Tschickdiät

Nicht nur werde ich vergesslich—oder wurde noch vergesslicher, als ich ohnehin bereits war—, ich werde auch Unaufmerksamer. Der Liebhaberkollege hat sich einen Magneten aufs Smartphone geklebt und genießt nun die Vorzüge der leichten Montage an beinah allen Flächen am Arbeitsplatz. «Deines kann das doch auch.» sagte er, nachdem ich laut darüber nachgedacht habe, wie ich meinen Schlafplatz mit der Kraft des Magnetismus neu arrangieren würde. «Was? Neeein.» antwortete ich; «Aber du hast der Frau ihr Smartphone abgekauft, dass hat den Magneten schon eingebaut.» Es stellte sich heraus: der Liebhaberkollege hatte Recht. Das Telefon hängt nun am Regal gegenüber meiner Schlafstelle, wo es—wenn notwendig—lädt, und auch der Adapter auf Klinkenstecker angebracht ist, falls ich zum einschlafen noch etwas höre.

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Momentan ist es notwendig für mich, im Bett noch etwas zu hören. Während der Kurzarbeit, trainierte ich mir dies ab, aber seit meine Beschwerden schlimmer wurden, ist es etwas, mit dem ich mich ablenken kann. Dazu holte ich mir die Tonspur von Filmen, dass ist momentan besser als weißes Rauschen. Ich müsste es aber noch einmal probieren; an den Dialogen aus den Filmen kann ich feststellen, wie lange ich ungefähr wach war.
Und weil wir bei Ambient sind: Doctor Strange: Live from theSanctum Sanctorum—zehn Stunden Feldaufnahmen aus der fiktiven Bleecker Street.

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Ich informierte meinen Chef über den eventuell anstehenden Aufenthalt im Spital. Der war empört darüber, dass ich eine Behandlung ablehnen könnte; sprach von Lösungen die man finden kann und das es weitergehen muss. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass es ihn nicht interessierte, dass ich mich seit neun Jahren zu Tode hungere, und niemand in der Zeit auch nur in einem Nebensatz fragte, wie es mir ginge, und damit sein Pochen auf Lösungen als Plattitüde verstehe.

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Kirby ließ zum zweiten Mal etwas aus dem Kindergarten mitgehen. Aber er vertraut genug, um es uns anzuvertrauen. Dachte mein Gespräch über die Definition von Diebstahl hätte ausgereicht, aber die Ursache liegt wohl tiefer als Nervenkitzel.

Beim Schlagzeugunterricht begeisterte er mich mit seinem Konzentrationsvermögen; er war fokussiert wie ein Laser. Die Lehrerin sah das ebenso, sagte aber er solle noch ein paar Monate mit der Entscheidung warten, weil er trotz seines Rhythmusgefühls Schwierigkeiten damit hat, sich nebenbei aufs zählen zu konzentrieren.

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Aufgrund eines Interviews mit Matt Fraction bei Wordballon [Audio 1; 2|Video], schaute mich durch die ersten drei Episoden von Monarch – Legacy of Monsters; eine Serie die in den Godzilla Filme des US-amerikanischen Filmstudios Legendary stattfindet. Deren Kaiju Eigas konnten mich bisher nicht begeistern—besonders am aussehen deren Godzillas scheitert jeder Versuch einen der Filme zu schauen—, aber wenn Matt Fraction ein Co-Showrunner ist und Kurt Russel mitspielt, bin ich dabei.
Und musste feststellen: ohne die Herren Russel wäre es beinahe unschaubar. Wyatt Russel spielt die junge Version seines Vaters, und das ist ein Geniestreich weil sich deren Schauspiel gut ergänzt und der Kurt noch jede Scheibe Brot mit seinem Charme butterte. Ansonsten ist es … genau was man erwartet: Klischees in neuen Kleidern. Ja, die Realität der Serie ist schön, mit den Bunkern und Notfallprotokollen, aber im Gegenwartsteil der Handlung haben haben sie entweder die fadesten Schauspieler besetzt die sie bekamen, oder es war eine bewusste Entscheidung sie eher … gesetzt schauspielern zu lassen.
Ich vertraue einmal das Fraction sich dessen bewusst ist. Und wenn nicht, dann habe ich wieder einmal ein Interview mit ihm gehört. Ich weiß nicht wieso, aber ich höre ihm gerne zu, und bin nur minimal Böse, dass Casanova wohl nie fertiggestellt wird.

Positiv überrascht waren die Frau und ich vom ersten Doctor Who Special das wir zufällig auf Disney+ fanden. Wie das Children in need Segment, fühlte es sich an, als wäre die letzten zehn Jahre nicht passiert; Tennant hatte wieder eine fehlgeschlagene Regeneration, Davies frisst ein paar Nächte nur Zigaretten und wir werden gut unterhalten. Was mich allerdings störte, ist die Beleuchtung bzw. das die Serie viel zu Modern aussieht. Das eine Nebenwirkung kontemporärer Produktionsprozesse, aber hätte man nicht sagen können «Hey, das muss billiger aussehen.» Wird es wahrscheinlich mit den regulären Episoden. Ich hatte lange keine so große Freude mit Doctor Who.

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Musik: Macho Man – Village People

142 :: im Juni anziehen

Mit Kirby fühle ich mich in der Öffentlichkeit noch unsicherer als sonst—unsicher als Mensch zu gelten.

Nachmittags haben wir für ein kleines Leiden von Kirby eine letzte Linderungsmöglichkeit empfohlen bekommen—sonst könnte man einen Cheiurgen konsultieren.

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Man hat uns vorgewarnt, dass der professionelle Alltag im Juni wieder anziehen wird.
Der vorläufige Plan sieht natürlich wieder nicht vor, dass ich einmal Zeit für den Kindergarten brauche…


Rowan Grower erzählt wieso der Manga Pluto super ist. [Link]

ich konnte Super Mario Kart zu Zeiten seiner Veröffentlichung nicht leiden. Der Rückblick des Stay Forever Podcast änderte daran nichts, hat mich aber daran erinnert das mir die Versionen auf der Switch, DS und Wii gefallen haben. [Link]

Ein Interview mit Rick Green im Wordballoon Podcast [Link] hat mich daran erinnert, dass ich Prisoners of Gravity nachholen wollte. YouTube sei dank geht das sogar [Link].


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108 : für gesunde Menschen geeignet

– 17apr20 –

aus Ultra Q ep.10: Baron Spider (クモ男爵, Kumo Danshaku)

Im kommenden Monat werde ich einen Tag lang alleine die Servicearbeiten in einem Haus durchführen. Aber nur Solche, die auch ohne ein zweites Set Hände sicher zu erledigen sind.
Das ist eine Regel bei uns: Es durchaus sein, dass es eine Weile dauert bis eine dritte Person vorbeikommen kann, wenn uns etwas zustößt – weswegen wir einen Zweiten dabei haben, der Wolf schreit.
Das Haus, für das ich eingeteilt wurde, ist ein großes. Bin neugierig auf die Mängelliste – und auf die Atmosphäre. Der Portier meint, es ist unheimlich still und die Lichtstimmung erscheint Kontrastreicher. Ich soll mich darauf einstellen, von Ihm ein Ohr agekaut zu bekommen – aus sicherer Entfernung mit Mundschutz natürlich.
Es ist komisch, egal worüber man mit Leuten aus dem Arbeitsumfeld redet, man landet immer bei der Arbeit. Vor einem Monat haben wir uns davon abgelenkt, jetzt lenken wir uns wieder hin. Und nach dem Blutband der ersten Tage, fürchtet man davor, selbst aufs Schafott steigen zu dürfen – keiner spricht es direkt an.

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Gegen 2h30 dürfte ich eingeschlafen sein. Kirby hat Nachts seine Flasche gesucht, und dabei die Orientierung verloren – er hat ein wenig Beruhigung benötigt um wieder zur Ruhe zu finden.
Das tut mir immer so leid… Wir schaffen es nicht, eine gute Lichtstimmung für die Nacht zu erreichen – eine die den Spagat zwischen „dunkel genug zum schlafen, hell genug zur Orientierung“ schafft.
Ich wiederhole mich: Der Nachtschlaf ist wohl eines unserer Themen… und da es für mich ja bereits ein Thema ist, bin ich mir unsicher ob ich Kirby die notwendige Sicherheit geben kann, die er braucht.
Bla bla bla, immer dasselbe – ich weiß.
Beim schreibenden Denken, welches ich hier praktiziere, hoffe ich, auf eine passende Lösung für Ihn zu kommen. Meine Lösungen sind wahrscheinlich nicht für einen halbwegs geistig gesunden Menschen geeignet.

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Überraschung: Die Therapie heute hat mich noch weiter in den Keller gebracht. Aber mein Therapeut bemüht sich. Der steht auch am Plafond an.

Ein Bekannter aus den USA versucht mich schon den ganzen Tag wieder auf gleich zu bringen. Ich weiß gar nicht wie ich mich dafür bedanken kann, der Mann wirkt so ausgeglichen, und alles was er meist braucht ist, dass ich Ihm eine Figur mitbestelle, wenn ein Händler in Asien bescheid gibt das etwas von Interesse auf Lager ist – er spart damit Versandkosten.
Scheiße, ich habe vergessen je einen Baby Yoda von Figuarts für uns zu reservieren.

Apropos: ein Händler der im letzten Jahr zugesperrt hat, hat nun doch noch die letzten Bestellungen abgearbeitet. Bekomme also ein paar Sachen mit sieben Monaten Verspätung. Was aber gut ist, so kann ich das Handgelenk auf meinem Din Djarin[2] von Hasbro tauschen.

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Kirby hat ein paar der Ultraman Vinyl Figuren zum spielen bekommen. Er schnappt sicher in letzter Zeit öfter die bluray Box und sagt „Uhma“. Er stellt die Figuren auf, ignoriert sie dann für eine Weile um sie dann in einer anderen Reihenfolge neu aufzustellen, ignoriert sie wieder, usw..

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Wir haben heute ein paar der inzwischen geschlüpften Schmetterlinge fotografiert und gefilmt, und sie dann in die Freiheit entlassen.
Einer hat es leider nicht geschafft. Also, wir hoffen, dass sich ein Wunder ereignet hat, und er doch noch seine Flügel aufgespannt und davongeflogen ist. Die Vermutung, dass er aus seinem Container geklettert und aus dem Fenster gefallen ist, liegt allerdings näher.
Kirby hat die Situation – mit uns – ausgenutzt, und die Diestelfalter[1] aus der Nähe betrachtet.

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Bei der Suche nach den Figuren, habe ich beschlossen, dass ich mir auch noch unser Kellerabteil in aufräumender Mission anschauen werde. Da haben wir die letzten Jahre die gestern erwähnte Technik zur Unterbringung genutzt – Tür auf, Zeug reinfetzen, Tür zu.


vorbeigelaufen

Staatsdruckerei entwickelt App für Immunitätsnachweis –derstandard.at
wegen der Ras…Klassenteilung wärs…

„It’ll all be over by Christmas“ –antipope.org
Charlie Stross macht uns „Hoffnung“.

Comics Grant Morrison and Liam Sharp On The Green Lantern –spreaker.com
Muss ja auch etwas positives geben. Auch wenn das Interview relativ kurz und nichtssagend ist.


[1] Diestelfalter –de.wikipedia.org
[2] The Mandalorian –en.wikipedia.org

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