Vaterfreuden
365 Tage zuvor:
Als die Krankenpfleger die Aktennotiz mit dem Inhalt „bereits in den Wehen, Geburt wird nicht eingeleitet“ gelesen haben und uns auf den Weg zum Kreissaal schicken, hat das Krankenhaus in den Nachtmodus geschalten. Die Gänge sind leer und riechen frisch gewischt, die Beleuchtung ist auf das Durchgangslicht reduziert worden. Nachdem wir die Tür der Station durschritten haben, fühle ich mich mit der Frau alleine gelassen. Die Medien haben mich dafür konditioniert, dass Gebärende mit einem Rollstuhl in den Kreissaal gebracht werden. Der Rollstuhl bin ich. Unter einer Achse klemmt die Patientenmappe der Frau; die hat einen Arm mich gelegt, mit dem Anderen stützt Sie sich am Handlauf.
Der Weg von der Station zu den Kreissälen hat bisher im Schlendertempo fünf Minuten in Anspruch genommen, dieses Mal fühlt es sich für mich nach Stunden an.
Vor dem Aufzug drückt die Frau meine Hand, nichts neues, dass hat sie in den letzten Minuten öfter gemacht. Nur fühlt es sich dieses Mal verzweifelter an. Diese Wehe ist anders. Ich lasse die Mappe fallen, stelle mich quer zur Wand und halte mich am unteren Handlauf fest. Die Frau legt ihren Oberkörper und Hände auf meinen Rücken und teilt mir ihren Schmerz durch Druck mit. Mehr kann ich die nächsten Stunden nicht machen: ich interpretiere Zeichen. Ich bringe frisches Wasser und lade dazu ein mir mitzuteilen wie es schmerzt.
Aktiv werde ich erst wenn es darum geht die Verbindung zwischen Mutter und Kind zu kappen.
Danach halte ich meinen Sohn während die Frau noch weiter leidet. Egal wie ich mich drehe und Wende, sein Blick kehrt immer in ihre Richtung zurück.
Sagt Euren Müttern „Danke dafür, dass ihr das Alles ausgehalten habt.“
Es war das Erste, dass ich zu meiner Mutter nach diesem Ereignis gesagt habe.
Ist Kirby wirklich schon ein Jahr alt? Das ging aber schnell… 😊
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Das wars mit dem Babydasein. Willkommen Kleinkind :/)
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Herzlichen Glückwunsch Euch dreien. 😍
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Dankeschön!!
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