Ich wollte „Unfollow“ nicht lesen—bis eine Kritik die ich darüber laß, meine Entscheidung umstieß.
Meine, durch das Werbematerial entstandenen, Kritikpunkte blieben auch nach dem Lesen des gesamten Comics bestehen.
Der Zeichenstil gefällt mir nicht bzw. ermüdete mich über die Länge. Der Stil passt zu einem Musikvideo, mit dem ich drei Minuten verbringen muss.
Die Geschichte ist vorhersehbar.
Die Social Media Entität Earthboi kultivierte über Jahre eine treue Gefolgschaft mit den Themen Umweltschutz und Selbstverwirklichung durch ein bewussteres Leben. Doch wohnt jeder Utopie eine Dystopie inne.
Zwei Punkte retteten das Comic für mich.
Die Erzählweise.
Die Geschichte wird von Earthboi’s Gefolgschaft aus dem Off erzählt, und die Bilder zeigen Vignetten; und beides wurde so gut kombiniert, dass es keine längen aber angenehmen Interpretationsspielraum gibt.
Das Ende.
Man denkt sich zwar schon davor „Gehen wir jetzt dahin?“ Und wenn man da ist, kann man es—meiner Meinung nach—nicht als haltlose Fiktion abschütteln. Da wurden sich Gedanken darüber gemacht, wie es sein könnte. Ein Blick in die Zeitungen oder ein Gespräch mit der „richtigen“ Person, und man denkt „Gehen wir jetzt dahin?“
Wie gesagt, einerseits rollten sich mir die Scheinbeine auf, als ich hinsah—und klappten im Laufe des Lesens wieder hinunter. Dem Kanon der Pressestimmen kann ich nicht zustimmen, aber es ist ein gelungener philosophischer Denkanstoß zur modernen Form der Prominenz, und was man daraus machen kann.
Strange Adventures no.4 (2020) ließ mich eine Frage stellen: Wie soll man das noch weitere acht Hefte aushalten?
Autor Tom King hatte sich mit The Vision, Mister Miracle und Omega Man eine große Toleranz gegenüber Fehlschlägen bei mir angeschrieben—und derzeit habe ich das Gefühl der Speicher ist mit diesem Heft geleert worden. Vielleicht ist es eine Durststrecke, und in Heft fünf bekommen wird das süßeste Wasser serviert…nein, das ist das Stockholm Syndrom. Trotzdem, bin neugierig wie es ausgehen wird. Mister Terrific1 ist mir…ein wenig zu cool…es scheint als hätte man dazwischen vergessen, dass es nicht Batman ist.
Mitch Gerards und Doc Shaner tun ihr Bestes um die Skripte in Zeichnungen zu übersetzen.
aus Strange Adventures no.4 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Star Trek: Year Five no.13 (2020) war eine Überraschung. Erstens, weil ich dachte, mit Heft 12 wäre Schluss gewesen, und zweitens, weil es sich nahtlos in eine Reihe von Treffern einreiht. Dieses Comic zeigt, was heutzutage mit einem Studiobudget möglich wäre.
aus Star Trek: Year Five no.13 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Star Wars no.5 (2020) setzt die überraschend gute neue Comicreihe fort. Charles Soule ist nicht einer meiner liebsten Autoren, aber wenn er etwas kann, dann ist es Darth Vader Szenen—bzw. eine Reihe mit 12 Heften über die Figur—schreiben, und Jesús Saiz schafft es, dem Helmchen Ausdruck zu verleihen.
Es ist eine Weile her, dass ich mich auf/über Star Wars Comics gefreut habe.
aus Star Wars no.5 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Fire Power no.1-2 (2020) hat mich positiv überrascht. Der Sammelband, mit dem mam die Vorgeschichte im vergangenen Juni abhandelte hat mich…nicht enttäuscht, aber überlebte nur wegen seines Charmes und Chris Samnee’s Zeichnungen. Ähnlich verhält es sich mit den beiden Heften. Hier wurde die Erzählgeschwindigkeit entsprechend heruntergefahren, aber Chris Samnee bleibt gut wie immer. Sein sauberer „Americana“ Stil und die kleinen Details die unsere Hirnen genug liefert, um das Gesehene viel größer und detailierter Wirken zu lassen, begeisterte mich.
aus Fire Power no.1 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Doctor Strange: Surgeon Supreme no.6 (2020) beendet die Reihe. Joah…man hätte etwas interessantes mit Madam Masque1 und Doctor Druid1 machen können, hat man nicht.
Dabei hat es so gut angefangen.
aus Doctor Strange: Surgeon Supreme no.6 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Doom Patrol: Weight of the Worlds no.7 (2020) hat die Reihe zu Ende gebracht. Und weil dies vor dem geplanten Zeitpunkt stattfand, liest es sich wie ein „Na, schauma einmal.“ Gut, meins war die ganze Serie nicht, trotzdem hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht.
aus Doom Patron: Weight of the Worlds no.7 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Giant Size X-Men: Fantomex no.1 (2020) beschäftigte sich mit einem meiner liebsten Figuren aus der Morisson Era: Fantomex. Ein wenig Comichistorie und ein wenig Vorbereitung darauf, wie es in der Excke weitergeht, alles illustriert von Rod Reis–mehr bietet das Heft leider nicht. Hätte meine Erwartungen nicht so hoch ansetzen sollen.
aus Gian Size X-Men: Fantomex no.1 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Aber ich freue mich immer darüber, Cypher’s1 Arm im Warlock1 Design zu sehen. Ich weiß allerdings nicht, ob es einen Grund hat oder einfach nur gut ausschaut. So wie ich den Jonathan Hickmann, den momentanen X-Men Autor, kenne, wird wahrscheinlich auch noch der Linienverlauf eine Rolle spielen.
Cypher ist der Zweite von links aus Giant Size X-Men: Fantomex no.1 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Wonder Woman: Death Earth no.1-3 (2020) ist ein Meisterstück. von Daniel Warren Johnson. Diese Mischung aus Manga und Paul Pope trifft bei mir meist genau einen Nerv, und er versucht, eine ganzheitliche Geschichte zu erzählen, was bei Wonder Woman–für mich–leider nur funktioniert, wenn man wie wie hier, komplett aus dem Canon entfernt.
aus Woner Woman: Dead Earth no.2 (2020) Bildrechte liegen beim Inhaber
Hawkeye by Fraction and Aja hat die Figur wieder ins Licht gerückt und gezeigt, was Superheldencomics können. Leider funktioniert es heute nicht mehr so gut bei mir, wie bei Erscheinen. Das macht es nicht schlechter…vielleicht hätte ich mehr Zeit seit dem letzten Lesen vergehen lassen sollen?
aus Hawkeye by Fraction and Aja HC Bildrechte liegen beim Inhaber
Thor: The Mighty Avenger war ein perfektes Superheldencomic für alle Altersklassen. Roger Langridge und Chris Samnee gaben hier alles, und machten eine eigene Ecke im Marvel Universum auf, die heute sicher ausgelutscht wäre, aber damals wirkte, als hätte man alle Fenster und Türen aufgerissen, um einmal gut zu lüften.
aus Thor: The Mighty Avenger Bildrechte liegen beim Inhaber
Hmm. ich kann mir momentan nicht vorstellen, wie man ein Comic vertonen kann. Besonders eines, bei dem der visuelle Aspekt stärker ausgenutzt wird als bei anderen Werken. Was mich jetzt schon stört, ist Gaiman in der Rolle des Erzählers. ich kann ihn nicht mehr hören…