Our Bones Dust no.1 ist eine Mischung aus Mad Max 2 und E.T.. Ein Außerirdischer dokumentiert eine postapokalyptische Erde, und trifft dabei ein Kind, welches sich in dieser harten Welt behauptet. Wird wohl seeehr langsam werden, aber Ben Steinbeck weiß, wie er aus dem wenig genug anrichtet, dass mich wiederkommen lässt.
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Midlife no.2+3 (2023) waren gut, aber nun ist da ein Element das mir weniger gut gefällt, weil es vom Thema des Comics ablenkt: Was wäre, wenn man mit 50 eine Superkraft an sich entdeckt? Eine mit der man eine Phobie überwinden könnte, die einen täglich Energie kostete.
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Birds of Prey no.4 (2023) zeigt wie großartig Big Barda ist, und die Zeit Reif für eine New Gods Reihe ist. Ansonsten ist der Titel stabil gut, nur zu laaaaangsaaaaam.
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Transformers no.3 (2023) ist noch langsamer als die beiden bereits besprochenen Titel, und wäre Kaminmaterial, wenn Daniel Warren Johnson nicht immer wieder die Momente einbrächte, die einen wie ein Hammer in Körper und Geist treffen.
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Birdking vol.2 (2023) war großartig. Eine Mischung aus Hellboy; Warhammer—40k und Fantasy—; Kill Six Billion Demons;den Blasphemous Spielen; Dark Souls; Headlopper; und … Conan. Und es liest sich so flüssig; ich las die erste Ausgabe nach, nachdem ich das Zweite beendet hatte, und hätte nun gerne den dritten Band. Ich hoffe es wird keine Reihe, die mit «erfreuen wir uns an dem was wir bekamen»; als Comicleser ist das ohnehin der Basiszustand—außer man liest nur Batman.
Der Wecker ratschte um 04:30. Ein Blick auf meine Weckeruhr zeigte mir aber an, dass es schon 04:50 war. Aus welchem Grund auch immer sprang ich nicht auf, um mir schnell eine Zehnbürste durch das Kauzubehör zu schieben um mit einem Zeitpolster den Weg in den professionellen Alltag anzutreten. Ich richtete mir ein Frühstück, und während ich auf das Signal des Wasserkochers wartete, warf ich einen zweiten Blick auf die Uhr. Dabei stellte ich fest: aus irgendeinem Grund schaltete ich gestern nicht zurück zur Ist Zeit, sondern blieb bei der Sonderzeit hängen—die Uhr hat diesen Menüpunkt an dem man sich einfach eine zweite Uhrzeit einstellen kann, die parallel zur Ist Zeit mitläuft.
Beim Frühstück fiel mir auf: meine Erkältung wurde wieder schlimmer. Der Krankenhaustermin heute wurde letzte Woche bereits wegen Rotznase und Gürtelrose abgesagt, Sonntag Nachmittag wirkte es aber so, als würde sich die vom Arzt prophezeite Krankenzeit tatsächlich ausgehen. Montag Abend kratzte es wieder ein wenig im Hals, und siehe da, ich stand wieder am Start—nur anders. Der Rotz bildete einen Sekundären Schädel, der auf den bestehenden drückte und sich in den Nebenhöhlen festhielt, und meine Stimme funktionierte nur in rauchigen Lagen in fünf Minuten Intervallen alle 15 Minuten.
Der Weg in den professionellen Alltag war überraschend schlecht besucht—ebenso der Weg nach Hause—, es nutzten wohl ein paar Menschen den Feiertag am Freitag aus. Am Arbeitsplatz angekommen, begrüßte man mich mit «Was machst du hier?» Man rechnete nicht damit, dass ich auch tatsächlich komme. Einen Moment lang suchte ich nach der versteckten Kamera. Der Arbeitstag war relativ angenehm, lediglich ein paar kleinere Probleme, von denen sich am Ende Eines als großes Problem herausstellte. War wohl in die Knie gegangen und hatte sich das Oberteil über die Beine gezogen. Wir versuchten, aus alter Technik ein Notfall Lösung zu basteln, aber am Ende standen wir vor dem Umstand, dass das beinah defekte Gerät einen anderen Dialekt spricht, als die Technik von vor 20 Jahren. Frustriert bauten wir alle Gutstunden ab.
Während ich im Serverschrank hing, rief mich die Frau an. Der Kinderarzt stellte die Integrität von Kirbys Trommelfellen fest, und gab sein Daumen hoch für die Wochenendpläne der Frau. Da fiel mir ein Stein vom Herzen; nur die Wochenendpläne sind momentan ein paar Kiesel… Kirby schlief auch länger und ruhig, was mich ebenfalls erleichterte.
Die Mittagspause verbrachte ich in der Bibliothek. Nahm zwei Bücher für Kirby mit, holte einen Billy Bat Band ab und lief einem Popeye Sammelband um den Weg—leider auf Deutsch. Wenn ich bedenke was es gekostet hätte, die in den letzten Wochen entliehenen Bücher zu kaufen, ist das ein guter Kompromiss—trotzdem sticht es. In der Bibliothek fiel mir auf, dass ich wieder laut denke. Was müssen sich die Leute gedacht haben…
Auf dem Weg hörte ich einen deutschen Podcast in dem Shin Ultraman besprochen wurde: Dinos, Dämonen & Doktoren 106: Shin Ultraman. Aufmerksam wurde ich darauf, weil Youtube Persönlichkeit Tricerablue dabei war, mit dem ich mich einmal virtuell austauschte. Komisch ist, ich kann Besprechungen von Popkultur nur bedingt «ernst» nehmen, wenn sie auf Deutsch geführt werden. Ist nicht negativ dem Podcast gegenüber gemeint, irgendwie will ich das in Englisch hören.
Zu Hause angekommen, zeigte mir Kirby das erste Spielzeug, welches er sich um sein Taschengeld kaufte, gezeigt. Natürlich von Paw Patrol. Schade ist, dass unsere Versuche ihm zu zeigen es ist ok, zu mögen was man mag anscheinend fehlschlugen; er wählte eine Figur von Chase, obwohl die Rocky Figur das spannendere Zubehör hatte, aber Chase gewann weil er blau ist.
Nach einer Mahlzeit spielten wir mit der neuen und den alten Figuren; bastelten zusammen mit der Frau an einer Paw Patrol Zentrale aus Karton und Papiertellern; und ärgerten uns darüber, dass das Medikament in einem Quetschi aufgelöst immer noch scheiße schmeckt. Also zurück zum Joghurt. Und dann las ich ihm ein paar Geschichten aus ein paar Lustigen Taschenbüchern vor[1]. Dabei landeten wir bei einer moderneren, in der das schwarze Phantom seinen Platz im Gefängnis mit Mickey Mouse tauscht. Die war für uns beide spannend, weswegen wir nachschlugen, ob die Geschichte fortgesetzt wurde—was sie anscheinend wurde, und mein Vater hat die betreffenden Taschenbücher im Regal, und erklärte sich bereit sie uns zu leihen.
aus Lustiges Taschenbuch 575 (2023) Bildrechte liegen bei den Inhabenden
Als Kirby das Popeye Comic sah, erkannte er ihn, und wollte die Figur von Mezco sehen, die bei mir im Regal steht. Er fragte, ob das ein echter Mensch sei, und da konnte ich mit unnützen Wissen glänzen: E.C. Segar borgte das Aussehen von Popeye bei einem Mann in seiner Heimatstadt, Frank «Rocky» Figel. Es gab da einmal ein Foto, welches ihn zeigen soll, inzwischen aber als Foto eines Popeye Cosplayers entlarvt wurde. Herr Fiegel dürfte ein permanent betrunkener Zeitgenosse gewesen sein, der sich aber auch um das Wohl seiner Mitmenschen kümmerte—meist wie Bud Spencer[2].
Ich brachte Kirby ins Bett. Er schlief mit dem Kopf auf meiner Schulter ein, und sein regelmäßiger Atem wiegte mich in den Schlaf. Die Frau holte mich, als das Babyphon so leise war, dass sie meinte es sei kaputt.
Die Frau war sehr müde—sowohl im pädagogischen als auch im therapeutischen Bereich geht es Personaltechnisch im Moment rund—, und verabschiedete sich gleich ins Bett. Mein Plan war, ihr ein paar Minuten später zu folgen; aber die Kleinigkeit die ich ein paar Minuten davor aß, irritierte meine Verdauung. In den letzten Tagen aß ich wieder mehr, und vor allem, über den Tag verteilt; gestern jedoch fand nach dem Frühstück lange nichts auf meinem Teller statt, und nach dem Essen am späten Nachmittag überforderte ich meine ohnehin defekte Verdauung. Dazu kam, dass der Rotzhelm eines meiner Ohren bedeckte, und ich meinen Herzschlag ebenfalls in meinem Kopf als unangenehmes Pochen wahrnahm.
Zur Ablenkung tausche ich die Batterien in meinen diversen Geräten auf Lithium Batterien; und schrieb der Frau und mir eine Erinnerung daran, an die Anschaffung eines neuen Druckers zu denken. Ein Kollege einer Fremdfirma schwärmte von seinem Brother Gerät, und die Frau und ich sind beide nicht begeistert von HP oder Epson. Canon sollten wir uns auch noch anschauen.
Um 23:00 rollte ich mich ins Bett.
Ich weckte die Frau durch mein Schnarchen auf. Anscheinend nahm ich dies auch wahr, und änderte meine Lage in eine, in der ich nur merklich durch den Mund atmete.
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[1] … Walt Disney wird noch als Autor der Geschichten der Lustigen Taschenbüchern angeführt. Ja, dann ist es einfacher in der Datenbank zu finden, aber von den Geschichten hat er keine auch nur angeschaut.
[2] … Vor kurzem hörte ich den Satz: Die Friedensstiftende Kraft der Faust. Und jetzt fällt mir der Film Wilde Maus ein, in dem bei einer Schlägerei, der kompetentere/glücklichere Teilnehmer mit erhobener Faust auf seinem Gegner saß und laut «Frieden?» rief.
Frohlocket! In the Court of the Crimson King, die Dokumentation über die Band King Crimson und alles was dazugehört, gibt es ab ersten Dezember zum streamen!
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The Holdovers—Trailer—ist ein großartiger, schrulliger Film; der vom Publikum niemals angenommen werden wird, und nur von Filmschaffenden, Kritikern und Möchtegerns gemocht wird. Die einzige Kritik die ich habe ist: Der Film ist seinen Vorlagen derart Treu, dass man ihn gegen diese Austauschen könnte.
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She came to me—Trailer—wird wohl dasselbe Schicksal haben. Der braucht ein viertel seiner Zeit, bis er läuft, hängt sich dafür nicht auf Nostalgie auf—bis auf den Kniff mit dem Bildverhältnis und der damit einhergehenden Mikrofonierung.
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Letztes Wochenende im Januar von Bastian Vivès—Leseprobe—ist … ich mag den Vivès nicht, weil er auf provokanten Sex setzt, wenn er keine Idee zu haben scheint; aber man kann ihm sein Talent nicht absprechen. Der zeichnet mit einer frechen Sparsamkeit, derer zum Trotz er es schafft, der Vorstellung des Lesers die notwendigen Details zu entlocken. Und wenn er die Geschichte von zwei Menschen erzählt, die sich gegenseitig Maggi in die Suppe des Lebens tropfen, nimmt er einen mit.
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Neues Lesematerial:
Ist schon ein paar Sommer her, seit ich Claremonts X-Men las, und bis heute findet man Gründe sich näher damit zu beschäftigen, weil sie 30 Jahre später noch moderner als aktuelle Comics sind.
Im Wartezimmer des Hausarztes saßen vier Patienten, deren Gegenwart mir bereits seit ein paar Wartezeiten auf die Nerven ging—dieses Mal so, dass ich darüber schreiben muss. Die Gruppe beglückwünschte sich auch diesmal gegenseitig zu deren Fleiss; Rechtschaffenheit; Weisheit; und Menschlichkeit. «Die Jungen, was bilden die sich eigentlich ein? Wollen nix hackln[1] und wollen nur verdienen; und sie müssen deswegen 70 Stunden in der Woche ruachln[2]. Dem Arbeitslosen gegenüber, dem bleiben 400€ über! Wie geht das?» Um ein paar Sätze frei zu zitieren. Ich hatte mein Smartgerät vergessen und konnte mich nicht mit lesen ablenken… Ich verstehe nicht: wenn die Leute solche Barabara[3] sind, an denen die Nobelpreise ungerechtfertigt vorbeigetragen wurden, wieso sind sie ohnehin Mittellosen 400€ neidig? Heutzutage springt man damit nicht mehr weit. Ich wünschte ich könnte in der Vita dieser Leute rühren, denn ich denke deren Äusserungen waren nicht zur Gänze ihre Eigenen—basierend auf den Erfahrungen mit vielen Aussagen und Gedanken für die ich mich dieser Tage oft korrigiere. Sicher rennt einiges schief und benötigt Korrektur, aber inzwischen verstehe ich, dass auch einiges in uns schief rennt und Korrektur braucht, besonders die diversen Wunden die uns bewusst oder unbewusst vererbt wurden. Und jetzt bin ich deprimiert, weil ich wieder etwas fand, dass ich Kirby nicht ersparen kann.
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Sequart veröffentlichte einen Essay Band über Moon Knight. Müsste bei deren diversen Titeln einmal aufholen. Habe die meisten begonnen, aber las bisher nur die Bücher in denen es um Grant Morisson ging auch zu Ende.
[1] … hackln/hackeln = Arbeiten; wird meist im Zusammenhang mit körperlicher Arbeit benutzt.
[2] … ruachln = Schwer arbeiten um finanziellen/materiellen Erfolg zu erreichen bzw. Lebenswandel zu erhalten.
[3] … Barabara = Von barabern; körperlich Arbeiten, Schwerarbeiter.
[4] … Weil Paul Kautz es in seinem Podcast,Game not over, besprach. Das Modul kugelt noch irgendwo herum, bräuchte ein NES zum nachholen—auf zum Emulator, mein Bruder hat es sicher in seiner ROM Sammlung.