aus dem Äther

[ die Rückspultaste ep.58: Jenseits des Rauschens ]

In der aktuellen Episode der Rückspultaste tritt Simon als unser Ankerpunkt, eine dickensische Reise an—allerdings nur durch die Vergangenheit. Was diese Erzählung allerdings mit der Weihnachtsgeschichte verbindet, ist eine, auf die Medien bezogene, dreiteilige Erzählung über die Suche nach Wahrhaftigkeit; die Überschreitung, Ziehung und Bewachung von Grenzen; was passiert wenn die Menschen dazwischenfunken? Und wie Doctor Who das alles zusammenhält.

Einen Teil davon bekam ich zu meinen Lebzeiten mit, besonders die Diskussionen zum Thema „Darf man Das?“ wurde heftig über meinem Kopf—an mir vorbei—geführt.
Und inzwischen erwischte ich mich oft dabei „Gehört verboten.“ zu denken, und fürchte die Teilnahme an der aktuellen Diskussion bzw. was ich Kirby dazu vermitteln kann.

Karmakredit

ich werde versuchen die Tagesnotizen von nun an in „Echtzeit“ und nicht mehr im Nachhinein zu schreiben. Mein Hirn macht das nicht mehr so ganz mit.

– 29&30mar20 –

Die folgenden Worte werden mich noch unsympathischer machen, und ich gebe zu sie sind aus Neid und Schadenfreude entstanden:
Es beruhigt mich, dass die Leute im Speckgürtel – die sogar Ihren Alltag damit finanzieren indem sie Tipps zum Umgang mit Kindern geben – ebenso an der ganztägigen Präsenz ihrer Familie verzweifeln, wie ich es gestern bin.
Aber ich wünsche uns allen eine rasche Umkehrung dessen.

Kirby hat unruhig geschlafen. Ich habe Ihn bis zwei Uhr früh begleitet, dann hat die Frau übernommen. Die konnte aber nicht mehr einschlafen und war dementsprechend fertig als ich aufgestanden bin.
Kirby und ich haben Sie ins Bett geschickt – aber was ich auch probiert habe, ich habe es nicht geschafft Kirby „ruhig“ zu halten. Ich bin durchgedreht. Geflucht habe ich… Als die Frau den Versuch zu Ruhen aufgegeben hat, bin ich Sie auch noch angefahren. Mich belastet die permanente Anwesenheit von Menschen – unabhängig vom Verwandtschaftsgrad. Ja, ich freue mich darüber, dass ich Zeit mit meinem Kind verbringen kann. Ich wünschte, es wäre eine Zeit, in welcher der Hinterkopf nicht permanent darüber nachdenkt, wie die Schulden die derzeit gemacht werden, von der Gesellschaft gestemmt werden – und vor allem wieviel Gewicht unsere Kinder auf Ihre Schultern laden dürfen. Aber ich freue mich jedes Mal, wenn er mit einem Buch ankommt, ich mich in den Schneidersitz begeben darf, und wir miteinander zum x-ten Mal z.B. Nick und der Wal[1] durchblättern.

Und es ist schön seiner Entwicklung zuzuschauen. Da kommen immer mehr Worte vor, die immer präziser ausgesprochen werden. Seine Bewegungen werden immer genauer – er zeichnet aus dem Handgelenk und hält den Stift, als würde er etwas aufschreiben wollen.
Und er erkennt die Welt. Das Garagentor macht Ihn vor Freude und Aufregung fertig. Heute habe ich Ihn gefragt, ob es etwa das Tor nach Garagastan ist – oder Saudi Garagien..

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Trotzdem: ich könnte besser auf meine Stimmung achten. Die Wolken in meinen Gedanken werden wieder dichter.

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Langsam fühle ich mich als mündiger Bürger ein wenig von meiner Landesverwaltung verarscht. Ich habe denen schon am Freitag nicht geglaubt, dass es keine Verschärfungen der Maßnahmen geben wird. Die Kurve steigt, es gibt schönes Wetter und die Testergebnisse erscheinen im Nachhinein. Außerdem weiß ich ja aus Brüderlein fein’s professionellem Alltag, dass sich genug Irre trotz positivem Test in deren Quarantäne an den Arbeitsplatz gestellt haben – haben ja nix. Die Maskenpflicht in Supermärkten wirkt auf mich nebenbei wie eine Erziehung zur Rationierung, so voll wie die Einkaufstaschen der Menschen hier sind – aber ich lebe in einem Brennpunkt was hamstern angeht. Dazu wird immer wieder der Schutz der Risikogruppen erwähnt – und dann sieht man Senioren beim flanieren. Meine Großmutter ist heute zur Bank marschiert, anstatt die Kreditkarte zu benutzen, die man Ihr dort aufgeschwatzt hat. Und natürlich war sie danach einkaufen. Auf Anfrage braucht sie nie etwas…

Kollegen aus Deutschland haben nachgefragt wie es uns in der Firma geht. Bei denen steht eine möglich Sperre bis zu einem Zeitpunkt im Raum, bei dem es mich auf den Scheißer gesetzt hat.

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In den „Mittagspausen“ schaue ich im Moment Ultra Q[2]. Das ist die Serie, der ich unter anderem Ultraman[3] verdanke, allerdings ist sie von den damals in Japan populären Sendungen Twilight Zone[4] und Outer Limits[5] inspiriert – nur das hier in jeder Episode ein größeres Monster auftritt. Jetzt verstehe ich, wieso die Effekte so gelobt und die Serie so geliebt wird: Für ihre Zeit ist sie herausragend. Schon alleine der Umstand, dass man auf 35mm Film gedreht hat, gibt dem ganzen ein Gefühl „größer“ zu sein. Ja, sicher schaut es entsprechend aus, kommt aus dem Jahr 1966, aber man sieht und spürt und die Arbeit die drinnen steckt.
Vielleicht bin ich deswegen gerade so fixiert auf Ultraman, auch die moderneren Versionen, weil man die Hände spürt – auch wenn jetzt mehr Computereffekte zu sehen sind als noch vor ein paar Jahren.
Anscheinend habe ich verstanden was gemeint wird, wenn man sagt „Effekten aus dem Computer fehlt es an Präsenz.“

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Bandai hat eine Ankh[6] Figur in der Shinkocchou-Seihou Reihe auf den Markt gebracht. Kurz: Sie haben einen schwebenden Unterarm samt Hand in deren Luxusspielzeugreihe hergestellt.
My shiny toy robots[7] hat es sich geleistet, damit wir es nicht tun müssen.


[1] Nick und der Wal
–stiftunglesen.de
[2] Ultra Q
[3] Ultraman
[4] The Twilight Zone
[5] The Outer Limits
–en.wikipedia.org
[6] Ankh (Kamen Rider OOO)
–kamenrider.fandom.com
[7] Toybox REVIEW: S.H. Figuarts -Shinkocchou Seihou- Ankh (Arm)
–myshinyrobtos.com

#135-2019

Vaterfreuden | Medien und generelle Misantrophie

Nach wie vor Probleme mit der Nachtruhe des Nachwuchs. Dazu die derzeit stark wahrnehmbaren Trennungsängste.
Als bettle ich um weitere Dinge, die mich frustrieren.

Hmm, wenn Leute wie Warren Ellis -Menschen die zwei Häuser weiter denken- wieder Datenträger anschaffen, dann ist aus Streaming wohl teures Kabelfernsehen geworden.
Ich habe mir Spotify angeschaut, und davon eine Beleidungslawine dafür losgetreten bekommen. Die Dreckskerle würzen einem Playlisten auf Verdacht mit handverlesener Scheiße. Also: wenn man sich dort ein paar Lieder in einer Playlist gruppiert, kommt es vor dass, wenn man am nächsten Tag auf Play drückt, einem ein ungewolltes Lied das Trommelfell einhaut, weil Spotify in seiner algoryhtmischen Weisheit meint „Das gefällt dir sicher.“ Gut dass die gerade Podcasts an sich reißen möchten; dann kann man dem ganzen Dreck entfliehen, indem man Spotify ignoriert. Hihi, dann coachen Life-Coaches Life-Coaches. Dann mach ich einen anti-Life-Coach Podcast, damit das Rad in Bewegung bleibt, und da nicht am Ende ein Haufen zufriedener Menschen über bleibt.

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die Medien im April 2018

Lost in Space
Staffel 1| Netflix

Nach dem Versuch die Serie in den 90ern mit einem Film wieder ins globale Bewusstsein zu rufen, stand ich der Idee die Serie abermals aus der Gruft zu locken mit Vorbehalten gegenüber.
Die erste Staffel ist nicht so schlimm geworden wie befürchtet, aber gut würde ich es auch nicht nennen.
Es ist eine Serie die man sich aufdrehen kann wenn man etwas braucht das nicht gut, aber “mit den besten Absichten” produziert wurde. Die Eskalationen werden mit der Zeit zum Klischee, kleine moralische Fragen werden gestellt aber dann ESKALATION! Aber dann kommt der Bub und sein Roboter um die Ecke und das Sci-Fi Kind in mir ist wieder glücklich.
Parker Posey als Dr. Smith gefällt mir sehr gut. Schon lange hat es mir nicht so viel Freude beschert eine fiktionale Figur zu hassen.

Krypton
Staffel 1|Episoden 4-6|SyFy

Krypton hat viele Probleme, aber ich kann nicht wegschauen. Ich hoffe wohl noch darauf den klassisch inspirierten Adam Strange zu sehen. Das geht mir nicht ein: Ja, man kann aufgrund des Zeta Strahls Adam Strange verwenden; aber dann hat man Booster Gold im Portfolio, der reist ständig durch die Zeit und passt von der Darstellung besser. Das Auftauchen von General Zod kam unerwartet.
Ich möchte am Ball bleiben, weil es mir vorkommt als würde die Serie nicht weit kommen, dazu bewegt sie sich gefühlt zu schnell. Oder es wird wirklich dieses große Stück Serie welches mit dem Suppenschöpfer aus den Vorlagen schöpft.
Was ich an Krypton großartig finde ist, das man von Marvel’s Inhumans gelernt hat wie man es nicht macht.
Und der Helm der Voice of Rao lässt mir die Haare zu Berge stehen.

krypton-voiceofrao-helmet

Barry
Staffel 1|Epsioden 1-5|HBO

Bill Hader spielt einen Profikiller der in einer Sinnkrise steckt und meint, sein Heil in der Schauspielerei gefunden zu haben.
Mit einem Wort: großartig. So gut habe ich mich lange nicht amüsiert. Sicher werden allerlei Klischees bedient, aber Darsteller und Drehbuch nutzten dies zu deren Vorteil.
Außerdem kann man meist nur lächeln wenn man Henry Winkler sieht. Fonzie ist alt geworden…

Mister Miracle no.8
2018|DC-Comics

Nurmehr vier Hefte bis die Serie ein Ende hat. Wir wissen das etwas nicht stimmt, aber mit keinem Wort wurde bisher erwähnt was. Langsam bekomme ich das Gefühl das diese Serie nur die Ouvertüre zu etwas anderem ist. Und obwohl all diese Punkte mich eigentlich zu einem Trade Waiter -einer Person welche auf die gesammelte Ausgabe wartet- machen sollte kann ich nicht davon ablassen.
Hier sehen wir den ambivalenten Alltag der Familie Barda-Free. Die moderne Familie aus gottàhnlichen Außerirdischen teilt sich die Pflichten auf: einer der Beiden führt die Armeen von New Genesis gegen die von Apokolips während der Andere zusammen mit dem Funky Flashman das Kind hütet. Besonders Funky Flashman wurde mit den kleinen Seitenhieben auf Stan Lee am Original gehalten, und der Umstand das der Sprössling Jacob heißt machen seine Ausführungen dem Kind gegenüber für Kenner noch unterhaltsamer.
Das nächste Heft erscheint in dieser Woche. Viel zu spät. Die Manie und der Druck des Titels sind beinah nicht mehr auszuhalten.

Resident Alien – An Alien in New York no.1
2018|Dark Horse Comics

Endlich geht es mit Resident Alien weiter! Es ist eine langsame Reihe, aber sie geht so behutsam und gründlich mit ihrem Material um, das man diesen Umstand gerne in Kauf nimmt.
Die Geschichte dreht sich um einen Außerirdischen welcher auf der Erde strandet. Er verstößt gegen das Protokoll sich in solch einen Fall das Leben zu nehmen, und lebt als Arzt in einer amerikanischen Kleinstadt. Sein Aussehen kann er durch schwach ausgeprägte geistige Kräfte vor den Menschen verschleiern und wird ein wichtiges Mitglied der Gemeinde. Nebenbei löst er auch noch das ein oder andere Verbrechen.
Ich mag die Serie weil sie relativ unaufgeregt zu Werke geht. Bei An Alien in New York geht die Serie in die fünfte Runde.

Action Comics no.1000
2018|DC-Comics

80 Jahre Superman. Und hier ist das Geburtstagsgeschenk. Und es ist ein schönes Geschenk geworden, solange man nicht genauer hinschaut. Man hat eine Vielzahl an begabten Autoren und Künstlern dafür gewonnen Facetten des Man Of Tomorrow zu beleuchten. Leider fehlen ein paar in dem Mosaik an Interpretationen, z.B. der vorher erwähnte Man Of Tomorrow. Superman war eine Zeitlang auch superintelligent, und selbst Brian Bendis -einer der großen Namen im Geschäft-, welcher nun die Autorschaft über einen neuen Superman Titel übernommen hat verweigert sich mit seiner Einleitung von Man Of Steel diesem Aspekt. Stattdessen gibt es mehr vom üblichen und man Erleichtert sich wieder einmal auf Jor-El’s Grab.
Hätte man Bendis’ Geschichte sein gelassen würde das Paket ausgeglichener wirken. Nach der Konzentration auf die Vergangenheit der Figur ist es wohl als Zuckerl an die Leser geplant gewesen, das Fenster in die Zukunft einen Spalt zu öffnen. Nach den paar Seiten aber freue ich mich nur bedingt auf diese Zukunft.

die Medien im März 2018

Love
Season 3|Netflix
Das Ende ist da. Ein passender Abschluss. Die beiden vorangegangenen Staffeln wirkten von der Stimmung her koheränter, aber diese Staffel soll eben einen allumfassenden Absprungpunkt schaffen. Trotzdem, mir gefällt das man uns einfach entlässt und wir es zu Ende denken dürfen.

Krypton
Season 1|Episoden 1&2|SyFy
Ich habe angenommen das dies DC’s Inhumans werden würde. Aber nein, man hat aus Marvel’s Fehlschuss gelernt; die Kulissen wirken wie wertigere Trockenbaukunst. Man bemerkt allerdings das David Goyer involvieet ist; wie viel tatsächlich auf seinem Mist gewachsen ist wird man wohl nie erfahren, so manche Entscheidung erinnert an ihn. Ich frage mich ob Kal-El’s Urgroßvater durch den alten Superman aus Secret Identity inspiriert ist.
Adam Strange wird hoffentlich noch näher an sein Vorbild gebracht. Booster Gold hätte sonst besser gepasst.
Der Helm von The Voice Of Rao ist gelungen und verleiht der Figur eine passende Aura.
Am Ende denke ich allerdings das mir Rupert Graves in der Hauptrolle als Jor-El besser gefallen hätte. So weit in die Vergangenheit von Krypton zu gehen öffnet zwar viele Türen, lädt aber auch zum mäandern ein.

superman-secret-identity-old-superman

Steven Universe
Staffel 5|Episoden 13-16|Cartoon Network
Bleibt einfach eine der besten Serien auf dem Markt. Besonders seit Lars Captain Harlock spielt.

Mister Miracle no.7
2018|DC Comics
Barda und Scott’s Kind wird geboren. Tom King schafft es das Erlebnis der Geburt glaubhaft auf diese für Menschen gottgleich wirkenden Figuren zu übertragen und bringt „uns“ damit auf die selbe Stufe.