überraschende Geduld


[ journal ]

In den letzten Nächten „schlug ich mir den Schädel“ beim Überarbeiten des Fotobuches ein. An der Covergestaltung arbeitete ich mich einen gefühlten Tag ab.
Jetzt wo ich darüber nachdenke was ich alles veränderte, wieder zurücksetzte, adaptierte und wieder löschte, habe ich neue Ideen.
Beim sequenzieren fand ich bisher nach jeder Pause Entscheidungen, von denen ich sicher bin, dass mir falsche Erinnerungen eingepflanzt wurden diese getroffen zu haben.
Außerdem einigte ich mich auf zwei Schriftarten, die einerseits nicht zusammenpassen, aber für mich im Kontext der Publikation passen.
Ich fürchte, diese Version wird ewig und drei Tage auf Datenträgern herumliegen, und nur der erste Versuch wird es in die physikalische Welt geschafft haben.

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Es dauerte neun Jahre, bis man mich zum ersten Mal Eislaufen ließ. Die Frau meinte, Kirby sollte diese Erfahrung früher machen, also stellten wir Ihn auf Eis—natürlich in Eislaufschuhen.
Und das Kind bewegte sich mit überraschender Geduld und Kompetenz darauf. Fiel er hin, rappelte er sich wieder auf und setzte den Lauf fort. Trotz all des „Trubels“ rund um Ihn.
Da kommt er zum Glück nicht nach mir.

Momentan spielen wir oft „in Gedanken“. Kirby sagt etwas wie „Der Laster ist umgefallen. Wir brauchen einen Kran.“ Dann sage ich „Da kommt schon der Kran.“ und wir immitieren die Krangeräusche usw.. Und inzwischen wurde das Spiel auf Tiere und andere Familienmitglieder ausgeweitet. Was mich dabei überrascht ist die Kreativität und das Kausalitätsverständnis welches er dafür zeigt.

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Am Arbeitsplatz wurden wir gefragt, ob wir uns denn eine Impfung gegen Covid19 im Unternehmen abholen würden. Es war spannend zu sehen wie viele, und welche, Leute „Nein“ oder nichts sagten.
Und ich kann es verstehen, weil wir seit dem Wochenende ebenfalls das Thema „Privilegien für Geimpfte?“ besprechen. Bei dem Wort „Privilegien“ stößt es mir sauer auf; es ist eine Maßnahmenreduzierung. Und außerdem: Sind die Menschen, die sich „aus Gründen“ nicht Impfen lassen können, zum heimscheißen verdonnert?
Und das befeuerte wieder meine Ängste davor, dass wir als Gesellschaft schon länger verloren waren als angenommen, es fehlte nur der letzte Tropfen.

Aber bevor wir über eine Impfung am Arbeitsplatz spekulieren, muss dieser noch vorhanden sein.

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In meinen Mittagspausen hole ich derzeit bei Ultraman; der ersten Serie und deren Nachfolger Ultraseven auf. Es ist schön eine Genreproduktion zu sehen, die einfach arbeitete. Keine großartigen Referenzen oder Teppiche, welche unnötig weggezogen werden.

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Ich möchte über etwas schreiben, etwas persönliches, aber die—gefühlt—korrekte Formulierung fiel mir bisher nicht ein.

Etwas persönliches kann ich allerdings ausformulieren: Mich stört die „Verplattformung“ von Podcasts. Mir ist klar, es kostet Geld einen Podcast zu produzieren, aber nun sind auch hier Marktregeln, Statistiken und auch die Sprechenden wichtiger die Sache selbst.
Und bei YouTube sah man, wohin das führen kann.

1 Kommentar

  1. Meine Sina konnte fast eher Eislaufen als Laufen – mit 18 Monaten lief sie. Und in dem Alter besorgte ihr ein Angebot, nämlich gute Pumukel-Schalenschlittschuhe. Waren zu groß, aber ich freute mich sehr, wie klasse sie damit zurecht kam. Ein Jahr später waren die Schlittschuhe zu klein, und in den Folgejahren mußte sie das Eislaufen sogar neu erlernen.
    Zu Veröffentlichungen sage ich „Nur Mut!“. :-)

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