Vernunft und Humanismus

– 10apr20 –

aus Ultra Q ep.6: Grow Up! Little Turtle (育てよ! カメ, Sodateyo! Kame)

Taika Waititi gibt mir Hoffnung, dass etwas besser werden könnte:

It’s so over the top now in the very best way. It makes Ragnarok seem like a really run of the mill, very safe film…this new film feels like we asked a bunch of 10 year olds what should be in a movie and just said yes to everything.

slashfilm.com

Fehlen nurmehr faire Löhne, Kapitalsteuern, ein universales Gesundheitssystem und vor allem Vernunft und Humanismus.

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Die Therapie ist heute ein Quell der Depression gewesen.
Seit Inkrafttreten der freiwilligen Ausgangsbeschränkung konferiere ich mit meinem Therapeuten über das Telefon. Zu Beginn habe ich das großartig gefunden – ich kann bei dem Gespräch liegen und den Plafond hypnotisieren. Aber heute ist es ein anstrengendes Gespräch gewesen. Die gefühlte Belastung wirkt in den eigenen Wänden – im eigenen Bett – schwerer. In der Praxis hat man die Möglichkeit des Ortswechsels im Hinterkopf…und jetzt fällt mir ein das ich das Gespräch beenden und den Raum hätte verlassen können. Jederzeit. Nicht einmal abheben hätte ich müssen.
Das Gesprächsthema war der Abschluss eines weiteren Lebensjahres, und wie ich in diesem – und den Jahren davor – nichts weitergebracht habe. Denn auch wenn es angenehm ist, Dinge für sich selbst zu machen – Podcasts, schreiben, lesen und Dinge besprechen –, den Großteil der Zeit verbringe ich in einem Job der zwar gut bezahlt ist, aber mich auffrisst.
Mein Therapeut meinte, ich sollte mich einfach für den Werkmeister anmelden, und meinen Arbeitgeber vor vollendete Tatsachen stellen. Kann man machen wenn man fixe Arbeitszeiten hat, und nicht von Tourplänen, Veranstaltern, Künstlern, anderen Technikern, C- bis Z-Prominenten und Lieferzeiten abhängig ist.
Oder bin ich einfach nur zu feige? Sollen sie mich rausschmeißen. So wie es im Moment aussieht, wird das ohnehin geschehen.
Was habe ich zu verlieren?

Nur ist es nicht der Meister den ich mir wünsche, sondern eine Tür die mich an einen Ort bringt, an dem ich mich nach mir fühlen darf.

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Kirby hat mich während des zu-Bett-bringen Rituals plötzlich umarmt – so fest, das ich mich einen Augenblick gefürchtet habe, seine Finger würden die Haut durchbohren und meine Rippen fassen.
Der Bub hatte einen müden Tag.
Ich auch.
Beim vorlesen hat es wieder viel Konzentration gebraucht, um sich wach zu halten.

Es gefällt mir, dass man schon eine Art Unterhaltung mit Ihm führen kann. Oft deuten wir, wass der Andere möchte, aber so lernen alle Beteiligten dazu.

Sein zweites Frühstück hat er ohne Aufforderung oder Erwähnung mit ein paar Enten geteilt.

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Seit ein paar Tagen lese ich Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein von Benjamin Maack, und es fällt mir schwer mir eine Meinugn dazu zu bilden. Mein Lesegerät sagt, das noch 30% Datei über sind, und ich bin gespannt darauf, ob sich in zehn Prozent mehr bei mir rühren wird.
Nein, jetzt wo ich darüber nachdenke fürchte ich, die Schilderungen sind ein Ausblick in eine mögliche Zukunft.

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