#41-2019

vaterfreuden | audio | wer bastelt mit?

Kirby hat uns Sorgen bereitet. Seine Körpertemperatur hat einer Fahrt mit einer Hochschaubahn[1] geähnelt; trotzdem war er aufmerksam, freundlich und aktiv. Morgen werden wir den Kinderarzt kontaktieren.
Doch ist er nur halbwegs ruhig wenn die Frau bei ihm ist, und das zieht sich bis zum Schlafen. Das zehrt an der Frau. In meinen wachen Momenten habe ich ihr unter die Arme gegriffen. Trotzdem habe ich den Eindruck, das ich zu wenig gemacht habe.

Abends habe ich die Schlaflosigkeit genutzt um meine „Mikrofontasche“ zu planen. Beim stöbern nach Mikrofonkapseln bin ich auf einen Blogger gestossen, der eine kleine Tasche -welche im Militärjargon als Deployment Bag bezeichnet wird- mit ein ein paar Kniffen zu einer stabilen Tasche für sein Aufnahmegerät und Zubehör gemacht hat. Ich plane daraus eine Field Recording Tasche zu machen; also Mikrofone an der Tasche anzubringen um Umgebungsaufnahmen machen zu können ohne Mikrofone an Körper oder Kleidung tragen zu müssen. Ein passender Windschutz für die Kabelverschraubung in der die Mikrofonkapseln sitzen bereitet mir Arbeit.

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  1. Hochschaubahn = Achterbahn

41-2018

#40-2019

Vaterfreuden | wer bastelt mit? | Comics | TV

Wir dachten Kirbys Verkühlung sei ausgestanden; wir haben uns geirrt. Praktisch nachdem die Frau zum Besuch bei den Großeltern angekommen ist, hat sie wieder umgedreht weil er Fieber bekommen hat.
Meine Verkühlung ist ebenfalls wieder zurückgekommen. Wenn der Arzt sagt „Sind sie sicher das sie wieder in Ordnung sind?“ Dann könnte man zwei Mal über die Antwort nachdenken.

Kirbys Medianabspielgerät lässt sich nicht so leicht verarschen wie ich gedacht habe. Man muss die Software zur Übertragen doch übergehen können. Ich habe angenommen das der einfach nur die Dateien aus den Ordnern abspielt, aber da ist auch eine .XML Datei mit den Daten der einzelnen Stücke dabei. Außerdem konvertiert die Software alles was man ihr füttert in .WAV Dateien. Wäre .FLAC nicht effektiver?


Ich möchte die ganzen DC-Universe love-action Serien nach dem Unfall der Titans ist nicht leiden; aber der neue Doom Patrol Kitzler [1] macht es einem schwer.

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#37-2019

professioneller Alltag | Vaterfreuden | wer bastelt mit? | die Psyche | Comics

Nach zehn Minuten Werkstatt habe ich schon die Einhaltung sozialer Filter bereut. Der Gedanke einem Kollegen mit dem Feistl[1] den Schädel einzuschlagen war eine sehr beruhigende Vorstellung, die ein Jucken in den Fingern zur Folge hatte.

Eaglemoss hat mir aus versehen zwei Modelle zugestellt. Auf meine e-mail ob ich das überzählige retournieren könnte bekomme ich seit zwei Tagen keine Antwort. Es juckt mich in den Fingern das zweite auszupacken; beim zuerst ausgepackten Modell ist ein Teil abgebrochen. Kein Schaden der nicht mit einem Tropfen Kleber zu festigen gewesen ist, aber man weiß halt das es irgendwie….ich kann es nicht beschreiben -es verzerrt die subjektive Schönheit des Objekts.

Die Frage ob ich die Therapie fortsetze, traue ich mich nicht vor meinem Therapeuten zu beantworten. Ich denke das wir an einem Punkt angekommen bin an dem nichts mehr weitergeht, aber auch keine Möglichkeit des Weiterkommens besteht. Ich möchte den Mann nicht verletzten; auch wenn ich mir bewusst bin, das es nicht so sein wird.

Kirbys Medienwiedergabegerät ist angekommen. Wunderschön verarbeitet; das hätte ich beim Eigenbau nicht so zusammengebracht. Alle Schalter und Knöpfe haben einen befriedigende Haptik, der Lautsprecher ist qualitativ hochwertig und selbst die Batterieklemmen haben auf den ersten Blick unverwüstlich gewirkt. Wir haben in ein spanisches Hörspiel hineingehört, welches bereits auf dem Speicher vorhanden gewesen ist; hat mich daran erinnert das ich ja einmal portugiesisch lernen wollte.

Ich bin verzweifelt als Kirby den Abendbrei verweigert hat. Ich habe ja schon solche Probleme mit der Ernährung, da kommt sofort die Angst vor einer Vermittlung dieser zum Vorschein. Dazu hat sich die Zurückweisung gesellt; die hat der Mahlzeit gegolten, ist aber von mir auf mich projiziert worden. Eine Reiswaffel und ein paar Gemüsescheiben hat er gegessen.

Mein Vater hat uns zwei Shards von Gerber[2] gebracht. Meine Alltags-Werkzeugtasche wird immer schwerer.


Ich habe mich auf die neuen Comics gefreut; wurde am Abend aber leider enttäuscht. Giant Days war gut, hat mich aber nicht wie sonst mitgerissen. Aber das war das zweite Mal in inzwischen 47 Heften; eine gute Bilanz.
Das neue GI Joe Heft ist einfach an mir vorbeigezogen. Bis auf Lifeline’s Versuch das Bein von Sightline zu retten ist kein Detail hängen geblieben.
Auf das erste Heft der Female Furies Reihe habe ich mich im Vorfeld gefreut. Und die Geschichte macht im historischen Kontext -MeToo- auch Sinn, aber die Figuren sind meiner Meinung nach die Falschen. Da bin ich mir unsicher ob ich die Folgehefte kaufen werde oder nicht. Man wählt mit Konsum, und die Gleichstellung der Geschlechter ist eine Sache die schon viel zu lange aufgeschoben worden ist; aber ich habe keine Lust das man Figuren die ihrerseits Metaphern von Metaphern sind, menschliche Makel andichtet welche von weniger talentierten Kreativen -*hust*Warner Animation*hust*- dann auf elf aufgeblasen werden.

Kunstpflanze

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  1. Feistl = Faust; synonym für Hammer
  2. Shard Keychain Tool |gerbergear.com

37-2018

#27-2019

Der Beistelltisch im Wohnzimmer ist nun mit einem Kabelsortier- und verstecksystem ausgestattet. Wir haben noch eine Stange Kabelkanal beim Werkzeug entdeckt; der ist entsprechend geteilt und gekürzt worden und hinter eine Zierblende geklebt worden.
Gibt dem ganzen ein „Gesicht“ und dem Kind mehr „Sicherheit“.

Die Frau hat weitere Turnmatten Stücke besorgt. Kirby scheint es als Grenze zu verstehen: Bis hier darf ich meine Bücher räumen.
Apropos Bücher: Meine Eltern sind vorbeigekommen und haben sich darüber gewundert und gefreut das Kirby aus seinen drei Sound-Büchern[1] -Die Zauberflöte, Der Nussknacker und Hörst Du: klassische Musik- eine Art Wiedergabegerät gebastelt hat. Er ordnet sie um sich an, schlägt sich seine Favoriten auf und hört sie nach der Reihe durch. Danach probiert er neue Kombinationen aus; manchmal mischt er Stücke.

Abends haben die Frau und ich über unsere Ängste Erziehung betreffend unterhalten. Es ist gut zu hören das man nicht alleine damit ist.


Tom King hat wieder bei John Suintress vorbeigeschaut und die Beiden haben einen unterhaltsamen Podcast daraus gemacht[2].
Schade das sie die „Diskussion“ über die Realität von Kings Dienst beim CIA nicht angesprochen haben. Andererseits, wieso sollten sie? Seine Comics wirken nicht wie Psy-Ops Operationen und es arbeiten Leute bei DC-Comics die ständig wegen ihrer Animositäten Frauen gegenüber in der Presse genannt werden.
Außerdem: was soll der Scheiß mit den Wal-Mart exklusiven DC 100 page specials? Die sollen die Sachen am Ende in einem Sammelband bringen, aber nicht kryptisch herumscheißen; Nick Derington’s Batman und ein Kubert Bruder der Superman mit Sgt. Rock zusammen zeichnet -her damit!

Mit dem Satz „He set a high standard for future hostages.“ hat sich Hilda endgültig bei mir beliebt gemacht.

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#23-2019

Es ist soweit: Kirby krabbelt. Kompetent und Effizient; und manchmal so leise das man erst merkt das er neben einem sitzt wenn er versucht sich am Hosenbein nach oben zu ziehen.
Jetzt wo er krabbelt ist das sein nächstes Projekt: aufstehen. Am Tisch hochziehen hat er gemeistert. Dabei Gegenstände von der Tischplatte entfernen ebenso. Einmal hat er nach dem loslassen der Tischplatte die Panik bekommen, weil das auf-den-Hintern-fallen wegen verbesserten Gleichgewichtssinn ausgeblieben ist.
Die Frau hat es gefilmt, und beim anschauen habe ich gesehen –und mich daran erinnert– ihm einen Pullover als Fallschutz einen Augenblick vor dem auf den Hintern fallen untergeschoben zu haben.

Auf dem Plan stand unsere Sprechstelle der Haussprechanlage mit einem Ausschalter für den Summer auszustatten. Natürlich hatte ich keinen Schalter mehr im Haus.

„Was bedeutet Erziehung?“ ist eine Frage die ich mir gestellt habe. In dem Aufwischer habe ich mir gleich ein paar Bücher von Jesper Juul ausgeliehen; der ist unser beiden Familien gern gelesen.
Aber was mich beschäftigt ist die Frage ob Erziehung als flexible Vermittlung eines Lebensmodells oder als „Akt der Bildhauerei“ vom Großteil der Menschen verstanden wird.

Die Liefersklaven Speditionsfachkräfte von Amazon schreiben inzwischen die Türnummer der Empfänger und nicht mehr die der Partei auf, bei der sie eine Sendung in Vertretung abgegeben haben. Also haben wir ein Postfach beim lokalen Postamt einrichten lassen.
Man fühlt sich dann ein wenig wie ein Spion der einen Cache eingerichtet hat.

Nicolas Mahler’s Das Ritual ist mir in den Schoß gefallen –nach Bezahlung versteht sich. Darin werden ein paar Gedanken eines Mannes der an den Spezialeffekten japanischer Tokusatsu Filmen[1] gearbeitet hat. Ich nehme an das es ich bei der anonymisierten Figur um einen der Väter von Godzilla und Ultraman handelt: Eiji Tsuburaya[2].
Das Ritual trifft den Nagel dabei auf den Kopf: Super Sentai Episoden enden immer mit einem Roboter gegen Monster-Kampf; auch wenn dieser oft den Rhythmus durcheinander bringt. Und doch würde er mir fehlen.
Es ist schnell gelesen, aber für Freunde japanischer Genrefilme ein Unterhaltsamer Band.
Mahlers Zeichnungen könnten einem eventuell zu „einfach“ sein; aber hier funktionieren sie meiner Meinung nach universell, weil sie die Erinnerung und Neugier des Lesers bedienen.
Leseprobe gibt es beim Reprodukt Verlag[3].

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  1. Tokusatsu |wikipedia.org
  2. Eiji Tsuburaya |wikipedia.org
  3. Das Ritual |reprodukt.com