Comics

Aus meinem Comicabend wurde durch ein schnarchendes Kind eine Comicnacht, in der ich nicht nur die aktuellen Titel las, sondern auch zwei Superman Geschichten, welche den Mann aus Stahl unterschiedlich interpretieren.
Los geht’s!

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Daredevil no.28 (2021)
Beim lesen dachte ich noch »Schaut aus als wäre es wieder Zeit, die Schachfiguren auszurichten.«—aber am Ende erwartet uns ein Satz, mit dem andere Autoren deren Daredevil arbeiten beendeten. Mir kam es eine Zeit lang so vor, als war das eine Art Wettbewerb.

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Eternals no.3 (2021)
Die moderene Erzählgeschwindigkeit ging mir auf die Nerven…ich wäre manchmal „gerne ausgestiegen und wollte anschieben“. Aber dadurch hat man Zeit genug um Seiten wie die unten gezeigte—und den Ausschnitt aus der Bonus Sektion—einzubauen. Die Serie ist ein gutes Beispiel für das Dilemma der Industrie: man versucht „kompliziertere“ Geschichten zu erzählen, die trotzdem Spaß machen, aber hat nicht mehr die Seitenzahl dazu.

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The Goon no.13 (2021)
Ich hatte seit Jahren nichts mehr von The Goon in der Hand; es ist immernoch ein Spaß. Regelmäßiger Leser werde ich wohl nicht, aber wohl wieder öfter hineinschauen.

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Taskmaster no.1-.4 (2020-2021)
Hach, der Taskmaster…ich mag den so sehr, dass ich eine überteuerte Lego Figur von ihm kaufte—ich hätte beinahe das ganze Set um den Preis bekommen, fand ich danach heraus. In seiner aktuellen Heftreihe versucht er den Mord an Maria Hill aufzuklären, allerdings nur um seine Haut zu retten—ihm wurde die Tat in die Schuhe geschoben. Die Serie lief bisher schnell ab, bot Abwechslung in Gastauftritten—Taskmaster gegen Hyperion—und Schauplätzen; aber die Monologe sind immer einen Schritt davon entfernt von Deadpool zu kommen, was allerdings—wie unten gezeigt—Beschweren auf hohem Nivaeu ist wenn man bedenkt, dass wir wieder einen „Spionage“ Titel von Marvel bekamen—James Robinson’s Nick Fury Serie ist mir da als letztes in Erinnerung geblieben—die erschien um 2016/17 bilde ich mir ein.

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Marvel no.6 (2021)
Das letzte Heft der Reihe, welche von Anfang an Spaß machte. Sicher war die eine oder andere Geschichte dabei, welche mich nicht sonderlich begeisterte, aber die Durchmischung war so gut vorgenommen, dass diese auf den anderen mitschwammen.
Greg Smallwood’s Nick Fury aus dem aktuellen Heft war ein modernes Tribut an die Steranko Ära, und gewann gegen den Silver Surfer; aber nur weil sie vor dieser im Heft gedruckt wurde.

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Ultramega no.1 (2021)
Ich hoffe Marvel klagt nicht gegen den Titel. Denn auch wenn es auf den ersten Blick wie eine 90er Interpretatin von Ultraman wirkt—die es ist, nur mit breiteren Knöchel. Am Ende erklärte James Harren seine Einflüsse für den Comic in einem Nachwort, und da klingt heraus, dass man mit Tokusatsu gerade ein wenig Geld verdienen kann; aber Ultramega würde auch als Comic mit weniger großen Konfliktparteien funktionieren. James Harren’s Zeichnungen sind ohnehin über jeden Zweifel erhaben—und ich verzeihe Ihm damit, Rumble verlassen zu haben—und mit einem Colorist wie Dave Stewart bekommt es noch den letzen Schliff. Kann aber auch sein, dass es an der Beteiligung Beider Kreativen an der Goldmine B.P.R.D. ist, und die guten Erinnerungen einen „Gefallensbonus“ schaffen.
Als Kritikpunkt könnte man den Preis nennen, der einem wiederrum 60 Seiten verschafft—in einer Zeit in der man für 20-22 drei bis fünf Dollar nimmt. Fire Power lieferte für zehn Dollar 160, aber da steckt auch mehr Kapital im Hintergrund und Chris Samnee—dessen Stil ein breiteres Publikum anspricht—zeichnet die Serie, da kann man anders werken.
Das zweite Heft steht einmal auf meinem Plan.

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Superman: Secret Identity (2004)
Secret Identity ist eine meiner liebsten Superman Geschichten—und das sie nicht im Kanon stattfindet sagt eigentlich viel darüber aus, wie es um Superman steht bzw. die Natur der Superheldencomics als Seifenoper in Frage stellt. Aber dies kann man ein anderes Mal besprechen.
Als die Reihe 2004 erschien, hätte ich sie wohl nicht gekauft, wenn ich davor nicht It’s a bird… gelesen hätte, und zugeben musste, das Superman vielleicht nicht mehr als Figur so gut funktionierte wie zur Erstpublikation, jedoch den Status als Spiegel des Lesers einnahm. Kurt Busiek, der mich später wieder zum lesen des kanonischen Superman motivierte, erzählt hier die Geschichte, die den Spiegel zurücknimmt, um zu versuchen, die Welt besser abzubilden, als im Kanon. Und Stuart Immonen zeigt diese „zurückgehalten“, eher in Postkartenmotiven mit realistischeren Menschenkörpern darin.
Untypisch für das Genre entfaltet sich die Handlung in einer Welt ohne Superhelden, in einer amerikanischen Kleinstadt, lebt die Familie Kent. Ma, Pa, und deren Sohn, Clark. In dieser Welt gibt es allerdings die Superman Comics wie auch wir sie kennen, was Clark Kent’s Schulaltag mit täglich wiederkehrenden Erinnerungen spickt, seinen Namen mit dem des ersten Superhelden zu teilen.
Und eines Tages wacht er auf aus einem Albtraum auf, und erkennt, dass er fliegen kann.

Von hier aus immitiert er zwar den Lebenslauf seines „fiktiven“ Namensvetters, jedoch in einer Welt welche ihm auch offensiver Gegenübertritt. So begleiten wir diesen Superman dabei wie er den Menschen hilft, und welche Kompromisse er machen muss, um dies zu tun ohne die Sicherheit seiner Lieben, als auch seine eigene, zu gewährleisten. Was sich in der Zeit aber nie verändert, ist die Begeisterung für seine Fähigkeiten; selbst im hohen Alter unternimmt er noch Flüge, und erwischt sich dabei öfter den Sonnenaufgang zu beobachten.

Auch wenn der Comic den Ball sicher spielt—es wäre sicher nicht nur eine Partei hinter Superman her, und die Bevölkerung war da bereits in intensiverer, grenzüberschreitender Interaktion, somit wäre Superman wohl schneller publik geworden, als hier gezeigt—, es ist eine gute, neue Geschmacksnote in der „Supermansuppe“, welche zusammen mit der Präsentation durch Immonen zurecht eine der beliebtesten, nicht-kanonischen, Geschichten über den Mann von Morgen wurde.

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Superman: Year One (2019)
Nach Secret Identity dachte ich mir »Schaust dir noch einmal Year One an.«
Miller Time!
Zusammen mit John Romita jr. erzählte uns Frank Miller in drei Heften seine Interpretation von Superman’s Ursprung—wohl auch, um die Schaffung von DC Comics Black Label Subverlag zu rechtfertigen—, ich musste aber im Gegensatz zum Erstkontakt feststellen: So schmerzhaft ist es doch nicht.

Die Geschichte beginnt wie üblich: Der Planet Krypton explodiert, Lara und Jor-El retten deren Sohn, Kal, indem sie ihn in mit einem Raumschiff zur Erde schicken, wo er von der Familie Kent adoptiert wird, und über die Jahre seine Kräfte entwickelt und dafür einsetzt, die Erde zu bewahren, und Gerechtigkeit unter den Menschen zu wahren.
Doch auch wenn die Geschichte bekannt ist, die Art der Erzählung und angefügte Details lassen sie sich immer weiter vom Ursprungstext entfernen. Da wären die ERzähltexte, welche das Gezeigte kalt ausschmücken; und uns z.B. darüber aufklären, dass Baby Kal seinen Stiefvater per „Lobotimie“ dazu bringt, ihn als seinen Sohn anzunehmen. Mehr erzähle ich nicht, weil es ist Miller Time!, und ich blätterte jede Seite mit freudiger Erwartung der Dinge die da warten um—das möchte ich niemandem nehmen. Doch auch wenn es einen großen Abschnitt gibt, bei dem ich die Sinnfrage stellte, danach wird in einem ungewohnt „milden“ Stil weitererzählt, der sogar viele Aspekte aus der ersten Ära von Superman aufgreift: der Streiter für die kleinen Leute, der sich von häuslicher Gewalt über Missachtung der Werkssicherheit bis zum Betrug allem annimmt. Bei Frank Miller’s Version von Superman aus The Dark Knight Returns erwartete ich, dass Year One Superman nun langsam den Anschluss verliert, und deswegen von der Regierung Scheuklappen angenietet bekommt; dies ist nicht der Fall.
Aber man macht sich eine Tür für eine Fortsetzung auf, welche diesen Superman näher an die erwartete Frank Miller Version rücken könnte, erwähnt er doch davon, wie er immer stärker wird.

Nach Secret Identity war dies ein passendes Kontrastprogramm—wie ich hoffentlich mit dem Beispielbild des fliegenden Superman in Kontrast zu seinem Pendant aus Secret Identity zeigen kann. Frank Miller zeigt uns hier einen Superman, welcher seinem Batman ähnelt. Sein Superman ist ebenfalls nachtaktiv, nur hebt ihn seine Garderobe von der Kulisse ab; was er sich als schwer zu verletztende Person im Gegensatz zu Batman auch erlauben kann. John Romita jr.’s Illustrationen sind für mich das negativste an Year One. Seit Spider-Man hat er für meine Augen an Dynamik verloren. Es wäre interessant gewesen, wie die Reihe aus der Hand eines 30 Jahre jüngeren Frank Miller zusammen mit Klaus Janson aussehen würde. Lee Weeks wäre ebenfalls spannend anzuschauen gewesen.
Der andere negative Aspekt ist der Eindruck, dass Kal-El keine Entwicklung durchlebt bzw. die, welche er durchlebt zu sein scheint, dass er die Welt sich doch noch nicht zu untertan macht.
Superman: Year One wurde eine „bravere“ Erzählung als ich erwartete, lag es an der Redaktion oder gar Altersmilde? Auch wenn Clark nicht lachend Menschen verprügelt, kostümiert im Hafenviertel intim wird oder sich als „the goddamn Superman„“ vorstellt, es bleibt ein „Miller-verse“ Titel, dessen Curveballs wahrlich überraschend sind.

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Bonus:

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Hör‘ auf Buddy, dann lebst du länger.
aus Future State – Batman/Superman no.2 (2021)

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das Spannendste aus The trails of Ultraman no.2 (2021)

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so vermittelt man Hintergundwissen
aus Ultramega no.1 (2021)

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die Geschichte lasen wir hundertfach, die Illustration ist einzigartig
aus Marvel no.6 (2021)

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aus Eternas no.3 (2021)

alle Bildrechte liegen bei deren Inhabern

Comics

Strange Adventures no.8 (2021)
Die Invasion/Zerstörung der Erde durch die Pykkts ist in vollem Gange und die Superhelden des DC Universums haben Schwierigkeiten damit, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Batman und Mister Terrific schaffen es, einen Pykkt zu verhören, und erfahren mehr über den Krieg mit den Rann—und Adam Strange’s Rolle dabei.

Die Reihe ist zäh, aber seit zwei Heften steigert sich das Tempo. Schade ist, dass die Reihe in der Black Label Ecke von DC erscheint, andererseits, der Konflikt mit den Phkkts hinterlässt in diesem Heft ein großes Loch, welches man auch erst erklären muss bzw. welches im Prime Universum für ernstere Entscheidungen sorgen müsste. Aber sie erspart uns auch die interessante Beziehung die Batman und Mr. Terrific hier pflegen.

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Colonel Weird – Cosmagog no.4 (2021)
Die Reihe überzeugte mich zwar nicht davon, dass Jeff Lemire seine Black Hammer Milchkuh noch Milch gibt, aber Talky Walky ist wieder da, darüber freute ich mich.
Vier Hefte für diese Geschichte ist einfach zu viel. Zeit für eine Black Hammer Pause.

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Daredevil no.26 (2021)
Daredevil’s Gefängnisaufenthalt bekommt die Daumenschrauben angezogen, einerseits weil er Privilegiert agieren darf und weil ihn die Verwaltung nicht mag. Und dann nimmt der Titel am aktuellen King in Black Crossover teil.
Ich frage mich, ob die Ankunft des Symbionten eine „Get out of jail“ Karte ist, oder ob im nächsten Heft wieder alles wieder abgehandelt wurde, und wir zum „Gefängnisalltag“ übergehen. Ich vertraue einmal auf Autor Chip Zdarsky’s Talent.

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Fire Power no.8 (2021)
Auch wenn die Handlung dekomprimiert erzählt wird, gab es bisher kein langweiliges Heft in der Serie. So auch hier. Aber es ist Chris Samnee’s Strich ohne den das Comic nicht funktionieren würde. Wie in einem guten Actionfilm ist das geschehen „stets überschaubar“ und enthält immer eine kleine Referenz an das Martial Arts Genre.

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Batman / Superman no.15 (2021)
Wieder einmal wird Solomon Grundy endgültig begraben. Aber das Highlight des Hefts ist: Batman setzt sich hin!

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Marvel no.4 (2021)
Das bisher schwächste Heft der Reihe für mich, aber am Ende einer Geschichte wurde alles auf den Kopf gestellt—und hörte dann leider auf … nur nicht in meinem Kopf.
Und das Segment über die klassischen Marvel Monster—prä-Fantastic Four no.1 (1961)—war unterhaltsam.

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Future State – Superman vs. Imperious Lex no.1 (2021)
Und wieder schaffte es Autor Mark Russel gute Satire in Popkultur zu verpacken. Etwas überraschend gutes aus dem Future State.

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Fantastic Four no.28 (2021)
Mein Bruder sagte „Ließ es, es ist genau deins.“ „Genau deins“ war ein ein wenig übertrieben, aber der Silver Surfer darf Power Cosmic-isch sein, und da ist es sekundär, dass ich den derzeitigen Run nicht besonders mag.

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The immortal Hulk no.43 (2021)
Joe Chill Joe Fixit versucht Bruce Banner am Leben zu halten, während Gyrich hinter den Kulissen eine neue Hulk Taskforce bildet während Doc Samson versucht, seinen Geist aus Sasquatch’s Körper ziehen zu lassen.
Und dann ist da noch die 616 Kappe und ein Häferl Starlin’s.

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Batman: Black and White no.2 (2021)
Batman setzt sich noch einmal hin! Und dann weint er auch noch!
Spaß beiseite, diese Ausgabe der Black and White Anthologie Serie hat mich auch hier nicht vollständig von seiner Berechtigung gedruckt zu werden überzeugt; ABER, Autor Tom King holte mich emotional mit seiner Geschichte ab. Leider musste er es in einen religiösen Kontext setzen … aber wenigstens wurde das Geld nicht vollkommen umsonst ausgegeben.

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Eine neue Mister Miracle Mini Serie erscheint im Mai; mit Shilo Norman im Kostüm.

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Bildrechte liegen beim Inhaber

Comics

Decorum no. 6 (2020) bringt die Handlung voran. Alle bisher eingeführten Elemente kamen zusammen und nun kann die Fahrt losgehen. Endlich.
Vor allem die Zusammenführung der verschiedenen Illustrationsstile gefiel mir—von einer Seite auf die Andere, wirkte das ganze aus demselben Stein gemeiselt.

Second Coming: Only begotten son no.1 (2020) setzt Mark Russel’s Abendteuer von Jesus und einer Superman Analogie… Sunstar fort. Das erste Heft erzählt Sunstar’s „Origin Story“, welche zwar auf den Punkt genau derer des Mannes von Morgen gleicht, jedoch in seiner satirischen Natur ein reales Problem aufgreift.
Und Jesus muss ausziehen, Familie Sunstar braucht sein Zimmer für den Nachwuchs.

Bei der Gelegenheit empfehle ich ein Interview mit Autor Mark Russel aus dem Radioactive Lounge Podcast. Seine Einstellung zum Glauben erklärt für mich, wie er es schafft, Second Coming nicht beleidgidnd sein zu lassen

Dracula Motherf**ker (2020) ist ein Tritt in die Eier. Mit Anlauf. Es ließt sich verdammt schnell, und auch wenn der Titel an Blacksploitation erinnern, der Comic bedient sich des Genres nur im Titel. Erzählt wird eine Geschichte des Namensgebenden Vampirs aus einer modernen Perspektive. Erika Henderson’s Interpretation des Skripts zeigt es wie einen Fiebertraum, was der Natur der übernatürlichen Figuren entspricht. Mir wirkt es allerdings zu kurz. Es erzählt seine Geschichte, wirkt wohl abgerundet und verlangt nach keiner Fortsetzung, drei Sachen die ich sehr schätze. Trotzdem, mein erster Kommentar war „Das wars?“

Warhammer 40.000: Marneus Calgar 1-3 (2020) ist ein Warhammer 40k Comic der dem Populärgeschmack entspricht—endlich. Bisher hat mich noch keine Sekundärverwurschtung des Spiels gänzlich von dem Sinn seiner Existenz überzeugt; abgesehen von den Büchern.. Aber mit Kieron Gillen hat man einen Autor verpflichtet, der das Material versteht, und für ein breites Publikum aufbereiten kann. Der ganze Wahnsinn eines Univerums in permanentem Kriegszustand wurde in den ersten drei Heften gut gebannt. Vor allem gefallen mir die „Marrotten“ des Adpetus Mechanicus Mitglieds, welches man dem namensgebenden Marneus Calgar zur Seite stellte, der z.B. seine Höhenangst als Ursache eines Geistes in einem seiner Maschinenteile beschreibt.

Fantastic Four: Antithesis 1-4 (2020) war ein großartiger Spaß. Das scherte nicht besonders aus, obwohl es eine große Geschichte erzählte, und Neil Adams‘ illustriert das ganze herrvorragend. Über Jahre würde ich seinen Stil nicht mehr aushalten—ich denke auch, dass er dies ohne Vorlauf auch nicht mehr durchhalten würde—, aber manchmal blitzt da der Profi durch, der auf Details achtet, die andere Zeichner ignorieren würden. Es hat einen Grund das er einer der Großen ist. Galactus ist drin, der Silver Surfer ist drin, die Negative Zone ist drin; was will man mehr? Chip Zdarsky als Autor des regulären FF Comics…

Green Lantern – Season 2 no.7-9 (2020) verwirrten mich. Aber das lag daran, dass ich die letzten paar Hefte vor einiger Zeit laß. Leider ist der Aspekt des Polizei Prozedural verloren gegangen, aber dafür brachte Autor Grant Morisson mit dem Ultraverse unterhaltsame und interessante Versionen der bekannten Figuren. Und nachdem die Blackstars Ausgaben mich unerwartet unterhielten, bin ich schon gespannt auf den kommenden Ultrawar.

The Immortal Hulk no.41 (2020)
Heft 42 steht auch wieder auf meiner Liste. Was kann ich sagen, es funktioniert bei mir einfach. Ich frage mich, ob es dies nicht tun würde, wenn man es in Sammelbänden ließt. Trotz all der Horrorelementen und der plötzlich beendeten Kapitalismuskritik holt mich die Vermenschlichung immer wieder zurück.

The complete Calvin and Hobbes vol.1 1985-87
Die Gesamtausgabe von Bill Watterson’s Werk bekam ich bereits vor Jahren geschenkt, aber vor kurzem erst fühlte ich mich bereit dazu, mich durch die vier Bände zu arbeiten. Ich war davon überrascht, wie gut es auch heute noch funktioniert. Sicher, der Mangel an Technologie zeigt das Alter des Autors, aber die Themen sind auch heute noch gültig. Sicher ist nicht jeder Comic eine komprimierte Lektion in Philosophie oder Soziologie, aber es wirft einem immer wieder diese kleinen Gedanken zu, welche man als Erwachsener hat, aus dem Mund eines Kindes und dessen imaginären Freund zu. Auf zu Volume 2.

Strange Adventures no.7 (2020) drehte den Spieß um—und ich hoffe wir bekommen einen Auftritt des Adam Strange von Earth Prime, in dem er die Leser daran erinnert, dass er ein Anderer ist.
Ich freue mich auf mehr. Aber die ersten sechs Hefte gab es nicht für ein lächeln und ein Dankeschön.

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Bonus:

Das Cover zu The Immortal Hulk no.41 (2020) erinnerte mich an meine Schwägerin, wenn sie mit meinem Bruder über Superhelden diskutiert.

Detective Comics no.1027 (2020) lieferte diese großartige Darstellung der Beziehung zwischen Bruce Wayne, Richard Grayson und Alfred.

Und einen Gastauftritt von Kamandi, der—gefühlt—in die Breite ging.

Ich machte den Fehler, wieder einmal ein Heft aus einem der vielen mit den X-Men verbundenen Reihen zu lesen, S.W.O.R.D. no.1 (2020). Ich freute mich darüber, Manifold wieder zu sehen. Aber ich habe noch immer keine Ahnung was gerade los ist. Hickman scheint seinen Spaß mit den Informationsseiten und Diagrammen zu haben.

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weitere Comics

Comics

Star Trek: Year Five no.16 (2020, IDW Comics)
Unterhaltsam, aber die Geschichte um einen white collar Kriminellen, der als Galionsfigur einer extremen politischen Strömung auftritt, wurde ein wenig zu schnell zu Ende gebracht. Nicht ohne Konsequenzen, da wird man wohl noch einiges lesen, die Deus Ex Machina kam mir nur ein wenig zu passend vor.

Resident Alien: Your Ride’s Here no.1 (2020, Dark Horse Comics)
Die letzte Heftreihe in der Resident Alien Serie wurde hiermit eingeläutet. Wieder ist es eine Mischung aus Krimi, Kleinstadtleben und dem Versuch, als Außerirdischer unerkannt unter Menschen zu leben. Allerdings weiß man, hier wartet das — vorläufige? — Ende und die Behörden sind Harry, dem namensgebenden Resident Alien, auf den Fersen.
Doch in all dem bleibt ein wenig Zeit für die Bewohner der Stadt. Eine Hochzeit steht an und der hiesige Alkoholiker und Drogenkonsument sind seit längerem auf Enzug, und obwohl man vermutet, dass dies noch Einfluss auf die Gesichichte nehmen kann, wirkt es ungezwungen.

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Strange Adventures no.6 (2020, DC Comics)
Puh…ich will dieses Comic mögen, und mit jedem Heft scheint sich heruaszubilden das Adam Strange Kriegsverbrechen beging, und dass man als Leser diese eventuell mit den Dingen rechtfertigen könnte, welcher seiner Familie bzw. dem Planeten Rann, den er verteidigt, wiederfuhren. Was mich allerdings aus diesem Heft riss, war das Ende — bis dahin allerdings, ist es ein Marathon der einen nicht loslässt. Vor allem der lange Dialog zwischen Alanna und Mr. Terrific, in dem Autor Tom King auch ein persönliches Geständnis durch Mr. Terrific äusserte. In dem Gespräch sind die Beiden einerseits sehr ehrlich zueinander, stehen sich aber wie zwei Duelanten in einem Western gegenüber, und warten auf die Chance zur Waffe zu greifen.

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Immortal Hulk no.40 (2020, Marvel Comics)
Wie immer, jedes Heft kitzelt einen genau am richtigen Punkt. Man löst den Haken, den einem das letzte Heft in die Wange rammte, bringt ein wenig weiter, und dann wartet schon der nächste Haken auf einen. Und bei mir funktioniert das wunderbar.
Dieses Mal bedeutet dass: man zeigt wie sich der Hulk seiner diversen Persönlichkeiten bedienen kann, wie die Green Doors neue Figuren schaffen — Doc Sasquatch! — und zum Abschluss kommt man wieder an die Angel.

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Seven To Eternity no.14 (2020, Image Comics)
Nach einer langen Pause gab es ein neues Heft—erschienen am 18-November-2020. Viel passiert darin erst einmal nicht, dabei soll mit Heft 17 die Geschichte enden. Aber: optisch wird einem wieder einiges geboten—womit auch im Nachwort der lange Produktionszeitraum gerechtfertigt wird.
Ich bin gespannt wie die Handlung zu Ende gebracht wird.

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Bonus:
Cliffhanger 101 + Steering the good ship Obvious 101:

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Alle Bildrechte liegen beim Inhaber

Comics

Decorum no.5 (2020) brachte wieder nur sehr wenig weiter — und steigert damit meinen Herzschlag, weil ich bei jedem neuen Heft das ein Jonathan Hickmann schreibt fürchte, es wäre das Letzte. Aber es sind solche Bilder, die mich am „lesen“ halten.

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aus Decorum no.5 (2020)

Fire Power no.4 (2020) brachte auch nicht viel weiter bzw. bediente sich in der Klischee Kiste, aber, wie bei den anderen drei Heften und dem Sammelband der die Serie startete, ist es Chris Samnee’s Übersetzung in Zeichnungen, welche den Frust vergessen ließen.

fire power no4 2020 cover
Cover zu Fire Power no.4 (2020)

We only find them when they’re dead no.1 (2020) hat eine großartige Prämisse: im Jahr 2367 steckt ein Wirtschaftszweig in der Klemme, die Gottverwertung. Die Zerlegung von riesigen Leichen welche durch den Weltraum driften, und deren Körperteile von diversen Forschungsabteilungen untersucht werden. Man erlebt die Geschichte über die Schultern der Crew des Autopsieschiffs Vihaan II, dessen Kapitän das Handwerk von der Pike auf erlernte. Aber wie bereits erwähnt, die Zeiten wurden hart und man greift auf — vom Gesetz nicht geduldete — alternative Einnahmequellen zurück. Welche das sind, erfährt man dann im nächsten Heft, aber man bekommt zumindest einen Hinweis. Und ich weiß nicht, ob ich damit zufrieden bin. Ich mag die Prämisse, ich mag die Illustrationen aber ich raufe noch damit, ob ich der Serie folgen soll, oder nicht.

zur Erinnerung

The rise of Ultraman no.2 (2020)…Ultraman teilt sich einen großen Kritikpunkt mit der obigen Besprechung. Wir sind bei Heft Nummer zwei, aber gefühlt sind wir knapp vor dem Ende des ersten Heftes. Ja, es wird versucht, die Welt rund um die namensgebenden Figur aufzubauen — aber wir reden von einem Heft, für das man 4,49 aufruft. Das kleinste Netflix Abo kommt auf 7,99…man könnte auf den Sammelband warten, aber der wird wahrscheinlich auf — vielleicht sogar premium —Klopapier gedruckt erscheinen…ich sitze den ersten Handlungsbogen einmal aus, soweit habe ich in meiner Naivität vorbestellt.

Die ganze Geschichte rund um Khonsu’s Kampf mit Mephisto und Moon Knight’s Kampf mit den Namensgebers des Comics, geht in Avengers no.36 (2020) in die nächste Runde. Wieso hat man aus der Geschichte keinen Event gemacht? Die Geschichte ging so wahnsinnig wie Moon Knight ist los, und stieg mit jedem Heft ein Stück fester aufs Gaspedal. Jason Aaron scheint hier seinen Spaß zu haben.

aus Avengers no.36 (2020)

Superman/Batman Annual no.1 (2020) erzählt seine Antworten auf die Frage „Wer würde einen Kampf gegeneinander gewinnen: Batman oder Superman?“ Mit einem Blinzeln als einem Zwinkern, aber genau das machte es unterhaltsam.

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aus Superman/Batman Annual no.1 (2020)

Wieso darf bzw. will Chip Zdarsky nicht ein paar mehr Gerichte in der Marvel Küche kochen Daredevil no.22 (2020) zeigt auf zwei Seiten wie gut sein Gespür für die Figuren ist. Für mich ist die Szene der Beweis dafür, dass realistische Darstellung sowie Grim’n’Gritty nicht nur Gewaltdarstellungen und Beleidigungen beinhalten muss, sondern es auch bedeutet das Figuren wie Tony Stark keine Idee davon haben, wie das Leben der Leute aussieht für die er meint zu arbeiten.

aus Daredevil no.22 (2020)


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