comics! #2

Gogor | Giant Days | Spencer and Locke 2 | Miracleman

Nach Planetoid und Planetoid Praxis -beide haben mir gut gefallen- gibts neues von Ken Garing: Gogor. Statt Sci-Fi ist das Fundament dieses Mal aus Fantasy gemacht und bewegt sich angenehm flott. Auch wenn man das namendsgebende Gimmick erst am Ende zu sehen, aber noch keine Interaktion mit den vorgestellten Figuren und der Welt rundherum bekommt -man möchte ja auch das nächste Heft verkaufen- habe ich es nicht als störend empfunden. Die Wartezeit auf das nächste Heft allerdings schon. Aber wenn man Solo daran arbeitet sind vier bis fünf Wochen wahrscheinlich schon ein zu kleiner Erscheinungsrahmen.
Die Präsentation gefällt mir; der Protagonist erinnert mich an Moebius‘ Arzach und die Welt besteht aus schwebenden Inseln. Nummer Zwei ist vorbestellt.

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aus Gogor no.1 (2019)
Rechte liegen beim Besitzer

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Giant Days wird in fünf Monaten beendet. Die Trauer über das Ende dieser Reihe hat mir allerdings das aktuelle Heft, Nummer 50, gerettet. Für mich war dieses das zweite Heft das ich mit „solide“ Bewerten würde -man muss sich aber bewusst sein: ein solides Giant Days Heft ist noch immer großartig.
Das Ende ist zwar ein ordentlicher Tritt in die Emotiogalien; weil John Allison es einem zu Beginn bereits mitteilt, man aber im Verlauf der Handlung aber darauf vergisst.
Ich bin wohl nur „enttäuscht“ weil nurmehr fünf Hefte über sind und ich kein Ende sehe. Aber das ist mein Problem; ich habe mich ja dazu konditionieren lassen, dass jedes Comic ein ewig dauernder zweiter Akt ist.

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aus Giant Days no.50 (2019)
Rechte liegen beim Besitzer

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Spencer and Locke 2 ist da. Ein Comic das fragt: was wäre wenn Calvin ein schwer traumatisierter Polizist geworden wäre und Hobbes im Anzug mit Trenchcoat mit ihm ermitteln würde[1]? Dieses Mal hat man sich als Gegenspieler eine was-wäre-wenn Version von Beetle Bialey[2] ausgedacht, Roach Riley.
Die erste Reihe hat mir gefallen; man hat eine Noir/Hard Boiled Hommage an Calvin und Hobbes geschaffen und andere mitlachen lassen. Jetzt wirkt es allerdings nach „Ist halt da.“ Jorge Santiago Jr.’s Zeichnungen sind das Highlight, weil er die Sache Cartoon-isch hält. Wenn die „realen“ Sequenzen zu realistisch wären, würde das ganze auseinanderfallen.

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aus Spencer and Locke 2 no.1 (2019)
Rechte liegen beim Besitzer

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Ich habe mir noch gedacht „Hat der Neil nicht gesagt das er Miracleman beenden möchte?“, siehe da: es scheint zu passieren[3]. Allerdings habe ich die Golden Age Geschichte nicht mehr ganz im Kopf. Hmm, ich habe die Marvel Nachdrucke von Alan Moore und Gaiman’s Miracleman zwar im Regal, aber noch gar nicht angeschaut. Ob das Geburtsheft zensiert worden ist?

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fußnoten

#93-2019

Vaterfreuden | Joker | Kaijumax | Giant Days

Ein Haufen Zeug ist gestern beim lokalen Postamt aufgetaucht. Nach Möglichkeit kann ich mich nun an meinem freien Tag hinsetzen und Adapter basteln.

Kirby hat mich überrascht. Er hat sich aus meinem Beistellwagen eine Füllfeder geschnappt, untersucht und wieder zurückgelegt.
Öha; sicher ein Zufall.
Nächster Stift, und auch der ist wieder zurückgelegt worden. Und so ist das noch ein paar Mal abgelaufen.
Das werde ich morgen noch einmal testen.

Der Joker Film ist also doch kein langer Schmäh gewesen[1]. Nur frage ich mich: braucht die globale Pop-Kuktur einen weiteren Film der Antagonisten „romantisiert“? Es sagt ja schon genug aus, dass man in den Comics nicht mehr die Zeit findet, Bruce Wayne ein paar Jobs vermitteln und verkünden zu lassen: Diese Jobs werden aus seinem persönlichen Konto bezahlt. Man konzentriert sich auf den Mann mit Tierfetisch, der Nachts Menschen verprügelt und von der Polizei gedeckt wird.
Dazu bin ich Teil der Gruppe, welche meint das der Joker seinen Reiz verliert, sobald man zu viel über seinen Ursprung erfährt. Alan Moore’s inoffizielle Vorgeschichte[2] mit der Red Hood Gang –welche einen erfolglosen Komiker als Strohmann/Aushängeschild für deren Machenschaften benutzt, damit Batman einen Schlagbaum bietet, in dessen Schatten die eigentliche Gang werken kann, und nach einem Unfall die Rolle des Jokers annimmt– ist zwar gut, aber es gibt der Figur nichts. Dazu ist sie viel zu weit entfernt von jeder Chance auf „Rettung“.
Ich kann mir nicht vorstellen das man den Fokus des Films in ein schlechtes Licht rückt; das würde ich annehmen wenn ein kleineres Studio dahinter stehen würde.
Naja, man wird sehen.

Und wieder ein paar Comics gelesen:

Kaijumax season 5 no.4 (2019) endet natürlich wieder mit einem Tritt in die Eier.

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aus Kaijumax season 4 no.5 (2019)
Rechte liegen beim Urheber

Giant Days no.49 (2019) hat mich vom Cover her irritiert, aber der Inhalt hat mich wieder überzeugt: es ist eines der besten Comics. Auch wenn ich mit den Figuren nichts anfangen können müsste, man meint sie zu kennen. Das zieht sich durch beinahe alles was Autor John Allison schafft, Figuren die man meint zu kennen; manchmal durch sich selbst.
Esther ist vielleicht nicht das beste Beispiel, weil sie vom Aussehen her doch als….Rattenfänger gesehen werden kann, jedoch Tiefe als Figur bietet; aber das Heft konzentriert sich auf ihre Situation, und wenn meine Eltern nach anderem Waschmittel riechen bin ich ebenfalls verunsichert.

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aus Giant Days no.49 (2019)
Rechte liegen beim Urheber

fußnoten

#37-2019

professioneller Alltag | Vaterfreuden | wer bastelt mit? | die Psyche | Comics

Nach zehn Minuten Werkstatt habe ich schon die Einhaltung sozialer Filter bereut. Der Gedanke einem Kollegen mit dem Feistl[1] den Schädel einzuschlagen war eine sehr beruhigende Vorstellung, die ein Jucken in den Fingern zur Folge hatte.

Eaglemoss hat mir aus versehen zwei Modelle zugestellt. Auf meine e-mail ob ich das überzählige retournieren könnte bekomme ich seit zwei Tagen keine Antwort. Es juckt mich in den Fingern das zweite auszupacken; beim zuerst ausgepackten Modell ist ein Teil abgebrochen. Kein Schaden der nicht mit einem Tropfen Kleber zu festigen gewesen ist, aber man weiß halt das es irgendwie….ich kann es nicht beschreiben -es verzerrt die subjektive Schönheit des Objekts.

Die Frage ob ich die Therapie fortsetze, traue ich mich nicht vor meinem Therapeuten zu beantworten. Ich denke das wir an einem Punkt angekommen bin an dem nichts mehr weitergeht, aber auch keine Möglichkeit des Weiterkommens besteht. Ich möchte den Mann nicht verletzten; auch wenn ich mir bewusst bin, das es nicht so sein wird.

Kirbys Medienwiedergabegerät ist angekommen. Wunderschön verarbeitet; das hätte ich beim Eigenbau nicht so zusammengebracht. Alle Schalter und Knöpfe haben einen befriedigende Haptik, der Lautsprecher ist qualitativ hochwertig und selbst die Batterieklemmen haben auf den ersten Blick unverwüstlich gewirkt. Wir haben in ein spanisches Hörspiel hineingehört, welches bereits auf dem Speicher vorhanden gewesen ist; hat mich daran erinnert das ich ja einmal portugiesisch lernen wollte.

Ich bin verzweifelt als Kirby den Abendbrei verweigert hat. Ich habe ja schon solche Probleme mit der Ernährung, da kommt sofort die Angst vor einer Vermittlung dieser zum Vorschein. Dazu hat sich die Zurückweisung gesellt; die hat der Mahlzeit gegolten, ist aber von mir auf mich projiziert worden. Eine Reiswaffel und ein paar Gemüsescheiben hat er gegessen.

Mein Vater hat uns zwei Shards von Gerber[2] gebracht. Meine Alltags-Werkzeugtasche wird immer schwerer.


Ich habe mich auf die neuen Comics gefreut; wurde am Abend aber leider enttäuscht. Giant Days war gut, hat mich aber nicht wie sonst mitgerissen. Aber das war das zweite Mal in inzwischen 47 Heften; eine gute Bilanz.
Das neue GI Joe Heft ist einfach an mir vorbeigezogen. Bis auf Lifeline’s Versuch das Bein von Sightline zu retten ist kein Detail hängen geblieben.
Auf das erste Heft der Female Furies Reihe habe ich mich im Vorfeld gefreut. Und die Geschichte macht im historischen Kontext -MeToo- auch Sinn, aber die Figuren sind meiner Meinung nach die Falschen. Da bin ich mir unsicher ob ich die Folgehefte kaufen werde oder nicht. Man wählt mit Konsum, und die Gleichstellung der Geschlechter ist eine Sache die schon viel zu lange aufgeschoben worden ist; aber ich habe keine Lust das man Figuren die ihrerseits Metaphern von Metaphern sind, menschliche Makel andichtet welche von weniger talentierten Kreativen -*hust*Warner Animation*hust*- dann auf elf aufgeblasen werden.

Kunstpflanze

fußnoten

  1. Feistl = Faust; synonym für Hammer
  2. Shard Keychain Tool |gerbergear.com

37-2018