weil er blau ist

Journal; Teil der Blogreihe Was machst du eigentlich den ganzen Tag?

Der Wecker ratschte um 04:30. Ein Blick auf meine Weckeruhr zeigte mir aber an, dass es schon 04:50 war. Aus welchem Grund auch immer sprang ich nicht auf, um mir schnell eine Zehnbürste durch das Kauzubehör zu schieben um mit einem Zeitpolster den Weg in den professionellen Alltag anzutreten. Ich richtete mir ein Frühstück, und während ich auf das Signal des Wasserkochers wartete, warf ich einen zweiten Blick auf die Uhr. Dabei stellte ich fest: aus irgendeinem Grund schaltete ich gestern nicht zurück zur Ist Zeit, sondern blieb bei der Sonderzeit hängen—die Uhr hat diesen Menüpunkt an dem man sich einfach eine zweite Uhrzeit einstellen kann, die parallel zur Ist Zeit mitläuft.

Beim Frühstück fiel mir auf: meine Erkältung wurde wieder schlimmer. Der Krankenhaustermin heute wurde letzte Woche bereits wegen Rotznase und Gürtelrose abgesagt, Sonntag Nachmittag wirkte es aber so, als würde sich die vom Arzt prophezeite Krankenzeit tatsächlich ausgehen. Montag Abend kratzte es wieder ein wenig im Hals, und siehe da, ich stand wieder am Start—nur anders. Der Rotz bildete einen Sekundären Schädel, der auf den bestehenden drückte und sich in den Nebenhöhlen festhielt, und meine Stimme funktionierte nur in rauchigen Lagen in fünf Minuten Intervallen alle 15 Minuten.

Der Weg in den professionellen Alltag war überraschend schlecht besucht—ebenso der Weg nach Hause—, es nutzten wohl ein paar Menschen den Feiertag am Freitag aus.
Am Arbeitsplatz angekommen, begrüßte man mich mit «Was machst du hier?» Man rechnete nicht damit, dass ich auch tatsächlich komme. Einen Moment lang suchte ich nach der versteckten Kamera.
Der Arbeitstag war relativ angenehm, lediglich ein paar kleinere Probleme, von denen sich am Ende Eines als großes Problem herausstellte. War wohl in die Knie gegangen und hatte sich das Oberteil über die Beine gezogen. Wir versuchten, aus alter Technik ein Notfall Lösung zu basteln, aber am Ende standen wir vor dem Umstand, dass das beinah defekte Gerät einen anderen Dialekt spricht, als die Technik von vor 20 Jahren.
Frustriert bauten wir alle Gutstunden ab.

Während ich im Serverschrank hing, rief mich die Frau an. Der Kinderarzt stellte die Integrität von Kirbys Trommelfellen fest, und gab sein Daumen hoch für die Wochenendpläne der Frau. Da fiel mir ein Stein vom Herzen; nur die Wochenendpläne sind momentan ein paar Kiesel… Kirby schlief auch länger und ruhig, was mich ebenfalls erleichterte.

Die Mittagspause verbrachte ich in der Bibliothek. Nahm zwei Bücher für Kirby mit, holte einen Billy Bat Band ab und lief einem Popeye Sammelband um den Weg—leider auf Deutsch. Wenn ich bedenke was es gekostet hätte, die in den letzten Wochen entliehenen Bücher zu kaufen, ist das ein guter Kompromiss—trotzdem sticht es.
In der Bibliothek fiel mir auf, dass ich wieder laut denke. Was müssen sich die Leute gedacht haben…

Auf dem Weg hörte ich einen deutschen Podcast in dem Shin Ultraman besprochen wurde: Dinos, Dämonen & Doktoren 106: Shin Ultraman. Aufmerksam wurde ich darauf, weil Youtube Persönlichkeit Tricerablue dabei war, mit dem ich mich einmal virtuell austauschte. Komisch ist, ich kann Besprechungen von Popkultur nur bedingt «ernst» nehmen, wenn sie auf Deutsch geführt werden. Ist nicht negativ dem Podcast gegenüber gemeint, irgendwie will ich das in Englisch hören.

Zu Hause angekommen, zeigte mir Kirby das erste Spielzeug, welches er sich um sein Taschengeld kaufte, gezeigt. Natürlich von Paw Patrol. Schade ist, dass unsere Versuche ihm zu zeigen es ist ok, zu mögen was man mag anscheinend fehlschlugen; er wählte eine Figur von Chase, obwohl die Rocky Figur das spannendere Zubehör hatte, aber Chase gewann weil er blau ist.

Nach einer Mahlzeit spielten wir mit der neuen und den alten Figuren; bastelten zusammen mit der Frau an einer Paw Patrol Zentrale aus Karton und Papiertellern; und ärgerten uns darüber, dass das Medikament in einem Quetschi aufgelöst immer noch scheiße schmeckt. Also zurück zum Joghurt.
Und dann las ich ihm ein paar Geschichten aus ein paar Lustigen Taschenbüchern vor[1]. Dabei landeten wir bei einer moderneren, in der das schwarze Phantom seinen Platz im Gefängnis mit Mickey Mouse tauscht. Die war für uns beide spannend, weswegen wir nachschlugen, ob die Geschichte fortgesetzt wurde—was sie anscheinend wurde, und mein Vater hat die betreffenden Taschenbücher im Regal, und erklärte sich bereit sie uns zu leihen.

aus Lustiges Taschenbuch 575 (2023)
Bildrechte liegen bei den Inhabenden

Als Kirby das Popeye Comic sah, erkannte er ihn, und wollte die Figur von Mezco sehen, die bei mir im Regal steht. Er fragte, ob das ein echter Mensch sei, und da konnte ich mit unnützen Wissen glänzen: E.C. Segar borgte das Aussehen von Popeye bei einem Mann in seiner Heimatstadt, Frank «Rocky» Figel. Es gab da einmal ein Foto, welches ihn zeigen soll, inzwischen aber als Foto eines Popeye Cosplayers entlarvt wurde. Herr Fiegel dürfte ein permanent betrunkener Zeitgenosse gewesen sein, der sich aber auch um das Wohl seiner Mitmenschen kümmerte—meist wie Bud Spencer[2].

Ich brachte Kirby ins Bett. Er schlief mit dem Kopf auf meiner Schulter ein, und sein regelmäßiger Atem wiegte mich in den Schlaf. Die Frau holte mich, als das Babyphon so leise war, dass sie meinte es sei kaputt.

Die Frau war sehr müde—sowohl im pädagogischen als auch im therapeutischen Bereich geht es Personaltechnisch im Moment rund—, und verabschiedete sich gleich ins Bett. Mein Plan war, ihr ein paar Minuten später zu folgen; aber die Kleinigkeit die ich ein paar Minuten davor aß, irritierte meine Verdauung. In den letzten Tagen aß ich wieder mehr, und vor allem, über den Tag verteilt; gestern jedoch fand nach dem Frühstück lange nichts auf meinem Teller statt, und nach dem Essen am späten Nachmittag überforderte ich meine ohnehin defekte Verdauung.
Dazu kam, dass der Rotzhelm eines meiner Ohren bedeckte, und ich meinen Herzschlag ebenfalls in meinem Kopf als unangenehmes Pochen wahrnahm.


Zur Ablenkung tausche ich die Batterien in meinen diversen Geräten auf Lithium Batterien; und schrieb der Frau und mir eine Erinnerung daran, an die Anschaffung eines neuen Druckers zu denken. Ein Kollege einer Fremdfirma schwärmte von seinem Brother Gerät, und die Frau und ich sind beide nicht begeistert von HP oder Epson. Canon sollten wir uns auch noch anschauen.


Um 23:00 rollte ich mich ins Bett.


Ich weckte die Frau durch mein Schnarchen auf. Anscheinend nahm ich dies auch wahr, und änderte meine Lage in eine, in der ich nur merklich durch den Mund atmete.

[1] … Walt Disney wird noch als Autor der Geschichten der Lustigen Taschenbüchern angeführt. Ja, dann ist es einfacher in der Datenbank zu finden, aber von den Geschichten hat er keine auch nur angeschaut.

[2] … Vor kurzem hörte ich den Satz: Die Friedensstiftende Kraft der Faust. Und jetzt fällt mir der Film Wilde Maus ein, in dem bei einer Schlägerei, der kompetentere/glücklichere Teilnehmer mit erhobener Faust auf seinem Gegner saß und laut «Frieden?» rief.

#51-2019

Vaterfreuden | Spielzeug | Fotografie

Ich habe mir den Tag frei genommen. Die Zeit habe ich genutzt um die Hausarbeit zu erledigen -die ist in den letzten Wochen liegengeblieben.

Es war das erste Zusammentreffen der von uns gegründeten Krabbelgruppe. Die vier angekündigten Teilnehmer waren anwesend und im Lauf des Tages sind noch anfragen dazugekommen. Hoffentlich müssen wir uns nicht nach einem neuen Standpunkt umschauen; diesen aufzutreiben ist kompliziert genug gewesen.

Man soll keine Sachen unbeaufsichtigt herumliegen lassen. Kirby hat sich den Doom Patrol – The Silver Age Omnibus geschnappt und durch alte Comics geblättert. Er ist dabei sehr vorsichtig mit dem Papier umgegangen; aber er ist auch darum bemüht keine Seite auszulassen -ich weiß nicht wieso, aber er versteht das im Narrativ etwas fehlt wenn er sich verblättert-, weswegen er eine Seite grober behandelt hat. Aber es war alles zu retten.
Abends habe ich mich neben ihn auf die Spielmatte gelegt. Er hat mir die Brille abgenommen und meine Wimpern sanft gestreichelt. Ich meine mich daran zu erinnern, dass ich den Atem währendessen angehalten habe.


Ein paar Spielzeugfotos:

Ordnung schaffen
Popeye schafft Ordnung

Versöhnung
Versöhnung

Popeye Details
Popeye

Marvelous
Marvelous

#16-2019

Hoppala, ich habe noch nichts über den Spider-Man – Far from home trailer[1] geschrieben:

  • Die Schauspieler schauen für mich inzwischen alle zu alt aus[2].
  • Die orchestrale Version des Spider-Man Themas ist lächerlicher als das Original.[3] Die Game Boy Version war schon als Kind die einzige von mir tolerierte Fassung[4].
  • Der Mysterio Anzug schaut gut aus. Selbst das Aquarium haben sie gelassen.
  • Mit ein wenig Hintergrund kann man sich denken was es mit den Elementarmonstern auf sich haben könnte. Aber vielleicht….

Ich war den ganzen Tag über Hundsmüde. Dafür habe ich das Gewicht von Kirby in Schleim ausgeröchelt.
Eine Runde Mittagasschlaf hat nur bedingt geholfen.

Im Gespräch mit einer Stillberaterin haben wir ein paar Tricks erfahren, welche helfen könnten Kirbys Nachtschlafetappen zu verlängern.
Mein Hausarzt hatte einen Hausbesuch in unserem Haus und hat einen Spurng bei mir vorbeigeschaut. Meine Hände sind ihm aufgefallen und er hat mit mir über meinen Waschzwang gesprochen. Zwei Salben hat er mir übergelassen; und mich gebeten einen Kollegen von ihm deswegen aufzusuchen.

Nachmittags hatte ich „Zeit“ und habe Spielzeugfotos gemacht:

banpresto-kamenriderw-statue
Banpresto Kamen Rider Wars – Kamen Rider W cyclone/joker

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Mezco’s 1:12 Collective Popeye wird begrüsst

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Takara’s Millennium Falcon

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Und im alternativen Modus

Am späteren Abend habe ich noch ein wenig im dunkeln mit der Ricoh GR mkI gespielt. Die Kamera hat nun sechs Jahre auf dem Buckel und die Akkus sind beinahe tot; aber was man aus den Daten machen kann ist unglaublich. Ja, es grieselt durch den hohen ISO Wert und die Sensortechnologie von 2013, aber ich kann mir nicht helfen, ich bin begeistert -und habe noch mehr Guster auf eine aktuelle Kamera.

Mezco 1:12 Collective Popeye

Mezco 1:12 Collective Popeye

fußnoten

  1. Spider-Man – Far from home trailer |youtube.com
  2. Letztens hat ein Nachbarskind ein Werkzeug zurückgebracht; ich habe den Jungen ca. drei Jahre nicht gesehen. Beim tratschen hat er mir erzählt das er ja heuer schon 13 wird. Danach wollte ich in den Stabmixer lächeln. Der zukünftige Teenager schaut so alt aus, wie ich bin.
  3. Spider-Man theme song |youtube.com
  4. Spider-Man (GB) Music – Title Theme |youtube.com