Reichweite

Beim schauen der Venture Bros. bekam ich eine visuelle Darstellung des Zustandes meines Inneren:

Ich habe allerdings keine Idee, was mein Klopapier ist…

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Kirby half mir beim Umbau eines Shure SM58 Mikrofons. Ich erfuhr, dass durch den Ausbau des Trafos den Ton verbessern soll. Der Ausbau selbst ist nicht besonders kompliziert, und verbessert die Aufnahmequalität des Mikrofons tatsächlich hörbar — wenn man sich anstrengt, um eine Ähnlichkeit zum SM7B herstellen zu können, muss man am Equalizer herumspielen und die Mikrofonkapsel in ein größeres Gehäuse umpflanzen.
Der Umbau lief problemlos ab, nur Kirby verlor das Interesse, nachdem er verstand, dass er warten musste bis der aufgeheizte Griff — der Trafo ist mit Kleber im Mikrofongriff fixiet — abgekühlt ist.

In den letzten Tagen brachten wir Kirby auf dessen Anfrage ein paar englische Worte und Phrasen bei. Auf dem Spielplatz lernte er ein paar Kinder von Expats kennen, und war frustriert darüber deren Sprache nicht zu verstehen. Und der Akzent der Kinder wurde von ihm als Frotzelei verstanden. Wir Eltern kamen zusammen — weil wir dachten, die Kinder hätten eine Rauferei veranstaltet —, und übersetzten für Kirby. Und in dem Aufwischer brachten wir den anderen Kindern und Eltern ein wenig Deutsch mit lokaler Färbung bei.

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In den letzten Tagen hatte ich viel Zeit für mich, welche ich dazu nutzte ein paar Medien zu konsumieren, die ich seit … teilweise Jahren aufschob. Beim schauen des neunten Crayon Shin-chan[1] Films, dessen Thema die Flucht in Nostalgie ist, musste ich über meine eigene Flucht in ein gestern nachdenken, welches ich so nie erlebte. Ich erlebte nicht die klassische österreichische Kindheit, aber auch nie eine US-Amerikanische oder Japanische. Aber ich bekam die Echos dieser mit, und baue mir nun eine Art Ersatzkindheit zusammen, indem ich Medien und Spielzeug aus den Regionen anhäufe. Andererseits, es gibt Menschen, die aktiv daran arbeiten die Zustände wie vor 1938 in Österreich wiederherzustellen, das sind nostalgische Phantomschmerzen die man mit Priorität behandeln sollte.
Der Film war super.

Der Mothra Film aus 1961 gefiel mir überraschend gut — bis das namensgebende Monster auftaucht. Nicht, dass mich die Effekte stören, im Gegenteil, Tsuburaya-sama und sein Team liefern Miniaturen ab, die man — meiner Meinung nach — heute noch benutzen konnte. Aber die ganze Handlung kommt zum Stillstand … naja, es erwarte ich mir von einem Kaiju eiga? Es beginnt nur so gut, mit den nuklearen Tests und den diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und den USA Rolisica. Die Figuren funktionieren auch alle mehr oder weniger gut, und dann bleibt eben alles stehen weil Mothra die Peanuts nach Hause holen kommt.

Und ich arbeite mich durch The Venture Bros.. Sowas kann man heute nicht mehr machen. Die ganze Popkuktur die man sich für die Serie auf den Teller laden muss … in meinen 40er sehe/verstehe ich noch neue Sachen darin. Kein Wunder, dass die Financiers die Reisleine zogen, das Publikum ist wohl schon zu alt bzw. mit anderen Prioritäten beschäftigt.

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Und jetzt werde ich in den OP ausrücken, der Wasserkocher braucht eine Kalkresektion.

[1] Die Serie, basierend auf dem Manga, lief bei uns eine Zeitlang auf RTLII in Konkurenz zu South Park; dabei war der Gaki-Lulu Humor nur eine Facette in der Darstellung des japanischen Alltags/Mentalität.

Leuchtstoffröhrenumbau

_wer bastelt mit?_

Vielleicht hilft es jemanden, wenn ich das Wissen, welches ich mir im Laufe der Umrüstung von Gasentladungslampen auf LED Röhren, aneignete.

Wenn man die Leuchtstoffröhren in seinem Haushalt mit LED Versionen ersetzen möchte, muss man einiges bedenken: Leistungsersparnis hat man ohnehin, aber Abstrahlwinkel und Bauart des Vorschaltgerätes muss in betracht gezogen werden.
Wir haben in zwei Räumen Leuchtstoffröhren, die beinah direkt über den Türen des Raumens angebracht sind, und brauchen keine breite Lichtstreuung. Wenn man z.B. einen Arbeitsplatz beleuchtet muss man in betracht ziehen, man nicht die gesamte Leuchte inkl. Leuchtenkörper gegen eine mehrflammige Ausführung ersetzt bzw. eine zweite Leuchte anbringt.
Wenn man einen vorhandenen Leuchtenkörper nachrüstet, muss man wissen, welches Vorschaltgerät im Leuchtenkörper verbaut wurde: KVG oder EVG.

KVG steht für »konventionellen Vorschaltgerät«, eine Drossel gepaart mit einem Kondensator und einem Starter. In dem Fall liegt der LED Röhre ein Starter bei, nach dessen einsetzen die neue Röhre einsatzbereit ist.

KVG Drossel | Foto von D-Kuru/Wikimedia Commons
Relais Starter | Foto von Tympanus/Wikimedia Commons

EVG steht für »elektronisches Vorschaltgerät«, in dem Fall ist nur ein Gerät im Leuchtenkörper verbaut. Hier muss man darauf achten HF geeignete LED Leuchten zu kaufen.

Wenn man es sich zutraut—und die LED Röhre dafür geeignet ist; aber bitte vorher abklären—, kann man die meisten Produkte direkt an die 230Volt Anspeißung anklemmen. Dies stellt dann allerdings einen Eingriff in eine bestehende Anlage dar, und wenn etwas deswegen schiefgeht, kann man sich nicht mehr auf die diversen Zertifizierungen des Gerätes ausreden.

In unserem Fall war es so, dass ich annahm die Leuchtenkörper seien mit einem EVG ausgestattet; wurde aber stutzig, weil die Leuchten sich nicht rührten. Beim zerlegen der Leuchtenkörper stellte ich fest, dass der Starter unter dem Gehäusedeckel »versteckt« angebracht wurde—aus Gewohnheit schlußfolgerte ich, da kein Starter sichtbar war, ist ein EVG verbaut worden.
Die LED Röhren konnte ich bei meinen Eltern verbauen und mit den sogenannten HO Ausführungen funktionierte es problemlos.

Weitere Informationen und Funktionserklärungen gibts—nona—im Wikipedia Eintrag dazu.

/ 2022-Mai-4
#basteln

mehr Power?

Freitag Abend rief ein Liebhaberkollege an. „Das kann nichts gutes verheißen“, dachte ich mir — die Regel ist: wir rufen uns nur im Notfall an, weil wir nicht gerne telefonieren.
Der Gute braucht einen Ratschlag im Sanitärberreich. Ich dachte, dass es sich um einen Witz handeln muss, aber nach einer Erklärung für seine Verzweiflung und meiner Erfahrung durch den Umbau das Badezimmers, war es ein logischer Schritt mich zu fragen. Die Duscharmatur war defekt, und nun stand er voller Tatendrang mit der neuen im
Bad, und schaffte es nicht die Wasserzuleitung zu blockieren. „I hob da Rosettn1 no a bissl a Fettn mitgem miasn, weuis do seid a poar Viertln nimma zua woa.“2 war mein Ratschlag. „Hihi, du hast Rosette gesagt.“ seine Antwort. Wir lachten noch ein wenig darüber, und dann ging er ans Werk.
Nach dem auflegen, fürchtete ich mich vor einem Treffen mit Ihm vor Gericht, weil das Ventil aufgab, Ihn verletzte und die Wohnung unter Wasser setzte.

Zehn Minuten später kam die Entwarnung. Niemand sei nasser als sonst, das Ventil war in Ordnung; was fehlte, war, wie in meinem Fall, ein paar weitere Drehungen um den tatsächlichen Schließpunkt zu erreichen.

Es rechnet sich anscheinend Flanell- oder ähnlich anmutende Hemden zu tragen, weil einen die Leute dann für einen kompetenten Handwerker halten.


1.. Als „Rosette“ bezeichnet man in diesem Fall den Drehknopf am Ventil.

2.. Ich musste dem Ventilhahn nach dem vermeintlichen Erreichen des Sperrpunktes noch mit Überzeugung zwei Gewindegänge weit drehen, weil das Ventil eine lange Zeit nicht mehr geschlossen war.

#204-2019

Bastel Wastl[1]

Frau und Kind sind den ganzen Tag unterwegs gewesen.
Ich habe diesen Umstand schamlos ausgenutzt und die vier Wände präsentabel gemacht.
Die restliche Zeit alleine habe ich gefühlt damit verbracht, zwei Zeilen in meinem Notizbuch festzuhalten. In Wirklichkeit habe ich noch versucht Mikrofone in ein defektes Paar Porta-Pro Kopfhörer zu basteln. Dabei habe ich das Gehäuse zerstört. Ich werde mir wohl ein billiges Paar geräumiger Kopfhörer zulegen, in denen man ein wenig herumbasteln kann.
In der Zwischenzeit bastel ich daran herum aus Sugru[2] eine Art Gehörkanal zu formen.

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fußnoten

  1. Scheiße; Wastl ist ja der hiesige Spitzname für “Sebastian”.
  2. Sugru
    -de.wikipedia.org

#161-2019

die liebe Familie | wer bastelt mit?

Vater ruft an; die elektrische Markise fährt nicht mehr auf und er braucht jemanden zum Ideen an die Wand schmeißen. Die Windstärke ist knapp unter der Grenze gelegen -55km/h- und die Batterie der Fernbedienung hat eine ausreichende Restladung. Wir sind also früher losgefahren als geplant. Bei der Besichtigung vor Ort hat es auf mich den Eindruck gemacht, dass die Kassette nicht vollständig geschlossen war. Ein Ruck und das Ding ist wieder losgefahren. Hat sich die höhere Schulbildung ausgezahlt.

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vorbeigelaufen