Man fängt mit den Augenbrauen an

NHK veröffentlichte eine neue Episode Manben — eine Sendung in der Manga Zeichner Naoki Urosawa Kollegen über die Schulter schaut, und sie zusammen über den Prozess reden. Da gab es länger nichts Neues zu sehen, und jetzt kommen sie gleich mit Yasuhiku Yoshikazu daher. Sein Name sagte mir erst nichts, bis man Gundam erwähnte — da brannte zwar die Kerzenfabrik ab, aber das war schon alles, was ich von ihm kannte. Ich würde aber gerne ein paar Sachen von ihm lesen, weil mich der Zeichenstil an die ersten paar Mangas erinnert die ich in die Hände bekam.

Beim Gedanken daran, wie der Mann zeichnet, klappt mir der Mund auf: er denkt über das Layout nach, zeichnet die Paneele, und dann wird freihändig gezeichnet. Und der Prozess ist in dem Fall mit einem Bühnenmagier[1] zu vergleichen, der bei Saallicht und voller Bühnenbeleuchtung das Publikum auf die Bühne bittet, und ihnen dort seine Nummer vorführt, während er erklärt wie der Trick funktioniert. Das Publikum jedoch, ist durch das gezeigte Geschick und Erfahrung so fasziniert davon, was da gerade passiert, dass es trotzdem unglaublich wirkt.
Als Comicleser vergesse ich oft darauf, wie viel Erfahrung und Arbeit in einer Seite steckt; oft nicht nur von einer Person.

[1] Bezeichnet man die Zunft nun als Illusionist? Magier? Zauberer?

Reichweite

Beim schauen der Venture Bros. bekam ich eine visuelle Darstellung des Zustandes meines Inneren:

Ich habe allerdings keine Idee, was mein Klopapier ist…

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Kirby half mir beim Umbau eines Shure SM58 Mikrofons. Ich erfuhr, dass durch den Ausbau des Trafos den Ton verbessern soll. Der Ausbau selbst ist nicht besonders kompliziert, und verbessert die Aufnahmequalität des Mikrofons tatsächlich hörbar — wenn man sich anstrengt, um eine Ähnlichkeit zum SM7B herstellen zu können, muss man am Equalizer herumspielen und die Mikrofonkapsel in ein größeres Gehäuse umpflanzen.
Der Umbau lief problemlos ab, nur Kirby verlor das Interesse, nachdem er verstand, dass er warten musste bis der aufgeheizte Griff — der Trafo ist mit Kleber im Mikrofongriff fixiet — abgekühlt ist.

In den letzten Tagen brachten wir Kirby auf dessen Anfrage ein paar englische Worte und Phrasen bei. Auf dem Spielplatz lernte er ein paar Kinder von Expats kennen, und war frustriert darüber deren Sprache nicht zu verstehen. Und der Akzent der Kinder wurde von ihm als Frotzelei verstanden. Wir Eltern kamen zusammen — weil wir dachten, die Kinder hätten eine Rauferei veranstaltet —, und übersetzten für Kirby. Und in dem Aufwischer brachten wir den anderen Kindern und Eltern ein wenig Deutsch mit lokaler Färbung bei.

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In den letzten Tagen hatte ich viel Zeit für mich, welche ich dazu nutzte ein paar Medien zu konsumieren, die ich seit … teilweise Jahren aufschob. Beim schauen des neunten Crayon Shin-chan[1] Films, dessen Thema die Flucht in Nostalgie ist, musste ich über meine eigene Flucht in ein gestern nachdenken, welches ich so nie erlebte. Ich erlebte nicht die klassische österreichische Kindheit, aber auch nie eine US-Amerikanische oder Japanische. Aber ich bekam die Echos dieser mit, und baue mir nun eine Art Ersatzkindheit zusammen, indem ich Medien und Spielzeug aus den Regionen anhäufe. Andererseits, es gibt Menschen, die aktiv daran arbeiten die Zustände wie vor 1938 in Österreich wiederherzustellen, das sind nostalgische Phantomschmerzen die man mit Priorität behandeln sollte.
Der Film war super.

Der Mothra Film aus 1961 gefiel mir überraschend gut — bis das namensgebende Monster auftaucht. Nicht, dass mich die Effekte stören, im Gegenteil, Tsuburaya-sama und sein Team liefern Miniaturen ab, die man — meiner Meinung nach — heute noch benutzen konnte. Aber die ganze Handlung kommt zum Stillstand … naja, es erwarte ich mir von einem Kaiju eiga? Es beginnt nur so gut, mit den nuklearen Tests und den diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und den USA Rolisica. Die Figuren funktionieren auch alle mehr oder weniger gut, und dann bleibt eben alles stehen weil Mothra die Peanuts nach Hause holen kommt.

Und ich arbeite mich durch The Venture Bros.. Sowas kann man heute nicht mehr machen. Die ganze Popkuktur die man sich für die Serie auf den Teller laden muss … in meinen 40er sehe/verstehe ich noch neue Sachen darin. Kein Wunder, dass die Financiers die Reisleine zogen, das Publikum ist wohl schon zu alt bzw. mit anderen Prioritäten beschäftigt.

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Und jetzt werde ich in den OP ausrücken, der Wasserkocher braucht eine Kalkresektion.

[1] Die Serie, basierend auf dem Manga, lief bei uns eine Zeitlang auf RTLII in Konkurenz zu South Park; dabei war der Gaki-Lulu Humor nur eine Facette in der Darstellung des japanischen Alltags/Mentalität.

zum schauen

40 Jahre dauernde Rollenspielkampagne; Werbung aus Japan

Wenn ich Videobeiträge wie den folgenden sehe, erinnere ich mich an die zwei Jahre, in dem ich an der DSA — Das schwarze Auge[1] — Runde eines Schulkollegen teilnehmen durfte; ich sah seit Jahren niemanden mehr aus der Gruppe, aber die Kampagne die wir zwei Jahre lang spielten, war großartig.

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Wenn es im lokalen Fernsehen ähnliche Werbung geben würde, würde ich mir — vielleicht — wieder einen Fernseher aufstellen.

[1] Das schwarze Auge ist ein Pen&Paper Rollenspielsystem aus Deutschland — Wikipedia

Achte auf deinen Körper

Satoshi »Bin« Furuay, der Schauspieler, der erste Ultraman—und davor Kemur und Ragon in Ultra Q—Darsteller gab mir einen »Like« auf Instagram, wofür ich mich bedankte. Wahrscheinlich schrieb ich seiner Agentur, aber ich bekam ein »Danke« für meine internationale Unterstützung, und die Bitte, auf meinen Körper zu achten.

Zu Beginn des Jahres begann ich damit, sein Buch über die Zeit in Kostümen zu »lesen«—mit App und japanisch Wörterbuch zu interpretieren passt wohl besser—und nun kündigte man zum 55ten Jubiläum eine neue Figur des C-Typs—es gab drei Versionen des ersten Kostüms von Bandai, für die Scans von Furuay-sama zur Modelierung genutzt wurden.
Und dazu gibt es wieder eine großartige Werbung:

/ 2022-02-10
#journal  #tokusatsu  #ultraman  #spielzeug