Hauptsache frisch

In den letzten Tagen erreichten uns Anrufe von Eltern aus dem Kindergarten, die uns als stellvertretende Elternsprecher sprechen wollten. So erfuhren wir, das der Olympionike nicht nur Kirby zum Mord an seiner Mutter aufforderte, sondern ebenso andere Kinder.
Wir sprachen also auch mit der Leitung darüber, die bereits im Bilde war, aber noch nicht wusste, dass die Situation schon soweit eskalierte—nach uns kamen die anderen Pädagogen und Betreuer ins Büro.

Vor ein paar Stunden erreichte mich die Mutter des Olympioniken am Telefon.
Ich nahm an, sie würde mir androhen, bei ihrem Wünsche-ans-Universum-Sendegerät unheilbare Hodenfäule für mich zu bestellen.
Sie entschuldigte sich. Der Olympionike sah versehentlich ein so ein Video auf dem Smartphone des Vaters, bei dem jemand den Kopf verloren bekommt. Ich bedankte mich für die Entschuldigung und musste danach den Mund halten. Was hätte man auch sagen sollen? »Und vor dem einschlafen schaut ihr die Videos von den GoPros, die sich Soldaten auf die Gewehre schnallen? Oder schaut auf der Wayback Machine alte Rotten Posts durch? Das Kind laaaaaangsam an die lustige Welt der entfesselten Telegram Kanäle heranführen?«

Heute sah ich den Olympioniken als ich Kirby abholte. Da wirkte er geknickt, sah mich nicht einmal an, als er mich grüßte. Ich hoffe da eskalierte nichts zu weit, das Kind kann nichts für den Inhalt der elterlichen Telefone.

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