für eine Wurst mit Senf

Ich bin einer der dümmsten Zeitgenossen, die ich kenne; aber die Ereignisse der letzten beiden Tage, haben die beiden Steine in meinem Schädel so oft zusammengeschlagen, dass ich die Funken hier wiedergeben muss bevor das Stroh abbrennt.

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Die „Ibiza Affäre“ ist vor allem eines: eine Watschn für JEDEN Politiker. Ich bin mir sicher das solche Gespräche regelmäßig stattfinden; mit Personen jeglicher politischer Färbung. Die Menschen haben sich vielleicht einmal berufen gefühlt, aber wie bei allem wird einmal ein Beruf daraus; und dann gehts um die Wurscht. Und die schmeckt mit Senf besser; so gut, dass man sie nicht mehr ohne Senf essen möchte. Und dieser Appetit kann einen in ein verwanztes Haus führen, in dem jemand einem Senf anbietet, jedoch keinen hat.

Aber was ist noch alles für Senf getan worden? Im Moment sind sicher genug Leute damit beschäftigt ihre Würste in Sicherheit zu bringen. Aus den Ministerien wird morgen wohl viel Papiermüll zu holen sein.
Nur was ist mit dem Genießern, die eventuell bis zu den angekündigten Neuwahlen in ihren Ämtern verbleiben könnten? Können die hungern? Wenn wir in der bisherigen Legislaturperiode etwas gelernt haben, dann, dass die aktuelle Regierung gerne isst solange es heiß ist -selbst wenn sie sich das Maul verbrennt.
Der Große Genießer hat sich ja lange Zeit damit gelassen um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ein Staatsmann hätte ebenso seinen Posten neu ausgeschrieben; es ist ja nicht so, als hätte es bisher keine Einzelfälle gegeben. Ist unser Kanzler tatsächlich der Fürst machiavellischer Schule, für welchen ich ihn bisher gehalten habe? Es ist ja realistisch, dass ein paar Schafe wieder in den eigenen Stall zurückkehren, und er seine Kontrolle dadurch ausbauen kann; das Vorgehen erscheint mir aber zu zögerlich um einem Plan zu folgen.

Und dann sind da noch die Umstände, welche den Stein ins rollen gebracht haben. Es muss eine Aufklärung über die Herkunft des Videos geben; es muss aber auch erklärt werden: Für eine bsoffene Gschicht[1] trägt man ebenso die Verantwortung, wie für eine niachte[2], egal wie sie erzählt werden.
Das Video hätte auch zwei integre Politiker zeigen können, die nicht versprechen Arbeitsplätze im eigenen Land zu gefährden, die „Presse“ zu manipulieren und Trinkwasser zu privatisieren.
Das wäre wichtig für den öffentlichen Diskurs: Ja, man kann sein Recht geltend machen; und ja, man steht für seine Fehler ein, ohne öffentlich andere für diese Verantwortlich zu machen. Es ist nicht der blasse, dünne Junge dort gesessen, und hat versucht einer Frau zu imponieren.

Aber anscheinend gibt es noch genügend frei denkende Menschen, welche dies nicht hinnehmen möchten. Und auch ich bin im Moment nicht sicher, wer die Erlaubnis bekommen wird, für mich sprechen zu dürfen; und ich denke dass genau dieser Umstand uns hierher geführt hat: ein Teil der Wahlberechtigten fühlte sich nicht wahrgenommen.

Ich kenne schon einmal zwei Personenverbände die nicht für mich sprechen sollen.

fußnoten

  1. wenn man unter dem Einfluss von Alkohol stehen, Handlungen tätigt oder Dinge äussert, welche man bereut
  2. niacht = nüchtern

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