanz leises Pochen kündigte ihn an. Und mit jeder Stunde die verstrich, wurde er lauter. So laut, dass er mich aus dem Schlaf riss weil ich glaubte, der Fuß würde abfaulen.

Es stellte sich heraus: ich hatte mir — wie auch immer — zwei Zehen gebrochen und auf einem hat sich eine Nagelbettentzündung entwickelt.
Und ich lag schief und beleidigte damit meine ohnehin schon beleidigte Schulter noch weiter.

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Am Arbeitsplatz wurde uns mitgeteilt, dass wir in dieser Kurzarbeitsphase eine Stundengrenze nicht überschreiten dürfen. Im Durchschnitt ist jede Nase bereits um 50 Stunden über dem Limit…einerseits muss Umsatz generiert werden um Ausfallförderugen zu bekommen, aber zu viel darf es dann auch nicht sein. Willkommen in Österreich; wo nichts zu gut sein darf.

Behold! The world eating machine!

– 2apr20 –

A street is being torn apart by a giant plant grower below the city.
Used to illustrate the amazing miniatures used in the japanese TV show Ultra !
aus Ultra Q ep.3: Mammoth Flower (マンモスフラワー, Manmosu Furawā)

Vormittags habe ich mir Kirby geschnappt und einen Spaziergang unternommen.
Zuerst dachte ich, es würde schwer werden eine Stunde unterwegs zu sein – wir haben 2h15 draus gemacht.
Die Leere ist mir erst heute so richtig bewusst geworden. Die paar Menschen die wir getroffen haben, haben Abstand gehalten. Ein Hundebesitzer hat mich freundlicherweiße schon beim erscheinen am Horizont darauf aufmerksam gemacht, dass sein Hund ein Problem mit Kindern hat – aber er war in ein robustes Geschirr mit Beiskorb geschnallt, da habe ich mir weniger Sorgen gemacht. Einen Sattel auf den Rücken, und es wäre ein Streitross für Kirby.

Der hat uns heute gebeten, Ihm die Galactus[1] Figur vom Regal auszuhändigen. Die Figur hat ein Soundboard verbaut, und Kirby hat den Ausführungen des Devourer of Worlds[2] amüsiert gelauscht, während er die Artikulationsmöglichkeiten der Figur erkundet hat.

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Bei ebay Tinte gekauft.
Die Versandkosten sind vom Angebot zum Bezahlbildschirm um 999 USD gestiegen.
Ein paar e-Mails später konnte der Kauf storniert werden.

Ich hoffe mein „Stammjapaner“ kommt im Mai auch wirklich aus dem Urlaub zurück. Weil er ein feiner Kerl ist und mich nicht ungut über den Tisch zieht.

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Die Haustiere des Nachbarn sind interessant zu versorgen: Schnecken und Raupen.
Kommende Woche werden wir die Raupen für die Schützlinge der Frau dokumentieren – da kann Sie ein paar Tage Beschäftigung für die Eltern und Kinder herausschlagen.
Ich habe vorgeschlagen, den Kindern die Mothra[3] Filme als Hausaufgabe anzuschaffen.

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Beraubt man Kindern mit Heimunterricht der Möglichkeit, anderer Lebensrealitäten kennenzulernen?
Mir ist bekannt, wieso Eltern die Bildung Ihrer Kinder gerne selbst in die Hand nehmen möchten, nur wirkt es für mich unabhängig von den Akteuren nach Indoktrinierung. So wie auf den Eliteschulen, nur wird das Weltbild noch weiter eingeschränkt. In den USA feiern sich da gerade ein paar neureiche Demokraten dafür, ihre Kinder nicht dem weißen Haus zu überlassen. Finde ich ähnlich gefährlich. Andererseits, am Tag vor den Schulschließungen bin ich an einer Schule im sechsten Bezirk vorbeimarschiert, und schockiert über den Spruch der Kinder gewesen. Wie rennt das erst bei uns im Brennpunkt?

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<Aluhut>

Mein Kanzler ist im Moment zu beschäftigt um über die Änderung der Riegierungsform in Ungarn nachzudenken – und der Koalitionspartner anscheinend ebenfalls –, außerdem ist das Epidemiegesetzt ausgehebelt worden, was bedeutet das ganz viele Unternehmen ganz viele Schulden machen werden, und diverse Unternehmer diverse Förderungen einstecken werden, ohne Jobsicherheiten anzubieten. Trotzdem wird man bei einem halbwegs positiven Ausgang der Situation dem Kanzler ein Denkmal setzen, und wenns oasch wird, werden Andere neben der Krot auch die Schuld fressen dürfen.

</Aluhut>


fußnoten

[1] Galactus
–en.wikipedia.org
[2] Marvel Masterworks Galactus speaks
–youtube.com
[3] Mothra
–en.wikipedia.org

28mar20

die „der Wiener“ Asana[1]

Nicht alle Bankfilialen stellen im Moment Personal hinter deren Schalter, sondern überlassen die Abwicklung der Geldgeschäfte den Maschinen im Foyer – ein Horrorszenario für die Senioren Österreichs, darunter auch meine Großmutter. Die hat sich bei mir über den Umstand beschwert, dass Sie mit der Situation alleine gelassen wird. Als Risikopatientin hat sie auf der Bank nur im Notfall etwas zu suchen, und ich habe schon vor 25 Jahren gepredigt: Bitte freundet Euch mit den Maschinen an, denn die werden die Menschen ablösen. Damals habe ich dasselbe gehört wie heute – ein Satz, der in der DNA und dem Weg der Österreicher steht –: Ich bin schon so alt, was geht mich das an. Sogar meine Eltern haben mir das zu dem Zeitpunkt gesagt.
Das Familientelefonat ist allerdings im Verlauf besser geworden. Wieso die Arbeitslosen eigentlich nicht für wichtige Arbeiten zwangsverpflichtet werden, hat man sich gewundert. Da bin ich aus der Unterhaltung ausgestiegen. Ich bin im Moment enttäuscht von diesen Menschen, die ständig die Sozialdemokratie beschwören, und dann solche Ideen äussern.

Die Verweigerungshaltung ist auch die Grundstellung bei den älteren Kollegen im professionellen Alltag. „Der Jugend fallen die neuen Sachen leichter.“ Ja, nur ist meine Jugend auch schon 20 Jahre her. Vor der Quarantäne haben wir ein neues Lichtpult zur Ansicht bekommen. Das Prinzip der Bedienung ist dem unserer jetzigen Konsolen ähnlich – trotzdem werden wir uns bei einer Umstellung die Handbücher gegen die Schädel schlagen und hoffentlich einen externen mit der Besorgung von Biervorräten zu einem Crashkurs überreden können. Vor zwanzig Jahren hätte ich mir das alles erspart, da hätte eine Geistesverschmelzung gereicht.

Und wo andere sich wehren, nörgle ich…es steckt in im Erbmaterial.

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Kirby hat ein Synonym für Nudeln: Bombroy. Auch wenn ich es nicht schaffen werde, möchte ich versuchen dieses Wort in den Duden zu bringen.
Oder zumindest ins Urban Dictionary.


[1] Asana
–de.wikipedia.org

4mar20

[update 6mar20:] Auf Hinweiß von Nell, habe ich den Ursprung des Textes aus der Anleitung zum Händewaschen vermerkt.

Wie gerne würde ich über die aktuelle politische Lage schreiben…
Um ehrlich zu sein: ich fühle mich inzwischen nicht mehr kompetent genug dafür. Es scheint ohnehin, als würde man nurmehr Marionetten sanktionieren. Keine Sorge, ich werde auch weiterhin bei jeder Gelegenheit an der Wahlurne erscheinen—es sind mir zu viele Menschen draufgegangen um deren Opfer mit einem Fernbleiben zu verhöhnen—, doch verstehe ich die Menschen, die es absichtlich nicht mehr tun.
Mich wurmt, dass alles was Österreich zu stande zu bringen scheint ist: Flüchtlinge bleiben draussen—gut das Grün in der Koalition ist—, und wegen Covid19 wird das Arbeitszeitgesetz ausgesetzt.
Wann wir es wieder einsetzen? Was wieder einsetzen?


Cutintotheearth liefert eine popkulturell unterhaltsamere Alternative zum rezitieren von Happy Birthday, um die Dauer einer Handwäsche als ausreichend zu bemessen: ein Mantra der Bene Gesserit aus Dune

Doctor Who

Die Frau und ich haben die Tardis[1] nach einer Runde mit Peter Capaldi verlassen. Wir schätzen Capalid’s Arbeit, aber unter Steven Moffat’s Leitung, ist uns die Serie zu selbstverliebt geworden—und Clara Oswald[2] ist mit der Zeit einfach…langweilig geworden.
Mit der elften Staffel sind wir zwar neugierig geworden, aber nach zwei Episoden haben wir darauf vergessen weiterzuschauen. Dabei ist Jodie Whittaker gut in der Rolle als Doctor, die neuen Begleiter sind ein interessanter Schnitt durch die Gesellschaft mit interessanten Beziehungen zueinander und die Effekte wirken zeitgemäßer ohne die „billige“ Ästhetik, ein Standbein des Charmes der Serie, hinter sich zu lassen.
Zum Finale der zwölften Staffel aber haben wir uns wieder vor den Fernseher gesetzt, um Ascension of the Cybermen“ und „The Timeless Children“—welche das Staffelfinale bilden—zu schauen.

Wie bereits erwähnt die digtialen Effekte wirken poliert und trotzdem handgemacht, die Farbpalette gibt dem ganzen ein kohärenteres und moderneres Gesamtbild und das Schauspiel gefällt—Jodie Whittaker und Sacha Dhawan[3] im besonderen.
Aber am Ende ist es wieder eine Nabelschau. Doctor Who hat so viele Möglichkeiten, aber am Ende scheint es immer nur um Gallifrey, den Master, Daleks, Cyberman, oder eine Kombination aus allen inkl. Retcon zu gehen.
Der Neujahrsepsiode werden wir allerdings noch eine Chance geben—uns gefallen beide die Judoon, und wir wollen wissen was mit dem Haus passiert.

Strange Adventures

aus Strange Adventures no.1 (2020)
Bildrechte liegen beim Inahber

Lange habe ich darauf gewartet, endlich ist es da: Strange Adventures no.1. Wieder widmet sich Autor Tom King einer weiteren, eher obskuren, Figur aus dem DC-Comics Universum, und wird sie in zwölf Heften in einen neuen Kontext setzen. Dazu bedient er sich seiner Zeit als CIA Agent in Afghanistan, und was diese aus ihm uns seiner Beziehung zur Welt und dem Medium gemacht hat. Dieses Mal lautet die Frage: ist Adam Strange ein Kriegsverbrecher? Mitch Gerards und Doc Shaner illustrieren die Antwort—Gerards hat seine skizzenhafte Art zurückgefahren und zeigt Adam Strange’s Buchtour durch eine analytische Brille, während Doc Shaner Strange’s Abendteuer auf dem Planeten Rann in Anlehnung an das Silver Age mit eloquenter Körpersprache zeigt.
Auch wenn sie im ersten Heft weniger Eindruck hinterlässt als The Vision, Mister MIracle oder Omega Men, ich bin dabei wenn der nächste Zeta Beam[5] eintrifft.

Vaterfreuden

Haben Kirby und ich etwa unseren Rhythmus für die Morgenroutine gefunden? Er kommt immer mit Büchern, die er vorgelesen haben möchte, und ich kann nicht „Nein“ sagen. Aber ich denke, ich habe gestern den Moment erkannt, in dem man Ihn vom weitermachen überzeugen kann.
Abends hat er mich herausgerissen. Es ist verblüffend, wie Er unsere Rituale and Abläufe verinnerlicht hat, und je nach seiner Stimmung anpasst. Ich bin unsicher, wenn ich Ihn alleine bettfertig mache, aber es macht den Eindruck als würde er weniger verspielt dabei sein, als wenn die Frau und ich Ihn gemeinsam betreuen.


vorbeigelaufen

Ich frage mich, ob man sich für The Batman bei Darren Aronofsky’s gescheitertem Batman Projekt[5] bedient.
The Batman’ Reveals First Look at the New Batmobile (And It’s Cool as Hell)
–slashfilm.com
Auf dem Papier finde ich die Idee gut, auf den Fotos…warten wir auf den Film.


fußnoten

[1] Tardis
–en.wikipedia.org
[2] Clara Oswald
–en.wikipedia.org
[3] witziges Detail: Herr Dhawan spielt in dem Film An Adventure in Space and Time den Regiessuer der ersten Doctor Who Episode: Waris Hussein.
–en.wikipedia.org
[4] Rann (ficitional planet)
–en.wikipedia.org
[5] 15 Things You Never Knew About Darren Aronofsky’s Canceled Batman Movie
–screenrant.com